Tierwohl/ Finanzierung

Greenpeace schlägt Konzept aus Tierwohlabgabe und Mehrwertsteuerreform vor

Greenpeace schlägt eine Tierwohlabgabe von maximal 50 Cent auf jedes kg Fleisch gemeinsam mit einer Mehrwertsteuerreform vor. Damit will die Umweltorganisation den Umbau der Tierhaltung finanzieren.

Einen Vorschlag für die Finanzierung eines Umbaus der Tierhaltung in Deutschland hat heute die Umweltorganisation Greenpeace veröffentlicht. Er umfasst eine Tierwohlabgabe von maximal 50 Cent auf jedes Kilogramm Fleisch. Zudem soll nach dem Vorschlag für Fleisch und Milchprodukte der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig werden und nicht wie bisher der reduzierte von 7 Prozent. Parallel könnten die Steuern auf pflanzliche Lebensmittel sinken und so Verbraucherinnen und Verbraucher entlasten, hieß es heute bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Greenpeace beruft sich mit seinem Vorschlag auf eine Analyse verschiedener Abgaben auf Fleisch und Milchprodukte, die die Denkfabrik Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace erstellt hat. Greenpeace erwartet, dass mit der vorgeschlagenen Steuerreform der Verbrauch pflanzlicher Produkte erschwinglicher wird und sich der Konsum tierischer Erzeugnisse reduziert. So könnten die Ausgaben der Haushalte für Lebensmittel bei weniger Fleischverzehr unterm Strich sogar sinken.

Einnahmen sollen flächendeckend tiergerechte Haltungsformen finanzieren

Dem Bund würde die vorgeschlagene Tierwohlabgabe jährlich rund 4 Mrd. Euro zur Verfügung stellen. Damit könne der Abbau des Tierbestands und tiergerechte Haltungsformen in landwirtschaftlichen Betrieben flächendeckend gefördert werden, hieß es. Die Kombination von Tierwohlabgabe und Umsatzsteuerreform würde den Ausstoß von Klimagasen aus der Landwirtschaft um rund 8,8 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr senken. Das entspräche Emissionen von etwa 3,5 Millionen Pkws, rechnete Greenpeace vor.

„Mit den zusätzlichen Einnahmen können Tierhalter beim Umstieg auf eine artgerechte Haltung unterstützt werden“, sagte der Landwirtschaftsexperte von Greenpeace, Martin Hofstetter. Wenn die Gesellschaft ein schnelles Ende „der quälerischen Tierhaltung“ wolle, müsse sie Landwirte, die in mehr Tierwohl investieren wollen, mit öffentlichen Mitteln fördern, so Hofstetter weiter. Steuern und Abgaben sollten außerdem aus seiner Sicht Anreize bieten, den „übermäßigen Konsum klima- und umweltschädlicher Lebensmittel zu beenden“.

Kosten summieren sich auf 10 Euro im Monat

Die finanzielle Belastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern durch die Abgaben bleibt bei allen vom FÖS untersuchten Varianten unter 10 Euro im Monat und ist in erster Linie abhängig vom Fleischkonsum. „Wer Fleisch konsumiert, muss auch die Kosten der Erzeugung für Umwelt und Klima tragen. Derzeit ist das nicht der Fall“, argumentierte Hofstetter.

BMEL stellt Finanzierungsvorschläge für Februar in Aussicht

Eine Sondersteuer zur Finanzierung besserer Tierhaltungsbedingungen hatte bereits in der vergangenen Woche Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) gefordert. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte darauf reserviert reagiert. Sie präferiert bisher das von ihrem Ministerium erarbeitete freiwillige staatliche Tierwohlkennzeichen und wartet auf die Empfehlungen der von ihr eingesetzten „Borchert-Kommission“. Diese erarbeitet derzeit eine Strategie für die Zukunft der Nutztierhaltung inklusive der Finanzierungsfragen. Für Mitte Februar sind die Ergebnisse der unter der Leitung des ehemaligen CDU-Landwirtschaftsministers Jochen Borchert tagenden Kommission angekündigt.

