Heinen-Esser: "Agrarpolitik muss für Bauern einfacher werden"

Ziel der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik muss nach Ansicht von NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser eine stabile Finanzausstattung beider Säulen und der Abbau von Bürokratie sein. Der aktuelle Kommissionsvorschlag zur Agrarreform könne hier aus ihrer Sicht "definitiv noch nicht die abschließende Grundlage darstellen."

Ursula Heinen-Esser (Bildquelle: MUNLV)

Ziel der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik muss nach Ansicht von Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser eine stabile Finanzausstattung beider Säulen und der Abbau von Bürokratie sein.

Der aktuelle Kommissionsvorschlag zur Agrarreform könne hier aus ihrer Sicht "definitiv noch nicht die abschließende Grundlage darstellen", erklärt die CDU-Politikerin. "Wir müssen die Agrarpolitik für die Bauern einfacher, für die ländlichen Räume attraktiver und für die Umwelt wirksamer machen."

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Obergrenze für die Direktzahlungen müsse aufgrund unterschiedlich historisch gewachsener Strukturen in Ost und West zwischen den Ländern und mit dem Bund erörtert werden. "Das bisherige Instrument der besseren Vergütung der ersten Hektare sollte beibehalten werden. Dies hat sich in Deutschland und Nordrhein-Westfalen bewährt und ist zur Umverteilung einfach umsetzbar", sagte die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern.

Wenn die Direktzahlungen gekappt würden, müsse das Geld in der ersten Säule den Mitgliedstaaten für die Verwendung in der Landwirtschaft zur Verfügung bleiben.

Unabdingbar für einen Erfolg der Reform ist laut Heinen-Esser die Vereinfachung der Agrarpolitik. "Die Mitgliedstaaten müssen Spielräume für den Abbau von Bürokratie erhalten, auf die Landwirtinnen und Landwirte sowie die Agrarverwaltung schon lange warten", sagte sie.

Die europäische Agrarpolitik stehe beim Klimawandel, bei der Verbesserung des Umweltschutzes und der Biodiversität, bei einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung und Nutzung der natürlichen Ressourcen, beim Tierwohl und bei der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des ländlichen Raumes vor großen Herausforderungen. "Ich begrüße, dass die EU-Kommission mit ihrem Reformvorschlag diese Herausforderungen offensiv angehen will. Jedoch ist für diese großen Zukunftsaufgaben einer nachhaltigen Entwicklung in Europa eine stabile Finanzausstattung beider Säulen der Agrarpolitik in der neuen Förderperiode von 2021-2027 erforderlich", betonte Heinen-Esser.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

GA

Abschaffung immer neuer komplizierter elektronischer Datenerfassung müsste das erste Ziel sein. Wer ein Häkchen vergisst hat Scherereien . Mit den Abgleichungs- und Fehlerbeseitigungen blickt auch bald keiner mehr durch. Das Beste ist , wenn ein neues Formular abzugeben ist, von dem man gar nichts mitbekommen hat.

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Ich kann den Scheiß schon nicht mehr hören immer das selbe Gelaber

von Christian Aukamp

Bürokratie Kollaps

duchschnittlich 30 Stunden je Monat "Papierarbeit" je ldw. Betrieb um etwa 3000 Verordnungen zu genügen, dazu kommt ab 2018 die neue Düngeverordnung. Es ist höchste Zeit, die vielen nicht praxistauglichen Verordnungen zu revidieren. Dazu gehört auch die Stoffstrombilanz, der Papiertiger ohne Aussagekraft, der den kl. Betrieben das Leben schwer macht und dafür sorgt, dass sie lieber Kunstdünger kaufen als Wirtschaftsdünger aufzunehmen. Vielleicht ist es in Berlin oder Brüssel noch nicht angekommen - wenn niemand die Notbremse zieht, machen demnächst sehr viele (30 % . . .) der Bauern ihren Hof dicht, -das Land- und die dörflichen Strukturen wird niemand wiedererkennen!

von Diedrich Stroman

Bürokratie Abbau!

