Hofreiter will Agrarzahlungen auch an Arbeitsbedingungen koppeln

Die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft und im Gemüsebau sollen eine Rolle bei der Verteilung der EU-Agrarzahlungen spielen. Das fordert der Grüne Anton Hofreiter.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert, EU-Agrarsubventionen an Mindeststandards für Arbeitskräfte zu koppeln. „Es muss gelten: kein EU-Geld für Betriebe, die gegen Arbeitsrechte verstoßen“, sagte Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er hatte sich diese Woche in Südspanien über den Gemüseanbau informiert. Die Bundesregierung müsse sich dafür einsetzen, dass die Einhaltung von Mindeststandards überprüft werde, sagte er.

Discounter müssten verpflichtend ihrer Verantwortung für Lieferketten nachkommen. „Das Ziel muss sein: Jede Tomate, die bei Lidl, Rewe, Aldi & Co über das Kassenband geht, muss aus fairen Arbeitsbedingungen stammen“, so Hofreiter weiter.

Die Arbeiter hätten ihm erzählt, unter welchen Bedingungen sie lebten, berichtete der Fraktionschef der dpa. „Sie wohnen teilweise in Slums, erhalten Lohn von unter 5€ pro Stunde, Abzüge für Arbeitskleidung wie Handschuhe, Überstunden, zwei Minuten Zeit für Toilettenpausen, falsche Arbeitsverträge, wer seine Rechte einfordert, kriegt Kündigungsdrohungen und wird freigestellt“, so Hofreiter weiter. Verbraucher wollten keine Tomaten auf dem Teller, die aus solchen Bedingungen stammten.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans-Gottfr. Gresshöner

An Peter Schmid

Der Anton darf so auftreten,das ist sein Recht auf Persönlichkeit.

von Peter Schmid

Der Alleswisser Hofreiter

Dieser (...) soll erst mal zum Frisör gehen ,bevor er solchen Unsinn von sich gibt

von Karlheinz Gruber

Nachdem ja die Politik

insbesondere die Grünen und NGOs die Arbeitsbedingungen über unsinnige Auflagen und Hetze gegen Landwirte immer schlechter machen, könnte danach ein sehr gutes Einkommen für die Bauern drinnen sein. Oder ist das nur eine neue Form der Leibeigenschaft?

von Hans-Gottfr. Gresshöner

Kartoffelferien

Ich bin dafür,wieder Kartoffelferien einzuführen,damit Schüler wieder etwas mehr Kontakt zur Landwirtschaft und Grundnahrungsmitteln bekommen.

von Eugen Sauter

Arbeitskräfte

Hofreiter fordert als nächstes dass Friday for Future Kids zu Biobauern ausgebildet werden, damit für die Arbeitsintensive Landwirtschaft genügend Kräfte da sind und so wieder Kleinbäuerliche Strukturen geschaffen werden.

von Ludwig Rasche

Herren

feiner Herr, schön rausgeputzt hat er sich. So ein Sprachrohr wie er hätte ich auch gerne!

von Gerald Hertel

Vielleicht wird der Bundeskanzler

von Volker Grabenhorst

Als Hofreiter wurden seit dem Mittelalter Dorftrottel bezeichnet, die ein Pferd sattelten und losreiten wollten, aber nicht in der Lage waren das Tor eines Vierseiterhofes zu finden. Eine fragwürdige Berühmtheit erreichte der "dulle Anton" im Jahre 1719. Er soll, so wird berichtet, drei Tage lang im Innenhof seines väterlichen Anwesens in Hessisch Oldendorf um eine Buchsbaumhecke herum geritten sein, bis er völlig entkräftet von seinem Zossen stürzte. Er wurde mit Schimpf und Schande aus dem Dorf vertrieben und soll sich nach Süden abgesetzt haben. Noch heute wird dem dullen Anton in Hess. Oldendorf gedacht: An jedem Gründonnerstag reiten Kinder auf langmänigen Steckenpferden, den sogenannten Zausel-Zossen, um eine Dorflinde herum und singen das Lied: "Duller Anton ritt im Hof Zum Torfinden war er zu doof Dreier Tage tat er dies Bis das Pferd ihn fallen ließ." Regional ist Hessischen die Redensart "um die Hecke reiten" bekannt, mit der langatmige, inhaltsleere Auführungen bezeichnet werden. Über Hessen hinaus wird im Volksmund vom "den Anton machen" gesprochen, wenn jemand ständig das Gleiche sagt und meint durch ständige Wiederholungen den Wahrheitsgehalt seiner Aussage belegen zu können. Ob die im Ruhrgebiet gängige Bezeichnung für einen grenzdebil-sabbelnden Mitbürger als "Brabbeltoni" mit dem dullen Anton zusammenhängt, wird zur Zeit von der Heinrich-Böll-Stiftung untersucht. Die Untersuchung ist Teil einer Forschungsarbeit unter dem Titel "Zurück zu den Grünen Wurzeln". (Näheres zu der spektakulären Studie auf Nachfrage. Nur soweit: Einige Ergebnisse sind "Verschlussache".) Original von H. Knoobs

