Agrarpaket

Insektenschutz: Wendorff bittet Merkel um Unterstützung

Der Geist des geplanten Insektenschutzgesetzes ist aus Sicht des Bauernverbandes Brandenburg herabwürdigend. Es sieht die Landwirte als Hauptverursacher des Insektenschwundes.

Der Landesbauernverband Brandenburg bittet die Bundeskanzlerin, ihre Richtlinienkompetenz zu nutzen und das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung in seiner bisherigen Form zurückzunehmen.

„Auch uns Bauern und Verbandsvertretern ist klar, dass es beim Thema Insektenschutz Veränderungen geben muss. Wir wollen Teil der Lösung sein anstatt Leidtragende einer gut gemeinten aber schlecht gemachten Agrarpolitik zu werden. Deshalb erwarten wir hier ergebnisoffene Gespräche unter Beteiligung des landwirtschaftlichen Berufsstandes.“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff.

In der Landwirtschaft brodelt es seinem Eindruck nach gewaltig: ungewisse betriebliche Zukunftsaussichten, ständig an den Pranger gestellt, mit immer neuen Auflagen überzogen. Und nun noch das Aktionsprogramm Insektenschutz, eingebettet in ein Agrarpaket. Die Bauern hätten es satt. Sie verlangten das Ende einer einseitigen Verbotspolitik. „Wir nehmen nicht länger hin, dass Agrarpolitik über unsere Köpfe hinweg gemacht wird“, stellt LBV-Vizepräsident Heiko Terno klar.

Letzteres sei mit dem Kabinettsbeschluss zum Aktionsprogramm Insektenschutz leider geschehen. "Wenn die Landwirtschaftsministerin nun auf die Verbändeanhörungen im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens verweist, dann ist das formal sicherlich richtig, aber die Grundzüge dessen, worauf sie sich mit Bundesumweltministerin Schulze verständigt hat, stehen fest, wenn die Bundeskanzlerin hier nicht eingreift. Der Geist des geplanten Gesetzes ist herabwürdigend. Es sieht die Landwirte als Hauptverursacher des Insektenschwundes. Es diskreditiert den Berufsstand und provoziert dessen entschiedenen Widerstand", so der Landwirt.

Der Landesbauernverband Brandenburg ruft seine Mitglieder auf, sich an der Demonstration im Rahmen der Umweltministerkonferenz am 14. November in Hamburg zu beteiligen. Darüber hinaus ruft der LBV Brandenburg seine Mitglieder auf, an der Sternfahrt von „Land.schafft.Verbindung“ mit Kundgebung am 26. November in Berlin teilzunehmen.

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Beim Insektenschutz raufen sich Umwelt- und Landwirtschaftsministerium doch zusammen. Es gibt einen neuen gemeinsamen Termin, zu dem auch Landwirtschaftsverbände geladen sind.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

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Diskussionen zum Artikel

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von Guido Müller

Die Landwirtschaft sei nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung, ...