Die Studie zur Finanzierung eines Umbaus der Tierhaltung von Greenpeace gibt es hier zum Nachlesen.

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Grüne fordern Klima-Aufpreis für Fleisch

vor von Stefanie Awater-Esper

Die Grünen schieben die Fleischdebatte wieder an. Die Partei will für Lebensmittel einen vom Treibhausgas-Ausstoß abhängigen Zuschlag erheben. Das Thema könnte 2020 schnell wieder nach vorne...


von Hans Spießl

wer die Musik bestellt

ja Herr Hofstetter, wie schaut es dann aus bei pflanzlichen Produkten. der Konventionelle erntet zB 6to/ha bei 300 euro/ha an Ausgleich da liegen dann 50 Euro auf 1 to. Die Bio Bauern die ich sage mal 1,5 to/ha ernten und 600 Euro/ha kassiernen da ... mehr anzeigen

von Bernhard ter Veen

man muss sich nur

die Aussagen von ex Grünen und Gründungsmitglied Jutta Dithfurt anhören wie verlogen dieses ganze Grünangehauchte NGO Fussfolg ist. Sie ist nicht umsonst aus der Partei ausgetreten. und all unseren Abgeordneten müssen eigendlich wissen das Sie einen EID geschworen haben Schaden vom ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Planwirtschaft treibt wieder einmal Blüten

ja 50 cent/kg nicht schlecht das sind 50 euro/Sau aber nicht für den Bauern. Der Staat hat da schon seine Blockwarte die lange schon ausgerechnet haben wenn wir dann davon vielleicht 40% das wären dann 20 Euro/Sau dem Bauern zugestehen das ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Greenpeace

Wenn man diesen Unsinn schon wieder liest.Einfach nur grauenvoll ,was dieser „Klub“ publiziert. Umbau der Tierhaltung?? Ob die überhaupt wissen, was in der Vergangenheit investiert wurde??Sollten sich lieber um die Wale kümmern, das macht wenigstens Sinn oder mal den Artikel von ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Richtig umgesetzt wäre der Vorschlag nicht die allerdümmste Idee.

Die rechtlichen Hindernisse (Steuern dürfen nicht zweckgebunden sein, WHO und EU werden wegen Wettbewerbsverzerrung klagen,...) werden wohl nicht zu überwinden sein. Um dann dennoch das Ziel Fleischesser- und Bauernmobbing nicht aufzugeben, werden wieder weitere Verbote gefordert.

von Jörg Meyer

soll das auch für Katzen und Hundefutter gelten

und was ist mit den Fleischanteilen in Fertiggerichten wie Pizza, Suppen etc......gilt für mit oder ohne Knochenanteil und was ist mit Importen und und und eine Herschar von Gutachtern wird nötig sein um das abzugrenzen. Ich glaube ich lass mich zum Gutachter fortbilden......

von Wilhelm Grimm

Immer tiefer und tiefer und noch tiefer in die Abhängigkeit des Staates.

der nicht ehrlich ist. Das Eigentum ist dann nichts mehr wert und wir haben wieder Lehnshöfe.

von Gerd Uken

Es wird immer doller hier in BRD

Lässt Greenpeace man erstmal die Regierung dann braucht man die Landwirte überhaupt nicht mehr. Da kommt der Professor mit seinem aus Stammzellen erzeugtem Fleisch richtig nach vorne - dauert aber sicher noch ein bisschen u. das dabei die Embryonen getötet werden müssen passt auch ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Liebe Greenpeacler

für Tierschutz und Klimaschutz müssen Alle aufkommen, die anderen Sachen zahlen wir auch gemeinsam. Zudem verstehe ich nicht, wieso Ihr nicht die Initiative Tierwohl in einem gemeinsamen Positionspapier mit einbezieht. Da ist die praktische Andockstelle, wo weiter gearbeitet werden muss.

von Wilhelm Grimm

Seit Brent Spar wissen wir,

dass Greenpeace nicht rechnen kann.

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