Grüne Gentechnik: Wut statt Wissenschaft

In der FAZ hat Feuilleton-Autor Joachim Müller-Jung eine interessante Sichtweise auf den Widerstand gegen die Grüne Gentechnik dargestellt. Seiner Meinung nach ist die „Wir haben es satt“-Demo das Eingeständnis derer, die die freie Wissenschaft mittlerweile als festen Teil einer Verschwörung betrachten.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Feuilleton-Autor Joachim Müller-Jung eine interessante Sichtweise auf den Widerstand gegen die Grüne Gentechnik dargestellt.

Seiner Meinung nach ist die „Wir haben es satt“-Demo das Eingeständnis derer, die die freie Wissenschaft mittlerweile als festen Teil einer Verschwörung betrachten. „Eine Verschwörung der Großkopferten gegen das Volk, eine der Mächtigen gegen ihre Bürger und eben eine Verschwörung der Wissenschaft gegen die selbstgebastelte Wahrheit der Protestler.“

Betrachte man das Thema Gentechnik, handelt es sich laut Müller-Jung um „eine trostlose Kumpanei von grünen Ignoranten“. Wer als Politiker Aufmerksamkeit braucht, hängt sich dran. So habe etwa die sozialdemokratische Umweltministerin Barbara Hendricks sich für eine deutsche Landwirtschaft ohne Gentechnik ausgesprochen. Die grüne Gentechnik sei nicht willkommen im Land und sei für Umwelt und Natur riskant, sagte sie.

Müller-Jung dazu: „Auch als sicher bewertete Nutzpflanzen und Saatgut können künftig verboten werden. Und weil nun auch Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) einen „Flickenteppich“ mit einem Nebeneinander von Gentechnik und gentechnikfrei verhindern will und weil Schmidt andererseits weiß, dass das Nutzen-Risiko-Profil der grünen Gentechnik nicht überall so rabenschwarz gesehen wird wie in Bayern, legt er den Ländern einen Begründungsflickenteppich aus: Jedes Bundesland darf das Anbauverbot begründen.

Damit es nicht nach Entmündigung aussieht, greift die Koalition auf das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung zurück und dreht der Wissenschaft das Wort im Munde herum. Als würde es nicht ausreichen zu sagen: Die Menschen lehnen aufgrund anderer kultureller Leitbilder die Gentechnik ab. Lieber behauptet man weiter, die Gentechnik sei zu riskant.“

Laut dem Autoren ist dies das genaue Gegenteil dessen, was mehr als dreihundert Forschungsprojekte seit 1987 zeigen: Im Vergleich zu herkömmlich gezüchteten Sorten gibt es kein erhöhtes Risiko - erst recht kein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Im Land hat sich trotzdem eine andere Meinung herausgebildet. Die Wissenschaft hat ausgedient.

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