Lebensmittel Preise

Greenpeace, AbL und LsV demonstrieren vor Handelsgipfel

Zum Handelsgipfel protestierten draußen vor dem Kanzleramt Bauern von der AbL mit Greenpeace gegen Billigpreise für Lebensmittel. Auch „Land schafft Verbindung“ reihte sich ein.

Als Protest gegen Billigpreise für Lebensmittel fand sich am Montag auch eine Gruppe Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt ein. Organisiert war die Demo von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) gemeinsam mit der Umweltorganisation Greenpeace. Aber auch Landwirte der Initiative „Land schafft Verbindung“ (LsV), darunter die Sprecherin und Organisatorin der großen Bauernproteste in Berlin, Johanna Mandelkow, gesellten sich zu den Protestierenden.

Gemeinsamer Protest bei gleichen Anliegen

„Bei gleichen Anliegen können wir hier auch gemeinsam stehen“, sagte Mandelkow gegenüber top agrar. Für die AbL ist der Protest gegen die Preisgestaltung des Lebensmitteleinzelhandels bereits ein lange eingeübtes Ritual. „Die Produktion von Billigfleisch und Milch zu Weltmarktpreisen drängt die Bauern wirtschaftlich und gesellschaftlich ins Aus“, sagte Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL. „Wir brauchen faire Erzeugerpreise und Planungssicherheit für eine artgerechte Tierhaltung“, so Janßen weiter.

Greenpeace will nur Fleisch ab Stufe 3

Der Protest von Greenpeace richtete sich vor allem gegen billiges Fleisch. „Billigfleisch kostet uns die Zukunft“ stand auf einem 2,5 mal 6 Meter großen Banner, das die Aktivistinnen und Aktivisten mit einem Traktor vor den Regierungssitz gezogen haben. „Edeka, Aldi und Co. müssen endlich aufhören, Fleisch zu verramschen“, sagte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Dirk Zimmermann. Greenpeace forderte den Handel auf, das Fleisch der niedrigsten zwei Haltungsformen aus den Regalen zu nehmen. Von der Bundeslandwirtschaftsministerin forderte die Umweltschutzorganisation eine verpflichtende Kennzeichnung der Tierhaltung auf allen Fleischprodukten statt eines freiwilligen Labels auf Frischfleisch. Um den Umbau der Tierhaltung in Deutschland gezielt zu fördern, hatte Greenpeace Anfang Januar die Einführung einer zweckgebundenen Tierwohl-Abgabe auf tierische Produkte vorgeschlagen.

Traktor mit AbL Banner

Traktor mit AbL Forderungen vor dem Kanzleramt (Bildquelle: Awater-Esper)

Bauernproteste werden weiter gehen

AbL-Bundesgeschäftsführer Janßen macht sich keine Illusionen, dass die Bauernproteste weitergehen, wenn sich an der Preissituation und den Marktmacht Verhältnissen nichts ändert. „Die Bauern werden weiter protestieren“, sagte er nachdem der Handelsgipfel vorbei war. Die Landwirte seien bereit die Veränderungen bei Umwelt- und Klimaschutz und Tierwohl mitzutragen, aber sie müssten die Kosten dafür auch wieder rein bekommen, argumentierte er weiter.

Schwieriges Verhältnis zwischen Bauern und Handel

Viele Hoffnungen macht sich Johanna Mandelkow von "Land schafft Verbindung" nach dem Handelsgipfel erstmal nicht. Es werde weiter nur geredet, sagte sie. Bisher habe sich der Handel den Organisatoren von „Land schafft Verbindung“ wenig geöffnet. So sei etwa eine Gesprächsanfrage von „Land schafft Verbindung“ an Aldi von dem Unternehmen abgelehnt worden, erzählte Mandelkow. Anders sei es mit Edeka Minden-Hannover gelaufen, die nach den öffentlichkeitswirksamen Protesten der Bauern Ende Januar zu sich eingeladen hätten.

Die Redaktion empfiehlt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat staatliche Mindestpreise für Lebensmittel von sich gewiesen. Neue Regeln gegen unlauteren Wettbewerb sollen aber noch 2020 verabschiedet werden.

Stefan Genth vom Handelsverband findet die Lebensmittelpreise in Deutschland gut. Es würde den Bauern in Deutschland doch gar nicht helfen, wenn die Preise erhöht würden. Warum, lesen Sie hier.

