HBV-Generalsekretär Voss-Fels schreibt an Bild-Chefredaktion

„Unsere Mitglieder sind zu Recht sehr verärgert über den Beitrag in Ihrer Zeitung vom 10.03.2016 Wie gut ist Bio wirklich?, weil darin eine ganze Reihe falscher Aussagen enthalten sind. Die konventionell wirtschaftenden Bauern werden dadurch in hohem Maße verunglimpft.

„Unsere Mitglieder sind zu Recht sehr verärgert über den Beitrag in Ihrer Zeitung vom 10.03.2016 Wie gut ist Bio wirklich?, weil darin eine ganze Reihe falscher Aussagen enthalten sind. Die konventionell wirtschaftenden Bauern werden dadurch in hohem Maße verunglimpft.“ Mit diesen Worten hat sich der Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes, Peter Voss-Fels, in einem Schreiben an die Chefredaktion der Bild-Zeitung gewandt.

In dem Beitrag wird behauptet, dass „konventionelle Landwirte ihre Äcker meist einseitig bestellen. Sie säen und ernten nur eine Pflanze. Der Boden laugt aus, Nährstoffe gehen verloren.“ Voss-Fels weist darauf hin, dass verschiedene Kulturpflanzen, je nach Standort, in einer bestimmten Fruchtfolge im Wechsel angebaut werden. Durch eine am Bodenvorrat und Nährstoffbedarf der Pflanzen orientierte Düngung werde sichergestellt, dass die Bodenfruchtbarkeit nicht nur erhalten bleibe, sondern verbessert werde.

An anderer Stelle heißt es: „Damit sich die Euter der Kühe nicht entzünden, mischen herkömmliche Landwirte vorbeugend jeden Tag Antibiotika in das Futter, das zu einem Teil in die Milch übergeht.“ Hierzu merkt der HBV-Generalsekretär u.a. an, dass Kühe in der konventionellen Milchviehhaltung keinesfalls ein Leben lang Antibiotika, wie in dem Beitrag fälschlicherweise beschrieben, erhielten. Tatsache sei, dass Antibiotika in der Nutztierhaltung nur nach Diagnose und Verschreibung durch einen Tierarzt und detaillierten Einnahmevorschriften verabreicht würden. Durch strenge Vorschriften und Wartezeiten werde sichergestellt, dass in der Milch von behandelten Tieren keine Antibiotika-Rückstände verblieben.

„Leider haben die beiden Autorinnen nicht sorgfältig recherchiert und somit Zusammenhänge falsch dargestellt. Dies schmerzt unsere Bauern sehr, die sich seit Monaten in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Lage befinden“, so Voss-Fels. Er hat die beiden Bild-Reporterinnen auf hessische landwirtschaftliche Betriebe eingeladen, damit sie aus erster Hand erfahren, wie Bauern arbeiten.

Bauernverband Schleswig-Holstein legt Beschwerde beim Presserat ein

Viele Landwirte haben sich inzwischen empört an die BILD-Redaktionen in Hamburg und Berlin gewandt und gegen die massiven Falschdarstellungen protestiert. Der Bauernverband Schleswig-Holstein nimmt die unhaltbaren Aussagen des Artikels nun zum Anlass für eine Beschwerde beim deutschen Presserat.

„Der Bericht der Redakteurinnen Frau Stefanie May und Frau Anne Holstein entbehrt hinsichtlich wesentlicher Aussagen einer sachlichen Grundlage“, erklärte Verbandspräsident Werner Schwarz in dem Schreiben. Eine Vielzahl der aufgeführten Fakten sei weder belegbar noch fachlich richtig. Insgesamt werfe der Artikel die Frage auf, ob der pressegemäßen Sorgfalt Rechnung getragen worden sei. Nach Ansicht des Verbandes wird durch die Behauptungen des Berichts gegen den Pressekodex verstoßen. Schwarz fordert den Presserat auf, die Verstöße der BILD-Zeitung durch angemessene Sanktionen zu ahnden.

Hintergründe:
BILD-Artikel: Germanwatch nachträglich als Quelle nominiert? (16.3.2016)
BILD-Zeitung verbreitet Unwahrheiten über Landwirtschaft (12.3.2016)

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