Anhörungen im EU-Parlament

Green Deal: Nachhaltige Lebensmittel zu produzieren ist das Ziel

Es komme darauf an, die Einkommen der Landwirte zu síchern und gleichzeitig nachhaltige Lebensmittel zu produzieren. Frans Timmermans erklärte seine Vision vom Green Deal

Die Green Deal -Strategie der neuen Von der Leyen Kommission soll die europäische Landwirtschaft nicht überfordern. Dies unterstrich der designierte 1. Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans am Dienstagabend bei der Anhörung im Europäischen Parlament (EP).

„Die Landwirtschaftspolitik von Phil Hogan zeigt den richtigen Weg auf, wie wir in Zukunft nachhaltige Lebensmittel produzieren können. Aber sicher ist auch, dass wir keine nachhaltige Umwelt- und Klimapolitik ohne die Landwirtschaft erreichen können. Ohne die Landwirte werden wir dafür keine Lösungen haben“, sagte der Niederländer.

Die GAP-Vorschläge, die jetzt auf dem Tisch liegen, zeigten Lösungen für die Zukunft auf. Es müssten die Fragen beantwortet werden, wie es künftig gelingen kann, nachhaltige Lebensmittel zu produzieren. „Da müssen wir Antworten geben, mit wie viel Düngemitteln, wie viel Pestizid-Eintrag wir brauchen und wie viel Eiweiß-Tierfutter wir selbst in Europa produzieren können.“

Timmermanns will in den ersten 100 Tagen EU-Klimagesetz vorlegen

Frans Timmermans machte gegenüber den EU-Abgeordneten deutlich, dass es darauf ankomme, die Menschen in den Sektoren Verkehr, Transport, Industrie und Landwirtschaft davon zu überzeugen, dass diejenigen die den Wandel zu einer kohlenstoffreien Gesellschaft mitgestalten, keine Verluste erleiden dürften. "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass natürlich auch die Einkommen der Landwirte gesichert bleiben".

Die Transition zum kohlenstoffreien Kontinent solle durch einen europäischen Transitionsfonds europäisch kofinanziert werden, kündigte Timmermans an. Hierzu soll die bisherige Europäische Investitionsbank (EIB) zur Europäischen Klimabank umgebaut werden nach Vorstellungen von Ursula von der Leyen und in einer Dekade 1.000 Milliarden Euro an privaten Investitionen mobilisieren.

Das Gespräch mit den Landwirten als persönliche Verpflichtung

„Ich sehe es als meine persönliche Pflicht an, auch mit den Landwirten genau darüber zu sprechen“, unterstrich Timmermanns, der in den 80er Jahren als sozialdemokratischer Politiker in den Niederlanden selbst im Landwirtschaftsressort verschiedener Regierungen tätig war.

Timmermans kündigte in seiner Einführungsrede an, dass er innerhalb der ersten 100 Tage der Amtszeit der Von der Leyen Kommission ein Klimagesetz vorlegen werde, das Klarheit schaffen solle, welchen Beitrag die Mitgliedstaaten leisten sollen, um das Ziel des ersten klimaneutralen Kontinents Europa bis 2050 zu erreichen.

„Greta Thunberg hat Recht und ich bin stolz auf unsere Kinder“

Timmermanns zeigte Sympathie für die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und dankte für ihr Engagement, die Welt wachzurütteln: „Greta hat Recht. Ich bin stolz auf unsere Kinder, die die Klima-Thematik ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt haben“.

Einbeziehung der Pariser Klimaziele in das Mercosur-Abkommen ist ein Erfolg

Zum Thema internationale Handelspolitik und dem ausgehandelten Mercosur-Abkommen betonte der designierte 1. Vize-Kommissionspräsident, dass mit dem Mercosur-Handelsabkommen erstmals eine Verpflichtung für die Anerkennung der Pariser Klimaziele festgeschrieben worden sei. „Dies ist ein Erfolg für die EU, dass Brasilien dem zugestimmt hat“.

