Importstopp: COPA-COGECA mahnt dringende Hilfe für Schweinesektor an

Dem europäischen Bauern- und Genossenschaftsverband COPA-COGECA geht die bisher von der EU zugesagte Unterstützung für vom russischen Importverbot betroffenen Erzeuger nicht weit genug. Brüssel müsse nun weitere gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Dem europäischen Bauern- und Genossenschaftsverband COPA-COGECA geht die bisher von der EU zugesagte Unterstützung für vom russischen Importverbot betroffenen Erzeuger nicht weit genug. Brüssel müsse nun weitere gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren. So sei nun auch der EU-Schweinefleischsektor massiv unter Druck geraten

„Die Landwirtschaft der EU ist nicht verantwortlich für diese Krise, und dennoch zahlen die Landwirte die Zeche“, kritisierte Copa-Präsident Albert Jan Maat. Diese Krise sei das Ergebnis internationaler Politik. Die europäischen Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften dürften daher nicht mit dieser Belastung allein gelassen werden. Er forderte zusätzliche Finanzmittel, die nicht aus dem Haushalt für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) kommen.
 
„Mit Preisen, die in manchen Fällen um mehr als 50 % eingebrochen sind, hat die Krise gezeigt, dass wir die Nutzung von Krisenmanagementinstrumenten im Falle schwerer Marktstörungen verstärken müssen“, so Maat weiter. Er schlägt eine Verstärkung der Exportförderungskampagnen und eine Reduzierung der Bürokratie und nichttarifären Handelshemmnisse vor.  

„Da wir normalerweise 24 % des Gesamtwertes der EU-Schweinefleischexporte nach Russland ausführen, leidet der Sektor schon seit Monaten unter dem Embargo. Es müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Lage ergriffen werden, insbesondere für spezifische Produkte wie Fett und Nebenprodukte. Es müssen auch Absatzförderungskampagnen für Schweinefleisch eingerichtet werden“.

Preise für Obst- und Gemüse eingebrochen

Die Hilfen für den EU-Obst- und Gemüsesektor lobte Maat zwar grundsätzlich.  Da aber 29 % der europäischen Obst- und Gemüseexporte normalerweise nach Russland ausgeführt werden und die Preise in manchen Fällen um bis zu 50 % eingebrochen sind, hält er auch hier zusätzliche gezielte Aktionen für essenziell, um einen weiteren Preisverfall und Einkommensrückgänge zu verhindern. Insbesondere müssten die vorübergehenden Maßnahmen für alle förderfähigen Obst- und Gemüsesorten über Dezember 2014 hinaus fortgesetzt werden und sollten rückwirkend gelten. Für spezifische Obstsorten und -arten sei auch ein Rodungsprogramm nötig.

Beihilferegelung zur privaten Lagerhaltung von Käse gestoppt

„Im Milchsektor zögern die Käufer ihre Kaufentscheidungen aufgrund der Instabilität auf dem EU-Milchmarkt so lang wie möglich hinaus. Es hat mich daher enttäuscht, dass die Europäische Kommission Ende September plötzlich beschlossen hat, die vorübergehende Beihilferegelung zur privaten Lagerhaltung von Käse auszusetzen. Sie sollte schwer durch das Embargo getroffenen Ländern weiter offenstehen. Mit Blick auf die schwierige Lage ist Flexibilität auch auf nationaler Ebene notwendig, damit die von der Superabgabe für Milch Getroffenen sie wieder zurückbekommen. Schließlich besteht die Gefahr, dass die niedrigen EU-Referenzpreise für Milch die europäischen Milchpreise auf ein Niveau unterhalb der Produktionskosten drücken könnten. Der Interventionspreis für Milch muss daher dringend aktualisiert werden, um den steigenden Produktionskosten Rechnung zu tragen“, so Maat abschließend.


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