Geldforderung zur Dürre2018: Nicht hilfreich! Premium

Seit Tagen nehmen die Publikumsmedien die vermeintlich maßlosen Bauern aufs Korn, die angesichts der Dürre nichts Besseres zu tun haben, als Milliardenschwere Forderungen zu stellen. Nur zur Klarstellung: Eine solche Forderung hat DBV-Präsident Joachim Rukwied nicht gestellt.

Ein Kommentar von top agrar-Chefredakteur Dr. Ludger Schulze Pals   Seit Tagen nehmen die Publikumsmedien die vermeintlich maßlosen Bauern aufs Korn, die angesichts der Dürre nichts Besseres zu tun haben, als Milliardenschwere Forderungen zu stellen. Nur zur Klarstellung: Eine solche Forderung hat DBV-Präsident Joachim Rukwied nicht gestellt. Der Funke-Mediengruppe sagte er im Interview: „Eine Milliarde Euro wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen." Das ist im Ton völlig OK. Und die Mitglieder des Bauernverbandes erwarten auch zurecht, dass sich ihr Präsident für sie einsetzt.     Dennoch war der Wunsch in dieser Form nicht hilfreich, denn er hat die zunächst vorhandene positive Grundstimmung, dass man den Bauern bei der Bewältigung der Dürrefolgen helfen müsse, zum Teil ins Gegenteil verkehrt. Wer einen Wunsch nach schnellen finanziellen Hilfen vorträgt, muss erstens wissen, welches Ausmaß die Schäden und Ausfälle haben. Er muss zweitens belegen können, welche Betriebe wo und in welchem Ausmaß besonders betroffen sind. Und er muss drittens einen Vorschlag unterbreiten, welche Hilfsmaßnahmen notwendig sind und wem wie geholfen werden muss.   Zu ...

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Dr. Ludger Schulze Pals

Chefredakteur top agrar

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernhard Randler

Bauern und die Griechen

Schuldenschnitt für Milchbauern? Diese stehen bei uns wirtschaftlich am Besten da zahlen die höchsten Pachtpreise und sind eigenmechanisiert bis an die Zähne. Da gibt es auch noch andere Betriebszweige in der Landwirtschaft!! Ich weiß nicht wie oft ich es noch sagen soll : Subventionen sofort abschaffen. Die Bauern sollen endlich wie Unternehmer agieren und auch risikobewusst wirtschaften. Dazu gehört auch Fröste Hitze und Regenwetter einzukalkulieren. Bei vielen scheint aber Gier Hirn zu fressen. Wenn es freie Flächen gibt, gibts kein halten mehr und nichts lässt meinen Traktor schneller altern als der neue meines Nachbarn. Mfg

von Matthias Zahn

Mehr Weitblick bitte!

Herr Ruckwied wollte, meiner Meinung nach, vor dem Gespräch mit Frau Klöckner einen Pflock einrammen, damit schon mal eine Summe im Raum steht um die sich dann die Verhandlung dreht. Verhandlungstechnisch nicht falsch. Leider hat er die Rechnung ohne die öffentliche kritische Betrachtung der Landwirtschaft und dem Einsatz öffentlicher Gelder gemacht. Und dass fällt uns allen derzeit gewaltig auf die Füße. Da hat die PR Abteilung entweder geschlafen, oder Ruckwied hat erst gar nicht gefragt. So oder so ungünstig. Über die Aufzählungen von Herrn Schulze-Pals kann ich wieder mal nur den Kopf schütteln. Wieviele Liquiditätsdarlehen sollen die Milchbauern denn noch aufnehmen? Wenn das so weiter geht, brauchen die Milchbauern einen Schuldenschnitt genauso wie die Griechen. Des weiteren vermisse ich in der Aufzählung wieder mal einen Marktwirtschaftlichen Ansatz. Deshalb meine Bitte an beide Herren, wir Milchbauern brauchen DRINGEND Vertreter und Konzepte mit mehr Weitblick!

von Henrik Plaas-Beisemann

@Harald Finzel

Retweeten eines Tweets stellt nicht zwingend die Meinung des Retweetenden da. Es ist eher eine Lese-Empfehlung für die eigenen Follower. Wenn die Meinung deutlich abweicht kann man den Tweet kommentieren, große Erklärungen sind da nicht möglich, oder es liest nur eine extrem kleine Gruppe, die dann eher einer Privatunterhaltung gleichen. Deshalb glaube ich nicht, das ein Retweet des Pressesprechers die Ursache darstellt.

von Harald Finzel

Auf eine Erklärung, warum es eine Milliarde sein soll, warte auch ich noch immer vergeblich...

