EU

Hogan verteidigt Kappung der Direktzahlungen

Weil es in der Öffentlichkeit immer wieder Kritik an Direktzahlungen für große Agrarbetriebe gibt, ist eine Prämienkappung für Kommissar Phil Hogan unerlässlich. Er schlägt eine Reduktion ab 60.000 Euro vor. Absolute Obergrenze wären 100.000.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat die von seiner Behörde vorgeschlagene verpflichtende Obergrenze für die landwirtschaftlichen Direktzahlungen erneut verteidigt. Mit einer solchen Obergrenze sei eine gerechtere und gezieltere Verteilung der landwirtschaftlichen Einkommensunterstützung möglich, sagte er.

Der Kommissionsvorschlag sieht bekanntlich eine ab 60.000 Euro degressiv und ab 100.000 Euro absolut wirksame und verpflichtende Obergrenze pro Betrieb und Jahr vor. Die Entscheidung dazu haben die Staats- und Regierungschefs an sich gezogen; sie soll im Herbst dieses Jahres im Zusammenhang mit der Festsetzung des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) für 2021 bis 2027 getroffen werden.

Hogan weist darauf hin, dass mit der Obergrenze auch der öffentlichen Kritik entgegengetreten werden solle, wonach derzeit die großen landwirtschaftlichen Betriebe besonders hohe Geldbeträge erhielten. Solche Unternehmen hätten jedoch aufgrund von Skaleneffekten einen niedrigeren Bedarf bei der Einkommensunterstützung.

Gelder bleiben im Mitgliedstaat

Zugleich unterstreicht der Agrarkommissar in seiner Antwort, dass negative Auswirkungen auf die Beschäftigung vermieden werden sollen. Daher sei vorgesehen, dass sämtliche Arbeitskosten eines Betriebes einschließlich der Familienarbeitskräfte bei der Obergrenze berücksichtigt werden.

Die durch die Kappung resultierenden zusätzlichen Finanzmittel würden in dem jeweiligen Mitgliedstaat verbleiben, versichert Hogan. Er stellt außerdem klar, dass die durch die Obergrenze freiwerdenden Gelder benötigt würden, um das gegenwärtige Niveau der Direktzahlungen in der Ersten Säule für kleine und mittlere Betriebe trotz der vorgesehenen Agrarbudgetkürzungen zu stabilisieren. Ziel sei es, die „Standardfamilienbetriebe“ in der gesamten Europäischen Union zu erhalten, betont Hogan.

Die EU-Landwirtschaftsminister hatten sich beim Agrarrat im Dezember zu großen Teilen für eine freiwillige Einführung der Obergrenze ausgesprochen. Katainen hatte wissen wollen, inwieweit die EU-Kommission den Mitgliedstaaten Flexibilität bei der Umsetzung der Kappung einräumen wolle.

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Diskussionen zum Artikel

von Anton Heukamp

Die Kappung mit vielen Ausnahmen zu reduzieren, erzeugt Bürokratie! Folglich die Frage, ob eine Kappung (real) gewollt ist, oder nicht. Das sollte Brüssel beantworten. Falls ja, dann Grenze festlegen und kappen, falls nein, dann nicht weiter darüber sprechen und Verunsicherung ... mehr anzeigen

von Martin Siekerkotte

unnötig

Wir brauchen eine Ziel geführte Agrarpolitik die von allen mitgetragen wird

von Gerd Zimmermann

Kappung schafft nur neue Bürokratie

Zu Beginn meines landwirtschaftlichen Betriebs wurden die Direktzahlungen als Preisausgleich eingeführt. Je ha Ackerland oder Stilllegung ein Ausgleich für die entgangenen Erlöse. Je mehr ha also auch mehr Ausgleich. Durch ständig höhere Auflagen gab es nur einen Weg: mehr ha. Dann ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Möge es der eine oder andere Gerecht finden -

aber diese Kappung ist mit Vorsicht zu genießen. Denn auch wenn es noch seine Zeit dauern wird, der "Standardfamilienbetrieb" wird verschwinden und dann bleiben nur noch Großbetriebe die von der Kappung betroffen sind. Diese "Obergrenze" der Ausgleichszahlungen ist nur ein weiterer ... mehr anzeigen

von Karl Neidlinger

hogans kappung

total vernünftig die Kappung sollte schon früher beginnen

von Werner Hirsch

Ausgleichszahlungen sind keine Einkommensunterstützung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Lieber Herr Hogan! Wir bekommen Ausgleichszahlungen für von Euch Superhirnen beschlossenen Auflagen. Diese verteuern unsere Produktion im internationalen Wettbewerb und das wird teilweise!!!!! abgegolten. Schämen Sie sich! Ihr Vorschlag ist ein Anschlag gegen den ländlichen Raum. Die ... mehr anzeigen

von Günter Bliwernitz

Mehr Bürokratie

Damit gibt es noch mehr Bürokratie statt des versprochenen Gegenteils! ABl

von Albert Maier

Vernünftig!

Hogans Vorschläge sind absolut vernünftig und längst überfällig!!

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