Gute Rübenernte in Hessen, aber bitte mit Quote

Die hessische Zuckerrübenernte wird im laufenden Jahr ein überdurchschnittliches Ernteergebnis bringen.

Die hessische Zuckerrübenernte wird im laufenden Jahr ein überdurchschnittliches Ernteergebnis bringen. Armin Müller, Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV) zeigte sich in der Zuckerfabrik Wabern mit dem derzeitigen Stand der Kampagne sehr zufrieden: „Nach der Rekordernte im vergangenen Jahr werden wir 2012 in Hessen mit einem durchschnittlichen Rübenertrag von 73 t/ha und einer voraussichtlichen Gesamterntemenge von knapp 1,1 Mio t wiederum ein hervorragendes Ergebnis erzielen“, gab Müller bekannt. Sehr erfreulich sei der überdurchschnittliche Zuckergehalt von mehr als 18 %, wozu der schöne Spätsommer mit sonnigen Tagen und kühlen Nächten beigetragen habe.

Weniger zufrieden äußerte sich der HBV-Vizepräsident dagegen über die Kommissionspläne zur Reform des Zuckermarktes. „Vorschläge der EU-Kommission, die Zuckermarktordnung bereits nach dem Jahr 2015 abzuschaffen, werden vom Berufsstand strikt abgelehnt. Nach der einschneidenden Reform mit gravierenden Preis- und Mengenkürzungen brauchen Rübenanbauer und Fabrik verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen für die notwendigen Investitionsentscheidungen“, betonte Müller.

Keine Zuckermarktreform vor 2020

Hessens Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich stellte bei der Veranstaltung in Wabern fest, dass die Reform der EU-Zuckermarktordnung einen gravierenden Strukturwandel in der Zuckerwirtschaft zur Folge hatte. Seit 2006 habe sich die Zahl der Rübenanbauer, der Zuckerfabriken und der Beschäftigten in der EU um über 40 % verringert. Auch sei der Selbstversorgungsgrad bei Zucker in Deutschland von ehemals 115 % auf nur noch 85 % gesunken. Die dadurch entstandene Abhängigkeit vom Weltmarkt dürfe nicht noch weiter vergrößert werden, betonte Puttrich. Deshalb müsse die im Jahr 2006 grundlegend reformierte EU-Zuckermarktordnung bis mindestens 2020 unverändert fortgeführt werden. (AgE)

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