Politik muss handeln

Horper: "Werbung mit skandalösen Preisen verbieten!"

Bauernpräsident Horper fordert ein Verbot von Werbung für Nahrungsmittel mit skandalösen Preisen. Er setzt auf soziale Marktwirtschaft, die verteidigt werden müsse.

Angesichts der aktuellen, dramatischen Butterpreissenkung im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) fordert der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, erneut, dass die Werbung mit Ramschpreisen rechtlich untersagt werden muss.

„Der LEH knüppelt erneut die Preise nach unten, wohl wissend, dass die privaten wie genossenschaftlichen Molkereien sich wechselseitig unterbieten. Obwohl der „Weltmarktpreis“ für Butter zuletzt deutlich gestiegen ist, verweist der Handel darauf, „dass Weihnachten rum sei und schon immer die Abgabepreise für Päckchenbutter nach Weihnachten zurückgingen“.

Eine derartige Vorgehensweise sei keine Partnerschaft zum Wohle aller, sondern eine marktbeherrschende Diktatur der großen Handelsketten. Gleichzeitig werde der Wert von Nahrungsmitteln mit Füßen getreten. „Das ist politisch und gesellschaftlich skandalös sowie wirtschaftlich ruinös“, so Präsident Horper weiter. Diese unlauteren Handelspraktiken seien zu verbieten und das Wettbewerbsrecht entsprechend anzupassen.

„Ich fordere die Politiker aller Parteien auf, sich nicht nur in marktwirtschaftlichen Theorien zu ergehen, sondern Farbe zu bekennen und die Bedeutung von Nahrungsmitteln sowie die Zukunft der Landwirtschaft zum Maßstab ihres Handelns zu machen. Das, was wir gesellschaftlich und politisch wollen, wird vom Lebensmitteleinzelhandel nach wie vor nicht respektiert. Insofern muss der Lebensmitteleinzelhandel an die Kette genommen werden“.

Die jüngsten Protest- und Blockadeaktionen von Milchbauern hätten gezeigt, dass bisher weder Gespräche noch Vernunft zu einem Umdenken in den Führungsetagen geführt hätten. Dies müssten auch die Parlamentarier im Deutschen Bundestag erkennen. Sowohl das Kartellrecht wie auch das Wettbewerbsrecht müssten dringend angepasst und Machtmissbräuche verhindert werden.

„Wer die soziale Marktwirtschaft erhalten will, muss eine zerstörerische Marktwirtschaft mit allen Mitteln bekämpfen. Die Werbung für Nahrungsmittel mit skandalösen Preisen muss verboten werden“, so Präsident Horper abschließend in einer in Koblenz veröffentlichten Presseerklärung des Verbandes.

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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Gerner

Die Forderung kann nur scheitern.

Denn was ist gerade noch ein nicht skandalöser Preis und was ist gerade so ein skandalöser Preis? Aber warum muss man bei Fleisch überhaupt mit einem Preis werben? Warum verbietet man das Werben mit Preisen nicht völlig und lässt stattdessen die Anbieter nach Herzenslust mit ... mehr anzeigen

von Siegfried Ritz

Keine Molkerei muss für den Preis verkaufen

Wenn der Preis doch am Weltmarkt höher ist als der Preis den der LEH bezahlt, warum wird nicht am Weltmarkt verkauft? Es wird keiner gezwungen für skandalöse Preise Milch oder anderes zu produzieren und zu verkaufen. Jeder entscheidet für sich selbst ob er zu diesen Preisen produziert.

von Gerd Uken

Da muss man sich mal in die Kahe des Geschäftsführers versetzen

Der weiß wieviel Milch kommt und welche Verwertung er hat. Wöchentlicher überlegt ob man Sahne oder Butter daraus macht. Man kann natürlich auch VMP daraus machen und nach Chkba schicken. Was wenn Numbers Mozzarellageschöft nicht so läuft, Restaurants geschlossen, Kantinen dicht ... mehr anzeigen

von Christian Sancken

Werbung verbieten ?

Die sollen skandalöse Preise verbieten diese Idioten und nicht die Werbung.

von Gerald Hertel

was

ist ein skandalöser Preis

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