Fleischsteuer

Borchert-Kommission präsentiert Masterplan zum Umbau der Tierhaltung Premium

Die Borchert-Kommission empfiehlt einen grundlegenden, langfristigen Umbau zu mehr Tierwohl und Umweltschutz. Dieser würde Milliarden kosten. Lesen Sie hier exklusiv und vorab alle Details!

Noch handelt es sich um Vorschläge, aber sie beinhalten die Sprengkraft, dass in der deutschen Nutztierhaltung kein Stein auf dem anderen bleiben könnte. Geht es nach dem Kompetenznetzwerk für Nutztierhaltung, das in diesen Tagen seinen Bericht an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner überreicht, dann ist die Tierhaltung in ihrer jetzigen Form nicht mehr zukunftsfähig. Die vom ehemaligen Landwirtschaftsminister Jochen Borchert (CDU) geleitete Kommission aus Branchenexperten macht insbesondere drei Herausforderungen aus:

  • Die teilweise starke regionale Konzentration der Tierhaltung, die zu hohen Nährstoffausträgen in die Umwelt führt.

  • Der höhere Ressourcenverbrauch und die Treibhausgasemissionen, die im Zuge einer fleischreichen Ernährung zu Buche schlagen.

  • Die veränderte Einstellung der Gesellschaft zum Tier und die damit verbundene Kritik an der Tierhaltung. Im Bereich der Haltungsverfahren stehen Vollspaltenböden bei Schweinen und Mastbullen genau so in der Kritik wie die Anbindehaltung bei Kühen und die Fixierung von Sauen im Kastenstand. Auch nicht-kurative Eingriffe wie die betäubungslose Ferkelkastration, das Kupieren von Schnäbeln bei Geflügel und das Veröden der Hörner bei Rindern hält die...

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Die Redaktion empfiehlt

Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung hat seine Vorschläge für eine zukunftsfähige Tierhaltung beschlossen. Durch eine Fleischsteuer sollen die Milliardenkosten für den Umbau finanziert werden.

Borchert-Kommission/Fleischsteuer

Tierwohlabgabe: Zeit, sich zu entscheiden

vor von Matthias Schulze Steinmann

Zur Vorstellung der Ergebnisse der Borchert-Kommission zwecks Fleischsteuer bzw. Tierwohlabgabe lesen Sie einen Kommentar von top agrar-Chefredakteur Matthias Schulze Steinmann.

Der Bauernverband Brandenburg hält den Vorschlag für eine Tierwohl-Steuer für richtig. Lob kommt auch vom ZDG, die Stufe 1 der ITW müsse nur jetzt ins staatl. Tierwohlkennzeichen integriert...


Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Viele Köche verderben die Landwirtschaft.

Wer will denn jetzt noch investieren ? Oder hat die Regierung nur ein dämliches Ablenkungsmanöver gestartet ? Da wird als Argument wieder einmal die gesellschaftliche Akzeptanz bemüht, genauso wie bei den Demokratie zerstörenden Volksbefragungen, die auch von den landwirtschaftlich Bildungsfernen instrumentalisiert werden. So geht das nicht mehr weiter mit der Vernichtung der Landwirtschaft. Gerade die kleinen und mittleren Betriebe sind auf die Tierhaltung zwingend angewiesen.

von Bernd Rüsseler

Die Ideen dieser Kommission haben zur Voraussetzung, daß die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen weiterhin Bestand haben. Wie wahrscheinlich ist das angesichts der schon jetzt überall sichtbaren Verwerfungen ? Was sind diese Ideen also wert ?

von Kurt Brauchle

2025

Bis 2025 werden wen alles so, oder noch schlimmer kommt wie mit DVO, Agrarpaket, zig Stratgien usw. vorgesehen nur noch wenige Betriebe da sein die damit beglückt werden. Viele Tierärzte, Monteure usw. die hautnah an den Betrieben sind teilen diese Einschätzung da sie die Stimmungslage unmittelbar kommuniziert bekommen.

von Reiner Matthes

Improvac

Es wäre sinnvoller den Unfug Improvac & Co zu verbieten. Ebenso wie Gentechnik handelt es sich dabei nur um eine Gelddruckmaschine für die Hersteller. Aber da hört man nichts davon. Kein Wunder, Pfizer sponsort ja auch die Kampangen der NGOs gegen die bösen kastrierenden Bauern.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Brüssel