Was die wundersame Wandlung von "wäre wünschenswert" zu "fordert" angeht, bin ich ganz bei Ihnen, Herr Schulze Pals. Das ist mir zunächst auch übel aufgestoßen. Bis ich auf diesen Tweet von Axel Finkenwirth stieß, der so ziemlich das Erste war, was zu dem Thema von DBV-Seite veröffentlicht wurde: https://twitter.com/axelfi/status/1023818319760113669 Ich interpretiere diese unkommentierte Verlinkung eines Artikels "Bauernverband fordert eine Milliarde Euro wegen Ernteausfällen" durch den Pressesprecher des DBV so, dass Finkenwirth sich und der DBV-Führung die Forderung(!) zu eigen machte. --- Ich rechne Herrn Rukwied aber hoch an, dass er durch das in-den-Ring-werfen der Milliarde überhaupt das Thema "Dürre in der Landwirtschaft" in die Medien gebracht hat. Voher war keinerlei öffentliches Interesse vorhanden; mittlerweile gibt es doch den einige Artikel, die sich dem Thema differenziert nähern. Leider hat der DBV versäumt, daraus eine "Story" zu machen, mit der man das Image der Bauern nachhaltig aufbessern könnte. So konnten Grüne und NGOs auch dieses Thema für ihre Zwecke kapern. Und in diesem Fall noch dazu die Versicherungswirtschaft. Letztendlich war die Vorgehensweise des DBV einmal mehr stümperhaft.

von Wilhelm Grimm

Im Ton sei Rukwied OK gewesen, sagt Dr.Schulze-Pahls, aber in dieser Form nicht hilfreich.

Er hätte dann auch gleich detailliert das Ausmaß der Schäden und die Ausfälle sowie die einzelbetriebliche Betroffenheit benennen müssen. und er hätte einen Vorschlag unterbreiten müssen, welche Hilfsmaßnahmen notwendig seien und wem wie geholfen werden müsse. Unrealistische Mäkelei, kann ich dazu nur sagen. Auch bei Bauer Willi, den ich hier zum ersten mal kritisch hinterfrage, klang das so ähnlich. Auch die schlimme Wirkung auf das Image der Landwirtschaft halte ich für völlig falsch. VW und all die vielen Hendricks lachen sich über so viel Bedenkenträgerei doch kaputt. Da wird zur Erreichung eines Zieles mit ganz anderen Bandagen und unerlaubten Mitteln gekämpft. Im übrigen bin ich auch wie das Lüneburger Landvolk dar Meinung, dass die angedachten Entschädigungszahlungen nicht nur wegen der ausufernden Bürokratie nicht das gelbe vom Ei sind. ich befürworte sie in dieser Notlage trotzdem. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist viel entscheidender. Daran müssen wir weiter mit viel Leidenschaft und noch mehr Geschick arbeiten. Denn wenn ich an die notwendige künftige agrarpolitische Weichenstellung bei CDU/CSU und SPD denke, wird mir ganz schlecht. Neben den sogenannten Agrarstrategien müssen wir besonders um Pflanzenschutz, Düngung, Tierhaltung und vieles mehr kämpfen. Dafür brauchen wir große Einigkeit, die augenblicklich nicht ausreichend ist.

von Wilhelm Grimm

Ungerecht ist die Welt .

Wenn Rukwied nicht die Öffentlichkeit mobilisiert hätte und nichts gefordert hätte, hätten wir Bauern ihn nicht nur an den Pranger gestellt sondern ihm und dem DBV Versagen vorgeworfen. Auch topagrar wäre dabei gewesen. Da bin ich mir sehr sicher.

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Herr Mohrmann

Der Preis ist aber nur für den gestiegen der Weizen zum verkaufen hat. Der DBV setzt sich aber auch für die ein die auf Grund der Dürre auser Kosten nichts haben. Und wenn ich so auch bei uns im Süden durch die Lande fahre und die vielen braunen Wiesen z. B. im Odenwald oder die jetzt schon teilweise dürren Maisäcker im Rheintal sehe, sind das nicht wenige.

von Gerhard Steffek

Lebensmittelhandel und Solidarität?

