Düngeverordnung

FDP zweifelt am europaweiten Nitratmessnetz Premium

Die FDP schiebt die abermalige Verschärfung der Düngeverordnung dem deutschen Nitratmessnetz in die Schuhe. Eine Überarbeitung des Düngerechtes hält deren Agrarsprecher im Bundestag, Gero Hocker, trotzdem für nötig. Er fordert Ausnahmen für Betriebe und Regionen, die nachweislich keine problematischen Nitratemissionen verursachen.

Die FDP im Bundestag fordert eine Überarbeitung der Nitratmessnetze in der EU. „Wir Deutschen spielen wieder den Messweltmeister und ermitteln die Daten oberflächennah und an Extrempunkten, ganz im Gegensatz zu unseren europäischen Partnern. Unsere Landwirte jetzt dafür zu bestrafen, halte ich ausdrücklich für falsch“, sagte der Agrarsprecher der FDP Bundestagsfraktion am Dienstag in Berlin. Er fordert stattdessen „die Entwicklung eines einheitlichen repräsentativen europaweiten Nitratmessnetzes auf wissenschaftlicher Grundlage“, so Hocker weiter.

Verstöße gegen die Nitratrichtlinie in 11 EU-Staaten

Die Bundesregierung hatte im Nitratbericht 2016 erstmals ein neues Messnetz für die Nitratgehalte im Grundwasser ausgewertet. Darin sind die Messstellen von ehemals 162 auf knapp 700 erhöht. Damit ist die Messnetzdichte von ca. 0,8 Messstellen/1.000 km² bezogen auf landwirtschaftliche Flächen auf ca. 3,7 Messstellen/1.000 km² gestiegen, zeigt eine Antwort des Bundesumweltministeriums (BMU) auf eine Anfrage der FDP, die top agrar vorliegt. Im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedstaaten belegt Deutschland laut der Antwort bei der Messnetzdichte den viertletzten Platz. Allerdings hat es im Zeitraum von 1998 bis 2018 neben Deutschland auch Strafverfahren der...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Wolfgang Schuchard

Warum

Warum lese ich solche Nachrichten nur in der Fachpresse? Weil keine Zeitschrift und keine NGO damit Geld verdienen kann, wenn sie gute Nachrichten verbreiten. Dabei nehmen in vielen Gewässern die Fischnährtiere und damit die Fische ab, weil das Wasser zu sauber ist.

von Wolfgang Schuchard

Die Auflagen sind kontraproduktiv

Fakt ist doch, dass durch die Verschärfungen der Nachweisführung Landwirte eher davon abgehalten werden, organische Düngemittel aufzunehmen, als zu einer Entlastung der Situation beizutragen. Kleinerzeuger ohne Viehhaltung können sich bei uns Nährstoffbilanz und -bedarfsrechnung dann einsparen, wenn sie keinen organischen Dünger aufnehmen. Also machen sie das auch nicht, und düngen mineralisch, so viel sie wollen.

von Peter Konrath

Kumuneal Abwasserkanäle

Was ist mit dem Kumunalenabwasserkanäle! Ob diese teils 100 Jahre alten Kanäle noch dicht sind? Bei uns in den Mittelgebirgslagen liegen diese Sammlerleitungen in unmittelbarer nähe an Bachläufen und kreuzen diese! Bei starken Regen kommt die "Brühe" aus den Kontrollschächten und verseuchen den Boden!

von Wilhelm Grimm

"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten".

Diese Bundesregierung tut es und schwärzt alle deutschen Landwirte an! Das kann doch eine Pfarrerstochter nicht auf sich sitzen lassen !

von Willy Toft

10 mal so hoch, ist die Messstellendichte in unseren Nachbar- Ländern!

Vor 2016 hatten wir nur 162 Messstellen, jetzt angeblich 700, von über 11.000 schon mal eingerichteten Messstellen in Deutschland. Eine N- Reduzierung in natürlich belasteten Grundwasserkörpern, ist praktisch nicht machbar, oder nur über mehrere Jahrzehnte nachweisbar. Bei Meldung aller Messstellen, würde sich die Situation durchschnittlich deutlich besser darstellen! Andere Länder machen es uns vor. Weil hier über Jahre die Situation, nur belastete Messstellen zu melden, so entstanden, sind wir jetzt aufgefordert, die DüV. so anzupassen, das wir unsere Flächen aushungern sollen!

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