von Rudolf Rößle

Vor

der Haustüre von Herrn Hofreiter fahren jeden Tag unterbezahlte Paketboten, arbeiten 450 Euro Jobber,die das doppelte Wert sind. Schaut man sich den Rinderreport von BW der letzten 5 Jahre an und den Stundenlohn der erzielt wurde, wird einem in Zukunft bei ständig steigenden Kosten schon bange. Milliarden schwere Firmen zahlen kaum Steuern , so dass Geringverdiener auch noch hohe Abgaben an das Sozialsystem abführen müssen. Banken verlangen Überziehungszinsen von Menschen, denen das Wasser bis zum Hals steht. Viel Glück, in den Ländern, in denen Sie in der Verantwortung sind. BW sollte also glänzen vor Freude.

von Berthold Lauer

Widerspruch

"Verbraucher wollten keine Tomaten auf dem Teller, die aus solchen Bedingungen stammten." Widerspruch, Herr Hofreiter, genau solche Tomaten will der Verbraucher, seit Jahrzehnten schon. Sommer wie Winter. Was er nicht will: Er will die Produktionsbedingungen nicht wissen, weder die Anbaumethoden noch die sozialen Bedingungen für die Arbeiter noch die ökonomischen Bedingungen für die Landwirte!

von Martin Schmidt

Lieber Anton Hofreiter

Auflagen funktionieren nur in abgeschlossenen Wirtschaftsräumen, ich bitte um kurzfristige Schließung der Grenzen. Ansonsten führen ihre Ideen zur Schließung der meisten landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Deutschland.

von Martin Schmidt

Lieber Anton Hofreiter

Auflagen funktionieren nur in abgeschlossenen Wirtschaftsräumen, ich bitte um kurzfristige Schließung der Grenzen. Ansonsten führen ihre Ideen zur Schließung der meisten landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Deutschland.

von Steffen Ehrlich

Politikergehälter an Leistungen koppeln

Ich bin dafür, dass die Gehälter der Politiker an deren Leistungen gekoppelt werden. Und wenn sie gut sind, können sie von mir aus auch richtig viel Geld verdienen. ABER, KEIN GELD FÜR - ideologische, hetzerische Wahnkampagnen - unbegründete Ängsteschürerei - Missbrauch der Jugend zur Stimmungsmache - Verarschen der Bevölkerung DIE GRÜNEN-Politiker müssten dann wohl Sozialhilfe beantragen. Kein Geld für Politiker, die zu blöd sind, eine EU-konforme Maut einzuführen, die sich von 17 % Nichtswissern und Nichtsdenkern ein Volksbegehren aufdrehen lassen, obwohl 83 % nicht dafür waren usw. Also auch schwere finanzielle Zeiten für die CSU-Politiker! Nie hatte Deutschland so schwache Politiker, egal welcher Partei. Da wird einem Angst und Bange. Anstatt die Grünen permanent zu pushen, sollten die Medien endlich neutral sein und auf die ganze Bande Druck ausüben. So wird erst die Landwirtschaft in Deutschland und dann der Rest ruiniert. Die Union und SPD schaffen das - vielleicht etwas langsamer - und wenn die Grünen dran sind, geht es halt dreimal so schnell. Hofreiter ist der beste Beweis dafür. Soll er sich mal für "faire Arbeitsbedingungen" für uns kümmern. Innerhalb der EU und innerhalb Deutschlands. Er und seine Konsorten sorgen doch eher dafür, unsere Bedingungen immer schlechter werden.

von Wolfgang Daiber

jawohl Herr Hofreiter die Direktzahlungen koppelt an die Arbeitsleistung !

Dann werden ihre" Direktzahlungen" von Deutschen Staat an Sie ,an die Arbeitsleistung gekoppelt.Wer "heiße Luft "produziert,bekommt auch Dieselbe ausbezahlt. Nix mit Zehntausend Euro jeden Monat aufs Konto, wer die Arbeitsbedingungen in Südspanien kontrolieren will ,soll mit den Fahrrad nach Spanien radeln,dann sieht er wenn er in Berlin losfährt wie hart die europäischen Landwirte arbeiten. dann sehen sie wie die europäischen Landwirte unsere Kulturlandschaft pflegen und hegen . Jetzt können sie auch sich darüber Gedanken machen wie ihr ökologischer Fußabdruck aussieht.Auf dem Weg nach Spanien können Sie mich mal in meinem Heimatdorf besuchen,da kann ich ihnen dann Beispiele zeigen ,wie eine Grüne Landesregierung mit landwirtschaftlichen Flächen umgeht,wenn es um den Ausbau der Infrastruktur geht. In Einem bin ich mit Ihnen einig, wir brauchen Europaweite, nein weltweite Mindeststandards ohne diese wird es nichts mit der Gerechtigkeit. Solange Sie aber nur in der Weltgeschichte rumreisen,und heiße Luft erzeugen(aus den Flugzeugturbinen kommt nun mal diejenige)solange wird das nicht mit einer gerechteren Welt

