Hohe Düngerpreise

Finnischer Bauernverband fordert Abbau von Importhürden für Drittlandsware

Die hohen Gewinne der Düngerhersteller lösen immer mehr Kritik aus. Der finnische Bauernverband fordert nun den Abbau von Zöllen auf Düngerimporte, um das Angebot in der EU auszuweiten.

Der Vorsitzende des finnischen Bauernverbandes (MTK), Juha Marttila, wirft Düngemittelherstellern vor, die aktuelle Angebotssituation zu Lasten der Landwirte auszunutzen und fordert deshalb politische Eingriffe in den Markt. Wie Marttila gegenüber dem Fachmagazin „Maaseuduun Tulevaisuus“ erklärte, sind nach seinem Dafürhalten beispielsweise die extrem hohen Gewinnsprünge von Yara im ersten Quartal 2022 ein „klares Indiz“ für eine zu große „Preissetzungsmacht“ des Düngemittelkonzerns und ein allgemeines Marktversagen. Auch die deutsche K+S Aktiengesellschaft hebt die Ergebnis-Prognose für das Geschäftsjahr 2022 deutlich an.

EU-Kommission soll Zölle aussetzen

Marttila rief vor diesem Hintergrund die EU-Kommission auf, zu prüfen, wie man das Angebot am Düngermarkt ausweiten könnte und ob Entlastungen für die europäischen Bauern möglich wären. Er schlägt hierzu beispielsweise vor, eventuelle Importhemmnisse für Drittlandsanbieter von Düngemitteln wie Marokko abzubauen.

Hohe Gewinne im Fokus der Politik

Die hohen Gewinne der Düngerhersteller rücken immer stärker in den Fokus von Landwirten und der Politik. Jüngst hatten einige Mitglieder des Agrarausschusses im Europaparlament den Düngemittelherstellern vorgeworfen, den Ukraine-Krieg auszunutzen.

Finnischer Bauernpräsident: Konzerne handeln nicht verantwortlich

Für den MTK-Vorsitzenden ist es kaum mit einer sonst oft zitierten „Corporate Responsibility“ vereinbar, wenn Konzerne in einer Zeit der Ernährungskrisen und explodierender Produktionskosten die eigenen Gewinnspannen so ausnutzen. Ihm zufolge hätte Yara bei den Abgabepreisen durchaus noch Spielraum nach unten gehabt.

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