Greenpeace schlägt eine Tierwohlabgabe von maximal 50 Cent auf jedes kg Fleisch gemeinsam mit einer Mehrwertsteuerreform vor. Damit will die Umweltorganisation den Umbau der Tierhaltung finanzieren.


von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Sollte der LSV sich in der Zukunft nicht klar von Greenpeace distanzieren werde ich als Landwirt den LSV nicht mehr unterstützen können .

von Josef Doll

Der Doppelte Preis für Fleisch

und nichts oder weniger bleibt für uns Bauern über. Das ist der Plan von Greenpeace WWF und den Grünen. Ob der Handel gezwungen werden kann das ganze auch mitzumachen steht auf einem ganz andern Blatt. Für uns bleibt der Verlust auf ganzer Linie . Für Greenpeace und Co auch kein ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Schlecht so, LsV !

wer trennt denn hier täglich und macht 95% der Landwirte schlecht. Mit solchen Leuten pflegt man keinen Umgang. Herr Niemann, in ihrer Hamburger Zeit waren sie nicht so verbissen.

von Eckehard Niemann

Gut so, LSV!

Wer bei möglichen und notwendigen Bündnissen immer vor allem auf das Trennende schaut statt auf das teilweise Gemeinsame, der wird allein bleiben… (Volksmund)

von Hans Spießl

RT Deutsch

interessant für das normale Volk mit noch einem Rest Verstand dazu google nach RT Deutsch fasbenders woche da findest die Woche zum Thema interessanten Beitrag

von Phillip Braendle

In einer Demokratie…

…geht es darum Mehrheiten für seine Positionen zu schaffen. Die LsV´ler die heute gemeinsam mit den anderen Organisationen protestiert haben, haben also alles richtig gemacht und verdienen in meinen Augen Respekt. Wir Bauern werden unsere Interessen letztlich nur durchgesetzt bekommen ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

LsV

ja ich würde da auch mehr Abstand wünschen zu Greenpeace. Ich vermute die LsV Leute vergessen langsam ihre Wurzeln. Außerdem nur meine Meinung diese LsV so wie heute - mit ihren Schlepper Demos die wird es bald nicht mehr geben.......

von Harald Finzel

Nachtrag zur Klärung

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn LsV bei Veranstaltungen demonstriert, bei denen auch andere demonstrieren. Aber dann bitte mit der nötigen Distanz. Da darf man der Presse auch gerne stecken, dass die Ziele von LsV ganz andere sind als die von Greenpeace, die die heutige ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

LSV

hat dort zurecht Flagge gezeigt. Dass andere Organisationen das gleiche Ziel hatten ist selbstverständlich. Peta hätte dort auch auftauchen können. Ich denke die Gruppen waren erkennbar und "Wir bitten zu Tisch". Das ist das, was uns unterscheidet von ideologisierten Einzelpersonen ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Wenn jetzt bei LsV das Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" gilt, bin ich raus.

Greenpeace vor einer knappen Stunde bei Twitter: "Die Preise von #Billigfleisch verstecken die realen Kosten: Klimakrise, Tierleid, bedrohte Höfe und nitratverseuchtes Trinkwasser inkl. Strafzahlungen an die EU." (https://twitter.com/greenpeace_de/status/1224346109629337610). Mit solchen ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Die tun bald so, als wenn sie schwer- hörig sind!

Auf der einen Seite machen sie Reklame für ihre Organisation, und machen das "System" schlecht! Da haben wir auch kleine Schnittmengen, nur wie hier das Fleisch in DE ordentlich produziert wird, wird nicht rüber gebracht, eher verunglimpft! Alles andere sind Premium- Klassen, die auch ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Protest mit Greenpeace???

Als Unterstützer von LsV bin ich enttäuscht, das LsV sich auf das Niveau von Greenpeace herab lässt...

von Egge Mansholt

Ich hoffe das die teilgenommenen LSVler keinen Shitstorm aus ihren eigenen Reihen ausgelöst haben.

von Hans Spießl

Es ist erst der Anfang

ja wenn dann Reformen greifen und Bauern wegen der zu hohen Zahlungen der 2. Säule Bio werden und dann die Preise für Bio zusammenbrechen (weil Bio auf den weiten der Schwarzerdeböden der Ukraine mit ein wenig Klärschlamm sich einfach ... mehr anzeigen

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