Fipronil-Folgen: Teurere Eier und Unklarheit

Der Fipronil-Skandal aus dem Sommer 2017 sorgt im neuen Jahr für höhere Eierpreise. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) verteuern sich die Eier an der Ladentheke je nach Haltungsform um ein bis zwei Cent das Stück.

Die Verbraucherpreise für Eier steigen um 1 bis 2 Cent je Ei. (Bildquelle: Archiv)

Der Fipronil-Skandal aus dem Sommer 2017 sorgt im neuen Jahr für höhere Eierpreise. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) verteuern sich die Eier an der Ladentheke je nach Haltungsform um ein bis zwei Cent das Stück. Wie viele verseuchte Eier vor rund einem halben Jahr in den Umlauf gekommen sind, ist bis heute nicht geklärt.
 
Aldi Nord und Aldi Süd bestätigten vergangene Woche auf dpa-Anfrage die Anhebung der Eierpreise. Auch ein Rewe-Sprecher sagte: „Leider müssen wir sowohl bei Rewe als auch bei Penny dem Beispiel des Wettbewerbs folgen und die Steigerung an die Kunden weiterreichen“.

Aufgrund des Fipronil-Skandals mussten im vergangen Jahr Millionen Tiere getötet und Eier entsorgt werden. In den Niederlanden werden daher zurzeit weniger Eier produziert: Die Tiere müssten erst einmal nachwachsen, erklärt die Sprecherin vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft auf Anfrage des Bayrisches Rundfunks (BR). Da Deutschland etwa 30 Prozent seiner Eier aus dem Ausland bezieht und die Niederlande das wichtigste Importland darstellt, stehen zurzeit auch auf dem deutschen Markt weniger Eier zur Verfügung.

Anzahl belasteter Eier unklar

Wie viele verseuchte Eier im Sommer nach Deutschland importiert wurden, ist nach wie vor unklar. Von mindestens zehn Millionen belasteten Eiern aus den Niederlanden in Deutschland sprach im August noch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Auf eine aktuelle Anfrage des Bayerischen Rundfunk hieß es nun, dass dem Bundesamt keine Zahl bekannt sei. Das liege zum einen daran, dass die Zahl der belasteten Eier nicht über die gemeldeten Fälle im Europäischen Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel berechnet werden könne. Denn hierbei sei nicht auszuschließen, dass einzelne Fälle doppelt erfasst worden sind. Zudem sind in den Niederlanden zunächst Ställe vorsorglich gesperrt worden, die letzten Endes nicht mit Insektizid belastet gewesen seien.

Sämtliche kontaminierte Eier wurden innerhalb kurzer Zeit vom Markt genommen. Trotzdem könnten laut Verbraucherzentrale noch fipronilhaltige Eier in Lebensmitteln mit langer Haltbarkeit enthalten sein, so zum Beispiel in Nudeln. Da die Eier aber verdünnt als Zutat verwendet würden, sei eine gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher unwahrscheinlich, berichtete der BR.

 
 
 
 

Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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