Grüne Woche dieses Jahr so international wie selten

Die Internationale Grüne Woche (IGW) ist laut Lars Jaeger von der Messe Berlin in diesem Jahr so international wie lange nicht mehr. Insbesondere die Rückkehr Russlands auf die Grüne Woche wertet Jaeger als wichtiges wirtschaftliches, aber auch politisches Signal.

Bulgarien ist Partnerland 2018: Die neue Rosenkönigin Bulgariens, Tsvetelina Ilieva (Mitte), erwartet mit ihren Prinzessinnen die Krönungszeremonie in Kazanlak, der „Hauptstadt“ des Rosentals (Bildquelle: Grüne Woche)

Die Internationale Grüne Woche (IGW) ist laut Lars Jaeger von der Messe Berlin in diesem Jahr so international wie lange nicht mehr. Insbesondere die Rückkehr Russlands auf die Grüne Woche wertet Jaeger als wichtiges wirtschaftliches, aber auch politisches Signal.

Die Präsenz russischer Nahrungsmittelunternehmen mit ihrem vielfältigen Angebot an qualitativ hochwertigen Erzeugnissen unterstreiche den Charakter der Grünen Woche als weltweite Leitmesse für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau, so Jaeger. Mit Schweden, Japan und Kasachstan seien weitere wichtige Länder auf der diesjährigen Ausstellung vertreten, die in den vergangenen Jahren gefehlt hätten.

Der Projektleiter betonte zugleich die internationale Ausrichtung der Messeauftritte der Bundesregierung. Dies gelte für das Bundesentwicklungsministerium mit seinen Schwerpunkten fairer Einkauf und fairer Handel, aber insbesondere auch für das Bundeslandwirtschaftsministerium mit der Federführung für das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) und der Durchführung des nunmehr zehnten Berliner Agrarministergipfels. Schließlich präsentiere Bulgarien als das diesjährige Partnerland der Grünen Woche die breite Palette landestypischer Nahrungs- und Genussmittel.
 
Gewachsene politische Gesprächsbereitschaft

Russland habe in den letzten Jahren seine Teilnahme an der Grünen Woche aus politischen Gründen massiv zurückgefahren. Umso erfreulicher sei, dass es inzwischen offenbar ein Umdenken gegeben habe, betonte Jaeger.

Neben der wirtschaftspolitischen Botschaft, dass die russische Agrar- und Ernährungswirtschaft stärker als in der Vergangenheit den Export in den Fokus nimmt, sieht der Grüne-Woche-Manager in dem Messeauftritt Russlands auch ein Indiz für die gewachsene politische Gesprächsbereitschaft. Nach Jahren der Abgrenzung gegenüber der Europäischen Union setze man in Moskau offenbar wieder stärker auf Kooperation.

Für Jaeger zeigt sich am Beispiel „Russland“ die seit jeher bestehende Brückenfunktion der Grünen Woche: „Darauf sind wir ein wenig stolz.“ Insgesamt werden seinen Angaben zufolge fast 70 Länder auf der diesjährigen Grünen Woche vertreten sein und damit deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. „Viel internationaler geht nicht“, so Jaeger.

Ausdrücklich lobt er in diesem Zusammenhang den nunmehr dritten Messeauftritt des Bundesentwicklungsministeriums. Dieses rücke mit seinen Schwerpunkten Kakao und Baumwolle vor allem Afrika in den Blickpunkt. Zugleich nutze man mit dem Thema „Fairer Einkauf“ die Ausrichtung der Grünen Woche auf Verbraucher. Jaeger sprach hierbei erneut von „400 000 Entscheidern an der Ladentheke“, die die Grüne Woche besuchen und wichtige Aufschlüsse über Trends auf dem Lebensmittelmarkt geben könnten, nicht zuletzt im Segment der fair erzeugten und gehandelten Produkte.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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