Dienstag, 12.11.2019 XXXXXXXXXX Klimaschutz – Anhörung im Kreistag Mainz-Bingen XXXXXXXXXX Die Landwirtschaft sei nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung, plädierten Experten im Kreistag für eine faire Zusammenarbeit mit den Landwirten. Von Beate Schwenk XXXXXXXXX MAINZ-BINGEN - Das Thema Klimaschutz ist in aller Munde. Es wird viel geredet, viel geklagt und manches angestoßen, von dem am Ende aber längst nicht alles dem anvisierten Ziel zu dienen scheint. Bei einer Anhörung im Kreistag zum Thema Biodiversität und Klimaschutz schrieben die Referenten der Politik einiges ins Stammbuch. Dass es um die Biodiversität (Artenvielfalt) zunehmend schlecht bestellt ist, stellte allerdings keiner in Abrede. Im Gegenteil, für viele heimische Arten ist es inzwischen fünf vor zwölf, andere sind bereits unwiederbringlich verloren. Ackerflächen artenreicher als Brachflächen „Der Biodiversität geht es tatsächlich schlecht“, brachte es Professor Michael Rademacher von der TH Bingen auf den Punkt. In allen Ökosystemen sei ein alarmierender Artenrückgang feststellbar, gerade bei Insekten und Gliederfüßern. Eine wichtige Rolle spiele die Landwirtschaft – freilich nicht als Buhmann, wie das so oft in der öffentlichen Diskussion der Fall sei. „Die Landwirtschaft ist nicht Teil des Problems“, betonte Rademacher, „sondern Teil der Lösung“. Bestimmte Ackerflächen seien zum Beispiel deutlich artenreicher als Brachflächen. „Auch spritzen ist nicht immer schlecht“, meinte der Experte. Die meisten Wildbienen fänden sich dort, wo zweimal im Jahr mit Glyphosat alles weggebrannt werde. An einer Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft führt nach Rademachers Ansicht jedenfalls kein Weg vorbei. Und es gebe auch schon vielversprechende Projekte. Eine Steilvorlage für Ralph Gockel, Naturschutzreferent der Landwirtschaftskammer. Auch er plädierte für einen fairen Umgang mit der Landwirtschaft, die zu Unrecht ein schlechtes Image habe. „Obstbau, Weinbau und Dauergrünland sind eine hervorragende Basis für die Biodiversität“, nannte Gockel ein Beispiel. Bei den Landwirten aber gebe es „einen wahnsinnigen Frust“, beschrieb er die Stimmungslage. Die Betriebe hätten nicht nur unter der immer extremeren Witterung zu leiden, auch rechtliche Vorgaben machten ihnen das Leben schwer. Das Aktionsprogramm der Bundesregierung zum Insektenschutz könnte nach Gockels Einschätzung dem Obstanbau in Rheinhessen den „Todesstoß“ versetzen. Was also ist zu tun? Auch hier kamen Fingerzeige seitens der Referenten. Torsten Kram vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium bewarb die Aktion Grün, eine Kampagne, bei der Umweltschutzverbände, Landwirtschaft und Jagdverbände gemeinsam an einem Strang ziehen. Konkrete Einwirkungsmöglichkeiten der Kommunen sah Kram unter anderem bei der Bauleitplanung. Wichtig ist aber nicht nur, schnell zu handeln, sondern auch das Richtige zu tun. Blühmischungen auf Verkehrsinseln sehen zwar gut aus, haben für Insekten je nach Inhalt mitunter aber gar keinen Effekt. „Manchmal ist weniger mehr“, erklärte Dr. Peter Sound, der beim Umweltministerium für Naturschutzgroßprojekte zuständig ist. Weniger mähen, Laub oder Fallobst liegen lassen – das sei für die Artenvielfalt effektiver, als Blühmischungen auszusäen oder Meisenknödel im Garten aufzuhän gen. Auf die Frage aus dem Kreistag nach konkreten Handlungsempfehlungen machten die Experten deutlich, dass man nicht alles über einen Kamm scheren kann, sondern vor Ort ganz genau hinschauen muss. Man brauche lokale Akteure, die mitmachten, so der Appell der Referenten. Für Landwirte, die hierdurch wirtschaftliche Einbußen erlitten, müsse es dann aber einen Ausgleich geben.

von Ahrend Höper

Der Landesbauernverband Brandenburg bittet die Bundeskanzlerin.......

das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung in seiner bisherigen Form zurückzunehmen!!! Sehr geehrte Herren Präsidenten Henrik Wendorff und Heiko Terno, super Gedanke sich mit ihrem/ unserem Problem, denn Insektenschutz geht uns alle an, an ihre ehemalige Landesgenossin und momentan noch amtierende BK Merkel zu wenden. Aber nun mal ganz ehrlich, was erhoffen Sie sich von der Dame? Momentan ist sie eine lahme Ente, lame duck nenne sie ihre Ammifreunde, wie man kürzlich in der New York times lesen konnte. Sie bringen das Wort "Richtlinienkompetenz" ins Spiel. Wenn Frau BK Merkel wüßte was es bedeutet, hätte Sie die damalige BUM Hendriks schon entlassen, als diese unter Anleitung der NGO´s die Landwirtschaft lächerlich machte. Mindestens 5x hat Sie, wenn ihr landwirtschaftliche Probleme angetragen wurden, diese zur Chefsache erklärt. Aber jedesmal kam es noch schlimmer oder bestenfalls verlief es im Sande. Schon vor Jahren, mit der Energiewende weg von Atom, hat sich BK Merkel ins links grünen Lager umorientiert. Seit der Zeit, so hat es den Anschein, ist ihr die Landwirtschaft völlig egal, denn die Parteispenden kommen nun mal aus der Industrie. Wie sagt es ein altes Sprichwort: "Dessen Geld ich nehme, dessen Lied ich singe."

von Andreas Gerner

Hoppla. 10. und 11. vergessen

Als 10. und 11. Punkt meiner Aufzählung, was die Insekten tatsächlich beeinträchtigt, müssen unbedingt noch die ausufernde Versiegelung durch Bau und natürlich auch die "Gärten des Grauens", also die privaten und kommunalen Schottergärten genannt werden!

von Andreas Gerner

Wir sind´s garantiert nicht!

