Fleischproduktion

Fleischproduktion verbraucht weniger Getreide als bisher angenommen

Die Studie der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen „Livestock: On our plates or eating at our table?“ schlägt Wellen - die Fleischproduktion verbraucht ca. 30% der globalen Getreideernte

Laut der FAO-Studie „Livestock: On our plates or eating at our table?" verbraucht die Fleischproduktion weit weniger Getreide als bisher angenommen. Sie macht demnach rund 30 % der globalen Getreideernte aus. Dagegen seien 86 % aller Futtermittel für die Tierhaltung, wie etwa Ernte-Reste und Nebenprodukte, nicht für den Menschen zum Verzehr geeinigt. Außerdem verwerteten die Nutztiere, insbesondere die Wiederkäuer, große Flächen an Weiden, auf denen nur Grünfutter wachse und die sich ansonsten nicht zur Erzeugung von Lebensmitteln verwenden ließen.

Wie die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen erklärt, beweiden Nutztiere insgesamt rund 2 Mrd ha Grünland weltweit, wovon etwa 700 Mio ha als Ackerland genutzt werden könnten. Als weiteren Punkt führen die Autoren die Düngeleistung der Tiere an. Eine Konkurrenzsituation gibt es nach Meinung der FAO nicht.

Darüber hinaus sichere die Viehhaltung in vielen ländlichen Gebieten das Einkommen für mehr als 500 Millionen Menschen. Wenn die Ernterückstände und Nebenprodukte nicht durch das Vieh verzehrt würden, könnten sie zudem schnell zu einer Umweltbelastung werden. Weiterhin zeigt die Studie Unterschiede zwischen Produktionssystemen und Arten auf. Beispielsweise benötige ein Rind nur 0,6 kg Protein aus essbarem Futter, um 1 kg Protein in Milch und Fleisch umzuwandeln, welches von höherer Ernährungsqualität sei.

Im Durchschnitt würden 3 kg Getreide zur Herstellung von 1 kg Fleisch auf globaler Ebene benötigt, im Einzelnen 2,8 kg bei Wiederkäuern und 3,2 kg bei den Nutztieren ohne Wiederkäuermägen. Die FAO widerspricht mit der Studie früheren Analysen, wonach zwischen 6 kg und 20 kg Futter benötigten würden, um 1 kg Rindfleisch zu erzeugen.

In einer früheren Version aus dem Oktober 2017 hatte der Pressedienst AgE unter der Überschrift „FAO-Studie: Tiere sind keine Nahrungsmittelkonkurrenz für Menschen“ (AgE 43/17, Länderberichte 10) eine falsche Zahl genannt. Dort hieß es: Den Studienergebnissen zufolge verbraucht die Fleischproduktion weit weniger Getreide als bisher angenommen. Sie macht demnach nur 13 % der globalen Getreideernte aus. Das ist falsch. Tatsächlich beträgt der Anteil an Getreide, der verfüttert wird, mehr als 30 %. Hierdurch relativiert sich auch das in der ursprünglichen Überschrift gezogene Resümee, wonach Tiere keine Nahrungsmittelkonkurrenz für den Menschen seien", so AgE.