Regenwald in Flammen

Importstopp von brasilianischen Agrarprodukten in die EU gefordert

Angesichts des mutwillig in Brand gesetzten Regenwaldes am Amazonas fordert Jan Altnickel von der ÖDP politische Konsequenzen für Brasilien und eine Ablehnung des Mercosur-Freihandelsabkommens.

„Die grüne Lunge der Erde wird immer weiter zerstört! Wir nähern uns einem Punkt, wo es kein zurück mehr geben könnte, was das Waldsterben in den Tropen und Subtropen Lateinamerikas betrifft“, sagte Jan Altnickel, Mitglied im Bundesvorstand der ÖDP angesichts des brennenden Regenwaldes in Südamerika.

In Brasilien, Bolivien und Paraguay wüten verheerende Waldbrände. Getan wurde präventiv dagegen zu wenig, kritisiert er. "Vermutlich wurden die meisten Feuer durch Menschen gelegt, um weitere Anbauflächen für Soja und andere Agrarprodukte zu gewinnen." Altnickel ist in diesem Zusammenhang empört über die Freihandelspolitik der EU, angeführt durch die deutsche Bundesregierung und fordert politische Konsequenzen im Umgang mit Brasilien sowie ein Moratorium für den weiteren Abstimmungsprozess des EU-Mercosur Freihandelsabkommens.

„Die EU und Deutschland müssen alles daransetzen, dass diese und andere grüne Lungen der Welt erhalten werden und die indigenen Kulturen und andere Waldschützer selbst geschützt werden“, so Altnickel.Weiter betont der Ökodemokrat, dass das außenpolitische Engagement der Bundesrepublik weitsichtig und ausgewogen sein müsse: „Wieso schließen wir mit den Mercosur-Staaten ein Freihandelsabkommen als Dank für die zunehmende Regenwaldzerstörung ab und fördern damit Raubbau und Menschenrechtsverstöße noch weiter? Was sich dort ereignet, betrifft uns früher oder später auch über klimatische Veränderungen und Flüchtlingsbewegungen.“

Altnickel fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel, umgehend diplomatische Konsequenzen einzuleiten. Die deutschen Bundestagsparteien sollten dem Mercosur-Abkommen im Bundestag in keinem Fall zustimmen. Ein Importstopp für brasilianische Agrarprodukte müsse EU-weit in Erwägung gezogen werden.

Bundesregierung gegen Kündigung von Mercosur

Die Bundesregierung teilte unterdessen am Wochenende mit, das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Wirtschaftsstaatenbündnis Mercosur nicht blockieren zu wollen. Das Abkommen enthalte "ein ambitioniertes Nachhaltigkeitskapitel mit verbindlichen Regelungen zum Klimaschutz", sagte ein Regierungssprecher. Ein "Nichtabschluss" sei daher "nicht die geeignete Antwort auf das, was derzeit in Brasilien geschieht".

Vielmehr stehe das Abkommen für "offenen und fairen Welthandel mit hohen Umwelt- und Sozialstandards." Diese seien für die Bundesregierung "von essentieller Bedeutung".

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor eine Blockade des Abkommens angekündigt. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Staatschefs sagte zur Begründung, Macron sei zu dem Schluss gekommen, dass der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ihn über seine Umweltschutzabsichten belogen habe. "Unter diesen Umständen lehnt Frankreich das Mercosur-Abkommen in seiner jetzigen Form ab."

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Karl Nölp

unsere Bundeskanzlerin ist der gröste feind für uns Bauern sie opfert alles Hauptsache es können Autos expotziert werden mit lug und trug. russlandembargo,Amerika ,südamerikanische länder das ja nichts teuerer wird.

von Karlheinz Gruber

Die Ödp hat doch in Bayern

mit dem Volksbegehren die Brandrodung in Südamerika doch unterstützt. Was bei uns nicht mehr Produziert wird, machen die, und die schaffen jetzt Platz. Ohne wenn und Aber. Tja ÖDP, Ihr habt der Welt einen Bärendienst erwiesen. 30 % Öko und die Menge kommt von draußen rein.... holla hi, holla ho, da werden die Brasilianer froh....

von Willy Toft

Anscheinend kostet das Land dort nur die Brandrodung, und schon hat man Ackerland!

