Meinung

Grossarth: Landwirtschaft muss an ihrer Sprache arbeiten. Plus

Sind die Bauernproteste freudlos geworden? Fehlt eine emotionale Sprache? Wo dürfen sie nicht emotional sein und wie können sie es wieder werden?

Ein Blick von außen von Jan Grossarth:

Es ist viel gesagt in Sachen „Landwirtschaft und Gesellschaft“. Bauern und Verbände investierten Zeit und Geld in die Kommunikation. Das Ergebnis ist ernüchternd und zeigt eine Spaltung nie gekannten Ausmaßes. Beispiel: Das bayerische Volksbegehren für Insektenschutz einerseits, die Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ (LsV) andererseits.

Mehr Gegeneinander war nie. Aus LsV-Sicht und mancher Interessenvertreter ist der Grund ausgemacht. Er liegt bei der Gesellschaft und ihren vermeintlichen „fachfremden“ Einflüsterern: Parteien, Behörden, Kirchen, Medien. Ein Vorwurf lautet, diese blickten „emotional“ auf die Tier- und Getreideproduktion.

2019 lieferte viele Beispiele: Bauernpräsidenten wie Abgeordnete der Union und FDP machten die Gegenüberstellung „für mehr Wissenschaft als emotionale Debatten“. Der Tübinger Landrat Joachim...

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Sprecht wieder emotional!

vor von Christian Brüggemann, Christian Brüggemann, Christian Brüggemann, Christian Brüggemann, Christian Brüggemann, Christian Brüggemann

Diskussionen zum Artikel

von Cord Meier

Er ist schon immer schlauer als alle Anderen

Und kann nur sagen, wie es NICHT gemacht werden soll, seiner Meinung nach. Selbst ist Herr Grossarth übrigens überhaupt nicht kritikfähig. Erspart mir solche "Kommentare".

von Rudolf Rößle

Bittsteller

in den letzten 30 Jahren habe ich uns Landwirte immer als Bittsteller empfunden. Das ändert sich jetzt aber schnell in wir fordern und müssen mitbestimmen können. In gesetzlichen Gremien und medienwirksam mit positiver Außenwirkung.

von Lars Henken

Wie stellt er es sich denn vor?

Angesichts der Behandlung, die uns Landwirten momentan zuteil wird, sollen wir bei den Demos auch noch Freunde versprühen? Würden wir Landwirte uns mit Plakaten an die Straße stellen und "Lügenpresse" skandieren, würde Herr Grossarth dann vor Freude leicht bekleidet auf der Straße ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Eine

Oldtimerdemo wäre aber cool, da viele traurig sind mit ihren Schätzen dieses Jahr nicht aktiv sein zu können.

von Karlheinz Gruber

Wir müssen eine andere Sprache sprechen? Ok

Also dann, bin gespannt ob ich die Netiquette schaffe: "Hey, fuck, alter, des is Bullshit was ihr Geizsäcke hier mit uns Bodennudlern und Tierpensionisten abzieht. Ihr habt doch voll eine an der Backe up die totale Macke, wenn ihr meint, das wir uns die Ärsche den ganzen Tag ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Welche Sprache hätten Sie dann gerne? Der Zusammenhalt wurde geprobt, und gefördert!

Emotionen leisten wir uns nicht so viele, wie unsere Gegner, die uns täglich das Leben schwer machen! Wenn diese Art der Demos mit "Vernunft und Verantwortung" schon von sogenannten Profis in Frage gestellt werden, dann Frage ich mich, wem interessiert es Überhaupt, ob wir uns für den ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Freudlos aus Angst

Es ist nicht verwunderlich, warum die Demos freudlos sind, ja sein müssen: es geht um die Existenz vieler Landwirte. Wenn Automobilindustrie- oder Lufthansamitarbeiter um ihre Jobs demonstrieren, dann würde sich niemand erdreisten, ihnen Freudlosigkeit bei der Demo vorzuwerfen! Es ist ... mehr anzeigen

von jann petersen

Freudlos??

