Grünen-Vorstoß

Hofreiter und Künast wollen artgerechte Tierhaltung bis 2035

Die Grünen wollen ihre politische Position in Sachen Tierschutz schärfen. Eine Gruppe hat daher die Borchert-Empfehlungen ein wenig nach ihren Vorstellungen "optimiert".

Mit einem Sieben-Punkte-Planschlägt eine Gruppe grüner Abgeordneter um Fraktionschef Anton Hofreiter und Ex-Landwirtschaftsministerin Renate Künast einen Umbau der Tierhaltung bis zum Jahr 2035 vor.

Wie der Spiegel aus dem Papier zitiert, soll zunächst bis 2028 ein gesetzlicher Standard erreicht sein, der den Tieren „ein Leben ohne andauernde Leiden und Schmerzen ermöglicht", wie es. Bis 2035 soll dieser Standard so ausgebaut werden, dass die Tiere ein auf jeder Stufe der Tierhaltung artgerechtes Leben haben.

Der Grünen-Plan soll eine Reaktion auf den Bericht der Borchert-Kommission sein, die für das Bundeslandwirtschaftsministerium Empfehlungen zur Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland erarbeitet hat, erklärt der Spiegel weiter. Die Kommission hält eine substanzielle Erhöhung des Tierwohlniveaus für unumgänglich, auch um die gesellschaftliche Akzeptanz der Nutztierhaltung zu erhalten.

Laut Renate Künast würden die Vorschläge der Borchert-Kommission zwar in die richtige Richtung gehen, aber nicht die richtige Transformation der Tierhaltung schaffen. Zudem sei eine Reduktion der Tierzahlen nicht das Ziel der Kommission. Die Grünen-Politikerin ist überzeugt, dass die Tierhaltung in der heutigen Art und Dimension künftig keinen Bestand haben wird vor Gerichten und Kundenwünschen, daher sei es unfair, den Landwirten gegenteiliges zu erzählen. Ein Umbau der Tierhaltung muss ihrer Ansicht nach auf jeden Fall mit einem Abbau der Tierbestände einhergehen.

Anton Hofreiter

Anton Hofreiter (Bildquelle: toni-hofreiter.de)

Zur Finanzierung stellen sich die Grünen laut Spiegel eine Fleischsteuer - im Parteisprech "Tierschutzcent" genannt - vor, wie von der Borchert-Kommission empfohlen; das wären 40 Cent pro Kilogramm Fleisch, 2 Cent pro Liter Milch und 15 Cent pro Kilogramm Käse- und Butterprodukte. Diese Steuer soll laut Grünen-Vorschlag durch Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze und einen höheren Mindestlohn sozial flankiert werden.

Die Gruppe kritisiert darüber hinaus, dass teilweise seit Jahren geltende Rechtslagen nicht umgesetzt würden. Dabei sei Tierschutz doch Staatsziel und habe damit Verfassungsrang. Es sei nicht hinnehmbar, dass anhaltende Verstöße gegen geltende Normen seit Jahren toleriert werden, heißt es.

Zur Kenntlichmachung für den Verbraucher würden die Grünen zudem eine verbindliche Herkunftskennzeichnung flächendeckend einführen. Anton Hofreiter wünscht sich auch ein "nationales Tierschutz-Monitoring", um zu messen, wie gut es den Tieren gehe. Ein Bundesbeauftragter für Tierschutz sollte die Bedeutung des Themas aufwerten.


Diskussionen zum Artikel

von Anton Braun

Geschichte

Als Frau Künast in der rotgrünen Koalition Landwirtschaftsministerin war wurde hinter den Kulissen beschlossen, dass gentechnisch verändertes Soja aus USA in Deutschland ohne jegliche Deklaration vertrieben wird. Der wahrscheinliche Grund war, dass Bundeskanzler Schröder sich wegen ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

2 Cent

für Milch, da lachen ja die Hühner. Herr Hofreiter und Frau Künast haben so wie die Borchert Kommission wohl keine Ahnung von den Kosten der Milcherzeugung.

von Gerhard Steffek

Wer mit 20 kein Sozialist ist, hat kein Herz -

wer es mit 40 noch ist, keinen Verstand. Sagte einmal Churchill. Da die Beiden doch schon weitab von 40 sind, muß denen doch noch mehr abgehen? Ich vermute mal auch noch der Anstand, denn so wie diese sich immer wieder die Landwirte als Opfer aussuchen, ist es eigentlich nicht recht viel ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Ein Biologe und eine Juristin...

Bloß gut ,das es die Grünen gibt.Man hätte sonst(obwohl traurig) gar nichts zu lachen über diese beiden „lieblichen und fachlich so kompetenten Menschen...“

von Jens Oliver Krause

Da war doch was!?

Liebe Politiker der grünen Fraktion, allen voran Frau Künast und Herr Hofreiter!! Bitte sortieren Sie erst einmal Ihre Gedanken, bevor Sie fordern. Selbst meinen Kindern versuche ich bei zubringen erst zu denken, dann zu reden. Vor nicht allzu langer Zeit kam aus den Reihen der Grünen ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Nach Corona ist vor Corona.

Die Verbraucher kaufen billig. Und wenn die Auswirkungen von Corona erst deutlich finanziell sichtbar werden, geht es erst richtig los. Aber die Politiker sind derart abgehoben, dass sie die täglichen Sorgen der normal verdienenden Bürger nicht mehr wahrnehmen und unverdrossen ihre ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Da kommt imme rauf die Sichtweise drauf an, und wer es bezahlen möchte!

Ansonsten wird es wie die Käfighaltung, alles ins Ausland verlagert, weil hier Kener breit ist dafür mehr auszugeben! Wir stehen schon mit dem Rücken ander Wand, da brauchen wir nicht noch zusätzlich Dresche! Liebe Grüne bringt Euch konstruktiv ein, alles andere ist unnötiges ... mehr anzeigen

von Stefan Lehr

Verwunderung?

Es waere ja auch verwunderlich gewesen, wenn von dieser Seite nicht noch mehr Verschaerfungen und Regelungen gefordert wuerden. Gerade diese beiden "Spitzenpolitiker" wissen ja genau wie Landwirtschaft und Tierhaltung funktioniert und was unsere NUTZtiere dringend benoetigen. Leider ... mehr anzeigen

von Bernhard ter Veen

@Lehr

nein...Sie sitzen nicht weil Sie gewählt wurden...sondern weil unser "Listenwahlsystem" ihnen nach Prozentuellem Wähleranteil einen Platz dort gegeben hat. Wenn diese Leute auch nur einen Wahlkreis für sich hätten gewinnen müssen gäb es die Grünen NICHT im Parlament. SO.

von Klaus Goller

Ausbildung

Na hoffentlich haben Hofreiters Kontrolleure dann auch ne militärische Ausbildung. Die werden sie nämlich brauchen, wenn sie die Tierhaltungen in Rumänien, Bulgarien und Russland kontrollieren wollen. In Deutschland wirds dann nämlich nix mehr zu kontrollieren geben. Ohne ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Die Grünen mögen doch erst malbwieder aufdringlich Boden

der Tatsachen zurückkommen sonst schafft man es das die Tierhsltung noch ganz verschwindet. Die Nieferländuschen Grünenbwsren ha schon so frei zu sagen: Halbierung der Tierzahlen. Wovon wollen die Grünen uns dann ernähren ?? Nur Salat geht sich nicht!

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