Und wir werden mit allen möglichen Auflagen und Verpflichtungen traktiert! Wie wollen die Europäer Ihre Landwirte hier halten? Hier wird zusätzlich noch der Erzeugerpreis gedrückt, sodass nur noch dort Kostendeckend gearbeitet werden kann, mit all den negativen Auswüchsen auf das Klima der Welt! Wie kommen sich eigentlich die Politiker vor, wenn sie uns all diese Auflagen abverlangen? Sofort alle Importe aus dem Gebiet in den Häfen abweisen! Da wird Keiner der Europäer den Ar... in der Hose haben, und auch mal was für uns Landwirte hier zu tun!

von Alfons Hümmer

Erweiterung meines Kommentars

Wann endlich schreibt die EU dem Handel vor, dass importierte Waren den gleichen Ansprüchen zu genügen müssen, die an Lebensmittel gestellt werden, die von EU-Landwirten erzeugt werden? Warum dürfen im Ausland Pflanzenschutzmittel verwendet werden, die in Europa und besonders in Deutschland sei Jahrzehnen nicht mehr angewendet werden dürfen? Warum dürfen diese damit im Ausland erzeugten Lebensmittel weiterhin in Europa importiert werden?

von Alfons Hümmer

es brennt nicht nur in Brasilien, es brennt auch in andern Ländern Südamerikas. Aber schon lange vorher wurde Regenwald vernichtet, um neue und zusätzliche Flächen für Mais- und Sojaanbau oder neue Flächen für die Haltung von Rindern erzeugen. Der Lebensraum von indigenen Völkern interessiert in den südamerikanischen Ländern keinen Regierungsbeamten. Wir in der EU und besonders in Deutschland haben aber Einfluss darauf, ob diese Entwicklung in Südamerika so weiter geht. Warum produzieren wir in Deutschland weit mehr Schweinefleisch, Rindfleisch, Milch und Geflügelfleisch, als wir in Deutschland verbrauchen? Der Handel weiß, dass man dann am besten verdienen kann: wenn eine Ware knapp ist. Wir Landwirte in Deutschland produzieren, um den eigentlich schon gesättigten Weltmarkt mit Lebensmittel zu beliefern. Den Hunger auf der Welt werden wir aber trotzdem nie einschränken Warum produzieren wir nicht Umwelt? Wenn der deutsche Verbraucher eine "intakte" Umwelt will, soll er auch dafür zahlen, da es nicht anders geht über direkte flächengebundene Zahlungen.

von Renke Renken

Und wie schon gesagt,

die Menschheit in ihrer grenzenlosen Profitgier is es nicht wert, diese Erde zu nutzen. Aber wir forschen ja daran und setzen weltweit zig Mrd in Bewegung um Nachbarplaneten bewohnbar zu machen....... , die Hoffnung beseht darin, irgendwann Gewächshaustomaten und Kiwi vonm Mars zu importieren und einzufliegen..........

von Andreas Thiel

Mercosur Abkommen...

..."enthält ambitioniertes Nachhaltigkeitsabkommen"...Verlogener geht's ja wohl kaum noch!!!

von Rudolf Rößle

Regenwald

wird nicht zu retten sein, wenn die eigene Regierung ihn nicht schützt. Sie könnte ihn ja auch als Naturreservat an das reiche Ausland verpachten. So aber beliefert Südamerika die ganze Welt mit billigen Nahrungsmitteln.

von Georg Summerer

Ausgerechnet die ÖDP!!!!!