Ich bin der Meinung, dass die EU ähnliche Richtlinien schon bald in ihre Agenda aufnimmt und in ganz Europa, außer GB, umsetzt. Was dann an Lebensmittelproduktion wegbricht wird durch Importe aufgefangen.

von Bernhard ter Veen

je länger

solche "(Möchtegern)Experten" studiert haben und der Politik in den Allerwertesten gekrochen sind, desto Mehr schwachsinniger Blödsinn wird von Ihnen zum Besten gegeben. ...muss ja auch. sonst könnt der Otto-Normal Bürger ja auf den Gedanken kommen, dass man solche "Bullshit-Job-Experten" lieber mit Schaufel und Besen durch die Dörfer schicken sollte zum Reinigen. dann hätte deren tun wenigstens EINEN SINN... AKADEMIKER Deutschland - --- Traurig aber Wahr !

von Gerhard Steffek

Experten-Kommission

ich würde eher sagen: "Diese Zauberlehrlinge" wissen nicht mehr weiter und sich zu helfen. Dann kommen als erstes mal dumme Sprüche und um so dümmere Vorschläge. Die Geister, die ich rief, mit denen fahre ich schnurstracks an die Wand...

von Gerhard Steffek

"Finanzierungsstrategie für die entstehenden Mehrkosten" -

wieder mal so eine schöne Umschreibung für anscheinend mehr Förderung. Nur wenn man dann gleichzeitig von "Akzeptanzproblemen" in der Bevölkerung spricht, dann sollte man nicht übersehen, daß diese Probleme auch aufgrund der überbordenden Förderungen auftreten. Was bekommt man als Landwirt als erstes zu hören? "Ihr bekommt doch eh soviel nachgeschmissen", ist hier noch friedlich. Da wollen die Herrschaften schon wieder mit noch mehr Geld kommen? Wie wollen diese "Herrschaften" das dem Bürger erklären, die "Akzeptanz" dieser Ausgaben sicherstellen? Der Karren steckt hier nicht nur bis zu den Achsen im Dreck...

von Rudolf Rößle

2025

staatliches verpflichtendes Tierwohl wir das Datum sein, wo der erste Strukturbruch abgeschlossen sein wird. Danach werden die Daumenschrauben noch mal angezogen und ob ein solches Tierwohl in der gesamten EU kommt, muss die Deutsche Ratspräsidentschaft dieses Jahr beschließen. Sonst werden die Tierwohlländer wieder bluten müssen und sich mit Labels bewerfen.

von Gerhard Steffek

"Experten" -

Alleine wenn ich schon lese "niedrige Nutzungsdauer" der Milchkuh, dann weiß ich, daß ich diese "Experten" ohne zu zögern in die Tonne treten kann. Am Besten nochmals nachtreten, damit wirklich Ruhe ist im Karton. Wenn ich schon mal nicht weiß, daß diese "niedrige Nutzungsdauer" der Remontierungsrate von 30 % geschuldet ist, dann ist dieser Experte mir keinen Cent wert. Denn gemäß dieser Rate geht halt im Schnitt jede Kuh nach drei Jahren aus dem Stall und zum Metzger. Wie gesagt, im Schnitt, die eine somit eher, die andere später, vielleicht sogar erst nach 10 Jahren. Abgesehen davon, geht bei jeder Milchkuh im Grunde genommen jedes Jahr!!!!! ein Leben über den Tisch. Entweder die Kuh oder das Kalb. Denn schließlich bekommt ja die Kuh jedes Jahr ihren Nachwuchs. Aber wenn schon so ein Experte das nicht weiß, wie soll dies der städtische 08/15-Bürger im Kopf haben. Beim 08/15-Bürger mag so etwas noch ein bißchen verständlich sein, aber bei einem Experten??? Der stellt sich damit für mich selber ins Abseits. Entweder ist es dann sein Unwissen oder seine Unfähigkeit die Sachlage richtig zu kommunizieren. Beides ist nicht zu gebrauchen, beides ist für die Tonne.

von Christian Bothe

Umbau?

Eigentlich sollte es Borchert besser wissen, was sich seit seinem Ausscheiden als Minister in der deutschen LW alles nachhaltig geändert hat!Was soll da dieses Gehabe um ein neues Tierwohl etc. Schade um die Zeit, die man beim Lesen der „Argumente“vergeudet, abgesehen von den Kosten wie mein Mitkommentator gerade sagte...Kann man die Landwirte nicht einmal in Ruhe ihr Tagwerk vollbringen lassen? Arme deutsche LW!

von Andreas Christ

schade um jede Mark

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