Nach Agrarpaket-Beschluss

Gartenbauverband lehnt pauschale Verbote für Pflanzenschutz ab

Das im Zuge des Aktionsprogramms Insektenschutz beschlossene Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten ist aus Sicht des Gartenbaus nicht akzeptabel. So würde die Produktion abwandern.

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) zeigt sich enttäuscht über das am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz. Der Verband kritisiert insbesondere die pauschale Ablehnung von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten und warnt vor einer Abwanderung der Produktion.

„Pflanzenschutzmittel sind nicht die alleinigen Treiber für den Insektenrückgang“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Dementsprechend ist das Verbot auch nicht das Allheilmittel. Stattdessen braucht es ein Zusammenspiel unterschiedlicher Maßnahmen, um dem Insektenrückgang zu begegnen. „Dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Biodiversität zu erhalten und zu fördern, steht außer Frage“, unterstreicht Mertz. Es braucht aber ein sinnvolles Zusammenspiel an Maßnahmen.

Notwendig ist seiner Meinung nach zudem, den integrierten Pflanzenschutz weiterzuentwickeln, mit dessen Kombination aus biologischen, pflanzenzüchterischen sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel möglichst gering gehalten werden soll.

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen im Obstbau zeigten zudem bereits jetzt, wie hoch die Biodiversität bei konventioneller Bewirtschaftung ist, so der Verband in einer Mitteilung.

Die Ausweisung von sogenannten Refugialflächen lehnt der ZVG weiterhin ab. Die Benennung von Rückzugsflächen als Ausgleich für biodiversitätsschädigende Herbizide und Insektizide sieht der Zentralverband als nicht zielführend an, zumal bereits im Zulassungsprozess solche Auswirkungen geprüft und die Anwender beim Einsatz nach guter fachlicher Praxis diesen Grundvoraussetzungen gerecht werden.

Letztlich warnt Mertz vor einem Strukturbruch im deutschen Gartenbau und einer Verlagerung der Produktion von Obst, Gemüse, Zierpflanzen und Gehölzen ins europäische oder nichteuropäische Ausland, wo geringere Anforderungen gelten. So würden Produkte importiert und Umweltprobleme exportiert.

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Diskussionen zum Artikel

von Diedrich Stroman

Super

Kommentar von Gerhardt Steffek kann man voll unterstützen, die gelbe Gefahr ist real, und die Kanzlerin ist gerade mit ihren Bossen in China und redet sicher nicht über Schweine oder Hähnchen Fleisch! Ein Einwand, KUKA haben Chinesen einverleibt! Wenn die neue Seidenstrasse fertig ist ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Produkte importiert und Umweltprobleme exportiert!!!

Das machen wir doch eh schon die ganze Zeit! Früher hies das so elegant "China, die Werkbank Europas!" Letztlich wird uns das noch ganz gewaltig teuer kommen. Die Chinesen sind ja auch nicht blöd. Ware es noch nie und jetzt erst recht nicht. Sie werden uns noch gewaltig den Rang ... mehr anzeigen

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