Immer wieder die selbe Laier vom Bürokratenwahn und diesen zu zähmen, nein Gnädige Frau, auch sie verbreiten nur leere worthülsen, wie die ganze Politikerkaste uns jedes Jahr wieder als Lügenmärchen präsentiert! Und Teile des Bauernverbandes glauben das auch noch! Nein die Praxis im täglichen draufsatteln gerade explizit in Deutschland lehrt uns jeden Tag auf's neue was ihremBeamtenstaat noch alles so umzusetzen hat, um dann mit der Keule der Agrazahlungen um sich hauen zu können,!Und praktische Erfahrungen und Denkweisen sind ihnen und dem Beamtenstaat schon lange abhanden gekommen! Und diese über Jahrhunderte gewachsene Landwirtschaft wird ad absurdum vorgeführt! Ein Herr Stoiber hatte auch mal so eine Aufgabe zu leisten, und ist was dabei rausgekommen, auser seinem Dumgeschwätz!,h! und eigener guter allimentierung, nein keiner hat was wahrgenommen,.Die Wahrheit stirbt zuletzt, und der Krug wird so lange zum Brunnen geführt, bis er bricht! Und den Landwirten bricht diese Politik das Genik! !!

von Wilhelm Grimm

Nicht nur einfacher, die Agrarpolitik muss vor allem richtiger werden.

Auch diese Bundesregierung gängelt uns schon wieder mit unsinnigen, fachlich falschen Auflagen, die unsere Wettbewerbsfähigkeit zerstören. Wer z.B. Glyphosat und Neonicotinoide verbietet, wer die irreführenden Grundwasserwerte nach Brüssel liefert und dann damit die Düngeverordnung begründet und es nicht für nötig hält, die richtigen Werte zu melden, um die unberechtigte Klage vor dem EuGH. abzuwenden, wer der maßlosen Bauernhetze aus dem Umweltbundesamt nicht widerspricht, um nur eine kleine Auswahl unserer immer tiefer sitzenden Verärgerung über die derzeitige nicht fachgerechte Agrarpolitik dieser Regierung zu nennen, der sollte die Kritik aus unseren Reihen endlich ernst nehmen.

von Heinrich Roettger

Herr Audrit hat exellente Vorschläge zum Bürokratieabbau gemacht

Dem ersten Kommentar kann ich mit aller Leidenschaft zustimmen.Wann stehen alle Bauern gemeinsam für diese Forderungen auf.Diese Themen haben alle gemeinsam und unabhängig von Bauernverband , ABL,BDM ......... Lasst uns eine Big Challenge ( Grosse Übergeordnete Initiative)mit allen Bauern Deutschlands initiieren ; von unseren hauptamtlichen Funktionären wird nichts angeschoben!

von Norbert Schulze-Darphorn

Wie oft

Haben wir diese Versprechungen vom Bürokratie Abbau schon gehört. In der heutigen Zeit der Datenschutzverordnungen, Aufzeichnungspflichten, Düngebedarfsermitlungen, Statistikermittlungen, usw... wiehert der Amtsschimmel lauter denn nie. Die Bürokratie schaft sich doch nicht selber ab, da könnten ja Arbeitsplätze verloren gehen.

von Alexander Audrit

Das wünschen wir uns auch...

...solche überflüssigen Dinge wie Bodennutzungshaupterhebung könnte man als erstes abschaffen. Alle nötigen Daten stehen im Antrag auf Betriebsprämie. Dann könnte man alles im Zusammenhang mit Agrardiesel abschaffen indem wir in der Landwirt gefärbten Diesel fahren dürften. Und dann endlich diesen Schwachsinn mit dieser 5Jahres Regelung zum Grünlandumbruch abschaffen. Zigtausende ha Grünland würden garnicht erst ungebrochen wenn es diesen Schwachsinn nicht geben würde. Sehr geehrte Frau Heinen Esser, bitte packen Sie es an und nicht immer nur drüber reden. Vielen Dank!

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