von Gerhard Lindner

Ich dachte die Grünen setzen sich für mehr Klimawandel und Artenschutz ein. Warum muss er dann erst nach Spanien fliegen, hätte dies gewiss zu Fuß mit dem Jakobsweg verbinden können, um Gemüse aus aller Herren Länder nach Deutschland zu fahren oder einzufliegen. Wenn man schon das Klima schützen will, sollte man mit gutem Beispiel vorausgehen und sich für regionales und vor allem saisonalles Gemüse und Lebensmittel, welche Vorort produziert und mit kurzen Transportwegen zum Verbraucher kommen, einsetzen. Dies würde unsere Strassen extremst entlasten. Für die Gesundheit der Verbraucher wäre es gewiss auch von Vorteil wenn sie sich mit heimischen Gemüse ernähren. Ich dachte diese Partei setzt sich für mehr Nachhaltigkeit ein und wirbt für die Tante Emma Läden. Stattdesen kümmert er sich um Aldi Lidl und Co. Lieber Herr Hofreiter, wirklich Grün sieht anders aus.

von Eggert Delfs

Wer denkt eigentlich an die Unternehmer?

Die Solidarität des Herrn Hofreiters mit den Helfern ist sehr edel. Allerdings arbeiten auch viele landwirtschaftliche Unternehmer weit unter dem Mindestlohn und tragen darüber hinaus noch das volle unternehmerische Risiko. Solche Sichtweise wird in der Regel mit dem Argument abgebügelt, dass der Unternehmer ja die Freiheit hat, sein Unternehmen aufzugeben. Allerdings hat auch jeder Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich lukrativere Arbeitsplätze zu suchen oder aber gute Gründe, sie gerade zu wählen.

von Bernhard Kremling

Lieber saisonal und regional

Da kauf ich mein Gemüse beim Erzeuger aus meiner Region, und esse was grad Saison hat. So brauch ich mir auch keine Gedanken über Mindeslöhne Spanischer Landarbeiter machen. Ich weiß auch nicht ob Herr Hofreiter die riesigen Flächen mit Plastik Abdeckungen gesehen hat, bei uns macht man Riesen Wirbel mit den Tütchen beim Gemüseinkauf und in Spanien sind ganze Regionen abgeplant,mich würde mal intersieren wie das ganze Zeug entsorgt wird.

von Albert Maier

Beim Lesen der Überschrift...

..... dachte ich, endlich denkt auch mal einer an die Bauern. Weit gefehlt.

von Markus Grehl

Mindestlohn

Den hätte ich auch gerne für jede Stunde die ich im in Stall und auf dem Feld oder im Büro bin. Aber das ist einem Betriebsleiter nicht vergönnt...

von Hans Nagl

JA er hat damit absolut Recht

Wenn unsere Konkurrenz im Ausland und auch im Inland Mindestlöhne zahlen muss ist uns allen geholfen.

von Josef Doll

Bin ich dafür

Ich finde es auch gut wenn das Obst und Gemüse vom Ausland kommt. Ein Mindestlohn mindestens von 14 € würde die Schweineproduktion und Milchproduktion auch ins Ausland verlagern !!! Spitze schon hat die Landwirtschaft das Klimaziel ----einfach---- so erreicht. Halt--- um-- das <<< Klimaziel >>> ohne Verbote zu erreichen könnte man dem Bauern noch die und jene Auflage machen !!! Und jetzt mein Gegenvorschlag ES DARF AUCH NUR OBST-- GEMÜSE --GETREIDE und FlEISCH SICHER INS Diskonterregal die diese Bedingungen auch im Ausland erfüllen !!! VIELLEN VIELLEN DANK

von Bernhard ter Veen

endweder

der oder die haben völlig den Bezug zur RealenWelt verloren...oder das Zeugs was die Rauchen vernebelt ihnen den Verstand völlig... egal was das für n Zeug ist - ER sollte vor allem leiber die Finger davon lassen... wohl vom letzten Trip nicht mehr runter gekommen wa ?

von Jörg Meyer

Interessanter Spagat

Arbeitplatzqualität , tietwohl Umweltschutz etc... und das ganze im deutschen Discounter

von Henrik Plaas-Beisemann

Der Verbraucher will in erster Linie

Tomaten zu jeder Jahreszeit. Wer deutsche oder niederländische Tomaten essen würde, wenn diese reif sind, bräuchte sich über Arbeitsbedingungen in Almeria -da gibt es auch gut arbeitende Betriebe, alle über eine Kamm scheren wäre auch hier falsch- nicht beklagen. Gruselig ist auch mal wieder, wie wenig Ahnung Hofreiter über den Einfluss von Agrarzahlungen auf die unterschiedlichen Betriebstypen hat. Während viele Michvieh-, Mutterkuh- und Ackerbaubetriebe zwingend auf die Flächenprämie angewiesen sind. Spielt diese in der Kalkulation eines hochintensiven Gemüsebaubetriebes eine untergeordnete Rolle. Analytisches Denken ist nicht so seine Stärke. Was mir noch auffällt: Flugscham scheint er noch nicht zu haben. Was Greta davon wohl hält?

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