Herr Schulze Pals wenn sie jetzt den LEH zu Aktionen aufrufen, dieser solle sich solidarisch zeigen, dann besteht aber sehr schnell die Gefahr das dies nur ausgenutzt wird. Außerdem betrachte ich solche Aktionen als scheinheiliges Getue. NETTO hat, wenn ich es richtig gesehen habe, dies schon aufgegriffen. Die wirkliche und langfristige Solidarität wäre aber, daß der LEH der Landwirtschaft das ganze Jahr über vernünftige Preise bezahlen und nicht nur großzügig auf Almosenspendenaktionen sein Gönnertum zur Schau stellen würde. Den Landwirten ist langfristig nur dann geholfen wenn sie grundsätzlich statt einem windigen Kanten trockenes Brot ihr redlich verdientes Butter-, bzw. Wurstbrot bekommen würden - vom Braten ganz zu schweigen.

von Wilhelm Grimm

Die Publikumsmedie nehmen uns erst aufs Korn,

nachdem wir uns selbst in Frage stellen. Ein dummer und lächerlicher Streit. Topagrar mischt heftig mit. Schade, Chance verspielt.

von Gerd Uken

Das es in den Medien auch anders geht...

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Ernteausfaelle-Kritik-an-Hilfsplaenen,nordmagazin54430.html Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Wenn der Einheitsverband das fordern würde stellt er sich ja selbst in Frage mit wachsen oder weichen denn wo ist die Not wohl z.Zt.am größten? Medienwirksam in Schale schmeißen könnte der Präsident doch immer gut warum gibt’s jetzt kein Dementi -anstatt dessen bringt der BVON sich jetzt in Position Und noch eins die größten Probleme haben uns die Nässe vom Herbst 2017 bereitet und das nasse Frühjahr 2018 dazu kommt jetzt erst diese lange Trockenheit. So sieht es jedenfalls an der Küste aus. Nie in meinem Leben hab ich drei verschiedene Kulturarten auf einem Schlag hier gesehen- das bereitet jetzt Probleme mit der Folgefrucht.

von Karl-Heinz Mohrmann

Der Weizenpreis ist 40% gestiegen. Das ist eine große Hilfe für Ackerbaubetriebe. Der Schweinepreis und der Milchpreis müssen nachziehen. Das Geld muss über unseren Erlös kommen und nicht übers betteln. Hier kann sich der DBV endlich einbringen..

von Thomas Eichler

Rukwied braucht nichts klarstellen.

Er wollte 1 Milliarde und damit basta. Verluste externaliseren und der Gesellschaft aufdrücken, Gewinne bleiben aber auf den Höfen. So eine Landwirtschaft braucht Deutschland nicht unbedingt. Tatsächlich solte man den Gedanken einer europaweiten Dürreversicherung weiterverfolgen. Auf der Basis wären die Versicherungsbeiträge auch erschwinglich, bzw. könnte in die Versicherung auch der Staat einen Teil einzahlen.

von Karl-Heinz Mohrmann

Der DBV will außerlandwirtschaftlichen großbetrieben aller Rethmann Steinhoff Fielmann usw. auch Dürrehilfe zukommen lassen. Für die dritte Villa auf Mallorca. Das kann man und anscheinend auch der DBV keinem Steuerzahler erklären.

von Forst Genossenschaft Hardegsen

Hilfreich, unterstützenswert und stolz geht anders!