Top Agrar zum 2.ten. Auch ich habe an vielen Veranstaltungen teilgenommen, wie viele andere auch. Uns jetzt freudlosigkeit beim Demonstrieren vorzuwerfen macht Sprach-und fassungslos. Der Strukturwandel liegt seit jahren bei deutlich über 2 %, man könnte auch sagen die Betriebe sterbeb ... mehr anzeigen

Anmerkung der Redaktion

Ich habe dazu mit Herrn Andresen von Land schafft Verbindung telefoniert, der mir versicherte, dass bereits eine Arbeitsgruppe gebildet wurde und Land schafft Verbindung sich so künftig auch zu solchen europa-politischen Themen positionieren wird. Gruß Johanna Garbert

von Karlheinz Gruber

Wer nicht mehr weiter weiß

macht einen Arbeitskreis

von Stephanie Winhard

Der Worte...

sind genug gewechselt, nun laßt uns endlich Taten sehen.

von Rudolf Rößle

Landwirte können sehr emotional sein.

Die Kinder springen vom Tisch auf, wenn in der Ferne eine Maschine im Anmarsch ist. Wenn eine meiner alten Damen zum Schlachthof geht, habe ich immer ein mulmiges Gefühl. Ich freue mich, wenn die Schwalben im Frühjahr eintreffen und ich merke es sofort, wenn sie im Herbst ihre Reise ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Erst kommt das Fressen, dann die Moral! (Bertolt Brecht/Dreigroschenoper)

Das gravierende, hausgemachte Problem von uns Bauern schlichtweg ist: Wir produzieren viel zu viel; Mengen, die niemand so braucht und deshalb auch nicht haben will. Alternativen im NON_FOOD_Bereich untersagt man uns fortwährend rigoros. Das große „Fressen“ muss schließlich ... mehr anzeigen

von Diedrich Stroman

Super!

Alles gesagt, leider sitzt die Faust noch in der Tasche geredet ist genug!!

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Ich glaub wir

würden uns wundern was herauskäme, wenn sich Landwirte, Bauern ihren Frust von der Seele redeten, also ihren Emotionen freien Lauf liesen. Nicht umsonst hat TA die Klarnamenpflicht im Forum eingeführt, sowie auch eine Netiquette erstellt. Und wenn es um Betriebswirtschaft geht wird ... mehr anzeigen

von Stefan Lehr

Leider fliessen immer noch viel zu viele Spenden in diese "Haende". Erst wenn es gelingt diesen Sumpf trocken zu legen (kostet leider ein Biotop), dann sehe ich Chancen einer Verbesserung. Nur der Glaube daran, der fehlt mir.

von Gerhard Steffek

Es fehlt an der Sprache!

Ja, da will ich ihm Recht geben. Die Bauern müssen an ihrer Sprache feilen. Sie sind es ja auch nicht gewohnt. Sie sind es gewohnt im Stillen ehrlich ihre Arbeit zu machen, im Gegensatz zu denen die mit Sprache ihr Geld verdienen. Egal wie ehrlich sie damit sind. __ __ Aber wie war es ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Corona

und Massenentlassungen. Ich möchte nicht wissen wie viele Tränen zur Zeit fließen. Das wird nicht gezeigt. Menschen können seelisch sehr schnell umkippen, wenn ihnen der Lebenssinn geraubt wird. Wenn das familiäre Umfeld nicht gut ist, kann man weit abstürzen.

von Walter Rothenbacher

Die Bauernproteste

Sind nicht Freundlos geworden, die Nerven liegen einfach Plank.

von Stephanie Winhard

Wenn ich mich in meinem Umfeld bei den Leuten ohne Bezug zur LW umhöre...

haben die keinen blassen Schimmer, weswegen die Bauern demonstriert haben. Das Thema ist, zugegeben, kompliziert, aber NABU und Konsorten haben es einfach besser drauf, komplexe Sachverhalte auf einfache Slogans runterzubrechen (auch wenn dabei die Wahrheit oftmals auf der Strecke ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Ernüchterndes Fazit

"Wenn ich mich in meinem Umfeld bei den Leuten ohne Bezug zur LW umhöre... haben die keinen blassen Schimmer, weswegen die Bauern demonstriert haben." - Als doch massiv ernüchterndes Fazit bleibt nur die Erkenntnis: Dann haben die Schleppergiganten auf unseren Straßen schlichtweg ihre ... mehr anzeigen

von Gerhard Künne

Leider verpufft

Dieser Kommentar bringt es m.E. auf den Punkt. Erstmalig gab es ein überregionales organisiertes gemeinsames Vorgehen von Landwirten des Mittelstands. Das einzige was davon übergeblieben ist, ist die Erinnerung an eindrucksvollen Schlepperaufmärschen. Der Mittelstand (in Abgrenzung zu ... mehr anzeigen

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