Häusling: „EU-Kommission ignoriert Krise“

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat in einer Pressekonferenz am Mittwoch nach Ansicht des grünen Europaabgeordneten Martin Häusling die Absatzkrise der EU-Landwirtschaft heruntergespielt. „Es ist ein Schlag ins Gesicht der Milcherzeuger, das EU-Kommissar Phil Hogan nicht offen von einer Krise der Milcherzeuger spricht.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat in einer Pressekonferenz am Mittwoch nach Ansicht des grünen Europaabgeordneten Martin Häusling die Absatzkrise der EU-Landwirtschaft heruntergespielt.

„Es ist ein Schlag ins Gesicht der Milcherzeuger, das EU-Kommissar Phil Hogan nicht offen von einer Krise der Milcherzeuger in der EU spricht. In Deutschland und anderen EU-Ländern kämpfen die Bauern ums Überleben“, so Häusling.
 
Seiner Meinung nach ist die prekäre Situation für den Absatz von Milch, aber auch von Obst und Schweinefleisch hausgemacht. Sowohl die EU-Kommission als auch der Rat der EU-Mitgliedsstaaten hätten bei der Agrarreform die Realität ausgeblendet und bei der Überarbeitung der Marktordnungen die Vorschläge des Europäischen Parlaments zur Angebotssteuerung leichtfertig verworfen.
 
„Hogan und die Agrarminister der Mitgliedsländer sind mitverantwortlich dafür, dass die Existenz von Milcherzeugern und anderen Landwirten wegen der europäischen Überschuss- und Exportpolitik schon wieder bedroht ist“, kritisiert der Grünensprecher weiter. Das Potential für ausländische Absatzmärkte habe man völlig falsch eingeschätzt. „Der Importstopp Russlands und die geringe Nachfrage aus China zeigen, wie wenig sich europäische Erzeuger auf Prophezeiungen der Industrie und der EU-Kommission verlassen können. Sogar die sogenannten Vorzeigebetriebe der großen Milchproduzenten können den Preisverfall nicht mehr abfedern. Durch hohe Investitionskredite stehen viele der vermeintlich modernen Betriebe am Rande der Existenz“, sagt Häusling.
 
Die Agrarminister der Länder sollten nun auf ihrem Treffen am 7. September gegensteuern. Nötig sei eine Politik, die sich an der Nachfrage nach Qualitätsprodukten auf dem europäischen Markt orientiert und eine nachhaltige Produktion sicherstellt. Verbraucherwünsche und Erzeugerinteressen in der EU müssten ernst genommen werden, anstatt eine exportorientierte Billigproduktion zu fördern, meint Häusling. „Das zerstört unsere Landwirtschaft und die Entwicklungspotentiale und Märkte in anderen Regionen der Welt."


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