Auch wenn Rukwied die eine Milliarde nicht direkt gefordert haben will, es geht nicht darum was gesagt wurde, sondern was bei dem Gegenüber ankommt und dann in den Medien breit getreten wird. Als oberster Repräsentant des Bauernverbandes sollte Rukwied genug Medienprofi sein, um darum zu wissen und seine Äußerungen so weit im Griff zu haben, dass es keine PR-Katastrophe wie im aktuellen Fall geben darf. Scheinbar ist er da falsch an dem Platz! Warum ist der DBV eigentlich jetzt auf absoluter Tauchstation, auch gegenüber den Mitgliedern? Die DBV-Funktionäre sind mit ihren vielen Aufsichtsratposten und Ämtern in der Vor- und Nachgelagerten Industrie und bei Banken und Versicherungen Teil des Systems und somit auch Teil des Problems. Die haben überall ihre Finger drin und können / dürfen nichts fordern was diesen Bereichen Nachteile bringt, sonst sind sie ihren lukrativen Posten wieder los, bzw. die assoziierten DBV-Mitglieder aus diesem Bereich lassen dann auch ihre Muskeln im DBV spielen. Deshalb werden nach außen immer nur Staatsknete und vergünstigte Rentenbankdarlehen gefordert und nix anderes, was den Bauern mehr und langfristiger helfen würde. Der Vor- und Nachgelagerte Bereich ist immer fein raus, die Bauern tragen das ganze Markt- und Wetterrisiko und den DBV-Funktionären geht es blendend. Wer dann noch immer meint wir brauchen mehr Selbstbewusstsein, ja, das stimmt, aber dann bitte an der richtigen Stelle. Wo diese ist haben der BVNON, die AbL, der BDM und der Bauernbund jüngst aufgezeigt und der DBV verkrümelt sich beleidigt und glänzt durch Abwesenheit in der Debatte. Der "Einheitsverband" ist in seiner Außen- und Innenwirkung aktuell schon eine Lachnummer und richtet, wenn er was sagt, mehr Schaden als Nutzen an!

von Bernd Müller

Herr Grimm

...dem ist nichts hinzuzufügen. Gebe Ihnen vollkommen recht.

von Wilhelm Grimm

Doch hilfreich !!!!

Macht euch doch nicht wieder ins eigene Hemd. Etwas mehr Selbstbewusstsein bitte. Eine Richtung musste doch in den Raum gestellt werden, auch eine angedachte Größenordnung. Wenn wir aber- mutlos wie immer- agieren, kann das nichts werden. Schade. Es wollen zu viele Schlaumeier mitreden Einige haben anscheinend Lust, den Einheitsverband in Frage zu stellen. Vielleicht haben diese ja selbst Lust. Aber bitte nicht in der Öffentlichkeit.

von Jost Loehden

Ca. 25% Emission aus der Landwirtschaft

aber 100% der Lebensmittel wo kommen die denn her? Es ist eine Selbstverständlichkeit das die Discounter immer voll sind... Hat schon einmal einer ausgerechnet wieviel Emission im Luftfahrt Tourismus produziert wird? Ach schade dieses Thema darf nicht aufgegriffen werden....

von Ottmar Ilchmann

Wessen Interessen werden vertreten?

Mehrkosten und Mindererlöse müssen durch Anhebung unserer Erzeugerpreise ausgeglichen werden. Jede andere Branche würde es so machen. Dafür sollte sich der Bauernverband stark machen, zusammen mit seinen zum großen Teil genossenschaftlichen "Partnern" bei der abnehmenden Hand. Dann würden wir auch keine staatlichen Hilfen benötigen. Aber hier herrscht leider Funkstille.

von Gerd Schuette

Der Umgang mit dieser extremen Wettersituation und den daraus resultierenden Problemen zeigt genau wie bei Marktkrisen, daß EU, Bundesregierung und die großen Verbände auf extreme Situationen nicht vorbereitet sind. Statt aktiv zu handeln werden endlose Diskussionen geführt. Statt Probleme kurzfristig anzugehen und ihre Auswirkungen abzufedern, werden Schuldzuweisungen getätigt und die Probleme verwaltet. Von dem unrühmlichen Versuch die Not der Betroffenen politisch auszunutzen mal ganz abgesehen. ist bisher recht wenig passiert.

von Albert Maier

Nicht hilfreich ....

.... ist dehr diplomatisch ausgedrückt. Fakt ist, dass die DBV-Kommunikation eine einzige Katastrophe ist!!

von Gerd Uken

Herr Schulze Pahls

EInes wird immer vergessen den Marktzugang und unsere PREISE! Was nütz es uns wenn wir nur abliefern und der Abnehmer. DEn Preis bestimmt ich selber aber gar nicht mitreden kann? Aldi u. Lidl mal kurz den Preis senken um ihn nachher wieder anheben zu können und als Wohltäter der Branche da zu stehen!!! Da läuft ganz gewaltig was schief - und auch wenn Herr Ruckwied das nur gewünscht hat , es war eine Steilvorlage um uns Bauern wieder als Bittsteller dastehen zu lassen......

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