Hessischer Bauerntag 2022

HBV in großer Sorge wegen zahlreichen Hofaufgaben

Der hessische Bauernverband bemerkt einen besorgniserregenden Rückgang der tierhaltenden Betriebe im Land. Er verlangt verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik und eine faire Entlohnung.

Eine sehr gute Beteiligung herrschte vergangene Woche beim Hessischen Bauerntag 2022 in der Hessenhalle Alsfeld. Die Hauptredner waren der Ministerpräsident des Landes Hessen, Volker Bouffier, der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal und Prof. Dr. Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg.

Der thematische Fokus lag auf der Versorgungssicherheit, den Kostensteigerungen der Betriebsmittel, der Zukunft der Landwirtschaft sowie dem besorgniserregenden Rückgang der tierhaltenden Betriebe in Hessen. Gleichzeitig wurde in diesem Rahmen das 75-jährige Jubiläum des Hessischen Bauernverbandes nachgeholt. Weitere Gäste aus der Politik waren u.a. der Kasseler Regierungspräsident Mark Weinmeister sowie der Bürgermeister der Stadt Alsfeld, Stephan Paule.

Unsere Aufgabe ist die Lebensmittelerzeugung

HBV-Präsident Karsten Schmal stellte klar, dass die zentrale Aufgabe der hessischen Landwirtschaft weiterhin die Erzeugung von Nahrungsmitteln sei. "Dieser Verpflichtung kommt die Landwirtschaft mit einem bislang nicht gekannten Maß an Vielfalt, Qualität und Versorgungssicherheit nach“, so Schmal.

Nur durch eine faire Entlohnung aller Leistungen für die Landwirte werde es möglich sein, den weiter steigenden gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. „Wir beobachten in Hessen einen besorgniserregenden Rückgang der tierhaltenden Betriebe. Dem müssen wir entgegenwirken – für mehr Planungssicherheit brauchen die Landwirte verlässliche Rahmenbedingungen von Seiten der Politik“, erklärte der HBV-Präsident.

Bouffier: Ohne Bauern wäre es um die Natur schlechter bestellt

Männer

Peter Voss-Fels und Volker Bouffier (Bildquelle: HBV)

Für den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier war der Hessische Bauerntag einer seiner letzten offiziellen Termine. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte leisten Außerordentliches für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Sie hegen und pflegen unsere Felder, kümmern sich um die Artenvielfalt und versorgen uns mit frischen und regionalen Lebensmitteln. Ohne die meist familiengeprägten, bäuerlichen Betriebe in unserem Land wäre es um unsere einzigartige Natur schlechter bestellt.“

Verdienstorden für Voss-Fels

Im Rahmen der Veranstaltung bekam Peter Voss-Fels, der ehemalige Generalsekretär des HBV, den Hessischen Verdienstorden von Ministerpräsident Bouffier verliehen. „Wir brauchen die Landwirtschaft und engagierte Menschen, die sich auf allen Ebenen entschlossen für sie einsetzen. Zu ihnen gehört Peter Voss-Fels. Ich kenne ihn schon viele Jahre, sein Name wird in Hessen unmittelbar mit der Landwirtschaft in Verbindung gebracht. Für seinen unermüdlichen Einsatz verleihe ich ihm deshalb mit großer Freude den Hessischen Verdienstorden“, erklärte der Hessische Ministerpräsident.

Wissenschaftler: Ausgangslage ist hochdynamisch

Anschließend hielt Prof. Dr. Gunther Hirschfelder einen Vortrag über die Ernährung von morgen und die Chancen und Risiken für die Landwirtschaft. Sein Fazit: „Die Landwirtschaft sieht sich heute komplexen Anforderungen und vielen Forderungen ausgesetzt und die Ausgangslage ist hochdynamisch. Gerade für die hessische Landwirtschaft ergeben sich dabei sehr gute Chancen – vorausgesetzt, die Politik schafft akzeptable Rahmenbedingungen."

Dabei werde die Landwirtschaft der Zukunft anders sein, als sich viele vorstellen: "Sie wird nämlich vor allem dann erfolgreich sein, wenn sie noch offener für organisatorische und technologische Innovationen wird. Dabei sehen wir durchaus auch traditionelle Strukturen und eine gewinnbringende Nutztierhaltung, aber auch digitale und biologische Neuerungen. In einer Welt die sich krisenhaft entwickelt, kann die hessische Landwirtschaft dabei zum Transformationsgewinner werden“, erklärte Professor Hirschfelder.


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