Heutiger Fleischkonsum nicht mehr lange aufrechtzuerhalten?

Der Fleischkonsum, wie wir ihn heute kennen, soll nicht mehr lange so aufrecht erhalten werden können. Stattdessen wird Fleisch zum Luxusprodukt. Das meinen zumindest Forscher des Stockholm International Water Institute (Siwi) anlässlich des weltweiten Wassertages in ihrer neuen Studie.

Der Fleischkonsum, wie wir ihn heute kennen, soll nicht mehr lange so aufrecht erhalten werden können. Stattdessen wird Fleisch zum Luxusprodukt. Das meinen zumindest Forscher des Stockholm International Water Institute (Siwi) anlässlich des weltweiten Wassertages in ihrer neuen Studie. Verantwortlich dafür sei der wachsende Fleischkonsum in den Schwellenländern nach westlichem Vorbild, das Wachstum der Weltbevölkerung und die zunehmende Wasserknappheit.
 
Wie der Spiegel aus der Studie zitiert, nimmt die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 von heute 7 auf 9 Mrd. Menschen zu. Es gebe jedoch auf den derzeit verfügbaren Ackerflächen schlicht nicht genug Wasser, um sie mit dermaßen viel Fleisch zu ernähren. Denn die Landwirtschaft verbrauche rund doppelt so viel Wasser wie alle anderen Aktivitäten der Menschheit zusammen. Dabei habe die Fleischproduktion wiederum den höchsten Wasserverbrauch. Die Herstellung eines einzigen Kilogramms Schweinefleisch verschlingt rund 10.000 Liter.
 
Gerade noch so möglich sei die Fleischernährung aller Menschen, wenn der Anteil tierischen Proteins von heute 20 auf 5 % sinken würde. Dafür sei aber ein gut organisiertes und verlässliches System des Lebensmittelhandels notwendig, das es nicht gibt. Beispielsweise funktioniert es ja heute schon beim Getreide nicht. Denn eigentlich gibt es schon heute genug Getreide, um noch weit mehr als 9 Mrd. Menschen zu ernähren. Doch mehr als die Hälfte des Getreides wird zu Viehfutter und Biosprit verarbeitet oder landet im Müll, so die Wissenschaftler. 925 Mio. Menschen würden unter Mangelernährung leiden.
 
Weitere Probleme sind der wachsende Energiebedarf der Menschheit - der in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich drastisch steigen wird - und die globale Erwärmung. Dass es den Menschen gelingt, den Treibhauseffekt zu dämpfen, halten die Schweden ebenfalls für sehr unwahrscheinlich. Daher wird es nach ihrer Ansicht künftig immer öfter Dürren, Stürme oder schwere Regenfälle geben, die die Getreidepreise in die Höhe treiben.
 
Das Bild, welches die Wissenschaftler zeichnen, ist daher recht düster. Neue Ackerflächen könnten irgendwann nicht mehr erschlossen werden und schon jetzt gebe es deutliche Anzeichen, dass der ständig steigende Ressourcenbedarf die Technologie überfordert - und am Ende auch den Planeten. Nach Berechnungen des Forscherverbands Global Footprint Network verbraucht die Menschheit derzeit eineinhalbmal so viele Ressourcen, wie die Erde bereithält. Der kommende Wassermangel leiste sein übriges dazu, zitiert der Spiegel. (ad)

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.