Er sei sich sehr wohl bewusst, dass Europa gerade einmal für neun Prozent der CO2-Emission weltweit verantwortlich sei und es eine "Riesenaufgabe sei, die Partner in der Welt zu überzeugen, dem europäischen Modell der Transition zu einer kohlenstoffreien Wirtschaft und Gesellschaft zu folgen".

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Er ist stolz auf Greta,

das macht mir Angst und deutet auf einen weiteren Populisten hin.

von Wilhelm Grimm

Green Deal vom Greenhorn ?

Anfangs habe ich der Frau Klöckner das Säuseln vom Dialog auch noch geglaubt, leider.

von Gerd Schuette

"Zum Thema internationale Handelspolitik und dem ausgehandelten Mercosur-Abkommen betonte der designierte 1. Vize-Kommissionspräsident, dass mit dem Mercosur-Handelsabkommen erstmals eine Verpflichtung für die Anerkennung der Pariser Klimaziele festgeschrieben worden sei. „Dies ist ein Erfolg für die EU, dass Brasilien dem zugestimmt hat“." - Die Aussicht auf das Mercosurabkommen lässt schon jetzt die Urwälder brennen. Uns das als Erfolg verkaufen zu wollen, löst nur noch kopfschütteln aus.

von Gerd Schuette

"Aber sicher ist auch, dass wir keine nachhaltige Umwelt- und Klimapolitik ohne die Landwirtschaft erreichen können. Ohne die Landwirte werden wir dafür keine Lösungen haben“, sagte der Niederländer." - Warum erstickt ihr dann bereits jetzt schon die Landwirte mit Verordnungen, Vorschriften und Regularien?

von Gerd Schuette

"Es ist von entscheidender Bedeutung, dass natürlich auch die Einkommen der Landwirte gesichert bleiben". - Wieso bleiben? Sie sind es doch gar nicht mehr!

von Diedrich Stroman

Green Deal!?

Nachrichten aus dem Wolkenkucksheim der Politik mit Hinweisen auf die Rettung des Regenwaldes! Man kann mittlerweile sagen die Globalisierung und der hier regierende bürokratische Wahnsinn mit Gesetzen und Monsterverwaltung und unseglicher Gesetzesflut mit Belehrungen und unvermögen in praktischem Denken und gnadenlosem Marktdruck ohne mal über Kostendeckende Preise zu reden oder auch nur im Ansatz über den seit über 60 Jahren geklauten Inflationsausgleich nach zu denken oder ihn überhaupt mal zu erwähnen diskutiert man jedes Jahr unermüdlich über die Ausgleichs und Prämieenzahlungen und mögliche Umschichtung des Geldes in die linke oder rechte Hand und dazwischen zermahlen diese Banausen der Politik die bäuerlichen Landwirtschaft einer nach dem anderen! Den Rest gibt nun noch das Green Basching, vielen Dank EU ihr hört von uns!!

von Willy Toft

Wovon träumen die EU Funktionäre?

Sie verlangen Landwirtschaft alles ab, fallen mit Abkommen für die Industrie und Wirtschaft der Landwirtschaft in den Rücken, und hoffen, dass die Agrar- Einfuhren unseren Standards gerecht werden! Nebenbei sollen wir "Nachhaltig" wirtschaften, da könnten die Herrschaften noch etwas von uns lernen, denn unsere Betriebe gibt es zu Zig- Tausenden weit über 100 Jahre! Wobei eine EU- Verordnung noch nicht einmal eine Halbwertzeit von 2,5 Jahre erreicht! Das er den Bauern mal zuhören will, das wäre schon mal ein Anfang, damit der ganze Verordnungswust sich mal auf Machbarkeit uns Sinnhaftigkeit beschränkt! Wir machen auch gerne mehr, wenn es Programme gibt, wo Beide von partizipieren!

von Gerd Uken

Da hat er sich viel vorgenommen

Und er will mit den Landwirten reden, da fängt er am besten bei seinen Landsleuten an wenn die mit ihm fertig sind wir er sicher Fromm sein. So wie die z. Zt. drauf sind wird das ein Spiessrutenlaufen

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