Wer hat denn eine Extensivierung der deutschen Landwirtschaft gefordert? Den Verbot von vielen Pflanzenschutzmitteln? Das Insektenvolksverdummungsbegehren? Es war unter anderem die ÖDP! Weniger eigene Produktion heist mehr Import oder Verzicht. Es ist also auch die ÖDP in der Verantwortung auch wenn der Importstopp gerechtfertigt ist.

von Bernhard ter Veen

Wir

werden eine Industriefreundliche Politik hier nicht ändern. Wir haben Niemanden der den Weltweit agierenden Industrieriesen die Stirn bieten kann...weil ALLE früher oder später NUR noch Ihr eigenes Säckel im Blick haben. Vom Lobbyismus gesteuerte Marionetten setzen sich jedesmal wieder über die Köpfe der Bevölkerung hinweg. Denen kann nichts passieren. Sie brauchen nicht für Totalschäden die von ihnen verursacht werden zu haften. Und wenn man später "abgeht" steht ja woanders immer schon ein gutbezahlter Sessel in eben diesen Konzernen für die Marionetten bereit. ...schmieriges Theater.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Angela Merkel

Unsere Kanzlerin steht voll und ganz hinter dem Mercosur - Abkommen. Am Samstag hatte Macron dazu aufgerufen den Brasilianern einen Schuß vor den Bug zu setzen indem man Mercosur in Frage stellt. Die Reaktion von Frau Merkel war, dass sie dieses auf keinen Fall unterstützen wird. Es soll alles so bleiben wie es ist. Für sie sind nur die Lobbyisten wichtig. Sie predigt Klimaschutz trinkt aber das was die Lobbyisten ihr vorsetzen. Übrigens wird das Inferno im Amazonas Regenwald kein Ende nehmen. Ca. 1400 neue Brände wurden allein am Wochenende gelegt. Bolsonaro steht voll hinter den Groß-Agrariern und spielt mit der EU Katz und Maus indem Soldaten zur Bekämpfung des Feuers schickt. Alles Show. Es ist eine riesige Katastrophe weil dieser Regenwald, als grüne Lunge, einen Großteil unseres Sauerstoffs produziert. It`s Time to change.

von Egge Mansholt

:-(

Landwirtschaftliche Produkte gegen Industriegüter, da muß man halt mal die Bauern opfern. Nur ein Industriestaat ist ein reicher Staat. :-(

von Egge Mansholt

:-(

Landwirtschaftliche Produkte gegen Industriegüter, da muß man halt mal die Bauern opfern. Nur ein Industriestaat ist ein reicher Staat. :-(

von Steffen Hinrichs

Unsere Regierung besteht aus Marionetten der Industrie

Hier sollten jetzt auch die FFF Kidis aktiev werden .

von Renke Renken

Und toll

wäre es, wenn jetzt der DBV mal Flagge zeigen würde, aber vielm Hoffnung habe ich da nicht!

von Leon Blitgen

„Wieso schließen wir mit den Mercosur-Staaten ein Freihandelsabkommen als Dank für die zunehmende Regenwaldzerstörung ab und fördern damit Raubbau und Menschenrechtsverstöße noch weiter?

Tja! Das ist der Wille von unserem Grünen Gesindel! Hier wird alles renaturiert dann muss das essen ja irgendwo anders herkommen! Hauptsache bei uns ist die Natur noch schön!

von Renke Renken

Mal sehen,

ob unsere Klimaschutzmutti so viel Arsch in der Hose hat, ich glaub es nicht, aber es wäre , wenn sie es ernst mit dem Klima , die einzige richtige Reaktion. Die Landwirtschaft braucht dieses Abkommen nicht, und nach dem Russlandembargo kann sie mal zeigen, daß sie auch Politik für die Landwirtschaft kann

von Gerd Schuette

Ein "Nichtabschluss" vom Mercosurabkommen zum jetzigen Zeitpunkt ist die einzig verantwortungsvolle Reaktion!

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