Unbegreiflich, warum die Landwirtschaft die Hauptschuld am Insektensterben (wenn es das denn tatsächlich gibt..) haben soll. Wenn in den letzten ca 30 Jahren tatsächlich ein Rückgang messbar ist (und nicht nur an der gefakten "Krefelder Studie" festgemacht), zieht das Argument "Die Landwirtschaft greift nunmal in den größten Teil der Fläche ein" nicht! Denn das war damals schon so und die Insekten hat´s wohl nicht ausgerottet. Man muss also betrachten, was sich zu damals verändert hat und da lassen sich Punkte finden, die klar belegen, dass die Landwirtschaft gar nicht schuld sein KANN !!!------- 1.: Zum einen hat die von uns bewirtschaftete UND dabei mit Pestiziden behandelte Fläche seitdem Abgenommen. Durch Straßenbau, Siedlungsbau, Naturschutzgebiete, Schutzstreifen, Stilllegungen, sonstige Greeningflächen, Biobetriebe, Golfplätze usw. greifen wir doch heute auf deutlich weniger Fläche ein als damals. -------- 2.: Dann die Mittel an sich: war mit den früheren Chemiekeulen nach der Behandlung alles tot und auch Neuzuflug ist durch Fraß an behandeltem Blattmaterial verendet, so werden mit den heute hochselektiven, Nützlingsschonenden und sich schnell rückstandslos abbauenden Mitteln nur bestimmte Teile des Spektrums an Insekten ausgeschaltet und nach wenigen Tagen bleibt Neuzuflug völlig unbeeinträchtigt. --------- 3.: Die Technik: Damals war Abdrift, Überlappung, ungünstiges Tropfenspektrum, Nachtropfen, zu nahes Arbeiten an Säumen und Gräben usw. noch ein viel größeres Thema und darum ist öfter mal "etwas in den Graben oder an die Hecke gelangt". Heute ist Pflanzenschutz hochpräzise und lässt Nichtzielflächen sehr zuverlässig unangetastet. ------------------------------------------- WER ALSO DANN? ------------ Da gibt es eine ganze Reihe Möglichkeiten, die alle für sich schon die Insektenkiller sein könnten, aber ganz bestimmt in ihrer Summe die Ursache sind: --------- 1.: Verkehr. In den vergangenen 30 Jahren hat sich der PKW-Verkehr, Lastverkehr, und Luftverkehr jeweils grob VERDOPPELT! Und wenn statt damals einem kleinen Polo mit 120 auf der Autobahn heute nun 2 Touareg mit 200 fahren, ist klar, dass da einiges mehr an Fluginsekten und auch den kleinen Kriechern (die landen nicht auf der vielzitierten Windschutzscheibe, sondern bleiben an den Reifen unentdeckt) drauf geht. ---------- 2.: Klimawandel. Durch das heutige Extremwetter mitsamt seinen beinahe schon regelmäßigen Dürren gibt es eben immer weniger Pfützen, Rinnsäle usw. die den Insekten das ganze Jahr Reproduktion ermöglichen. ----------- 3.: Abgase. Mit den ganzen Stickoxiden, Feinstaub usw. ------------- 4.: Mobilfunk. Ob das eine Auswirkung hat, ist natürlich ungeklärt, aber wenn ein Faktor so treffgenau zum Vergleichszeitraum passt und eben in den letzten 30 Jahren von null auf Flächendeckende rund-um-die-Uhr-"Bestrahlung" Einzug gehalten hat, muss doch mal genauer hingesehen(geforscht) werden. Wer weiß, ob die Insekten in ihrer Navigation oder Fortpflanzung beeinträchtigt werden? ---------- 5.: Müllentsorgung. Gab es damals noch Mülldeponien und Komposthaufen, wo ständig Vögel rumgeschwirrt sind, weil es so viele Fliegen und anderes Gemück zu holen gab, wird heute jedes bisschen verbrannt. ---------- 6.: Düfte. Insekten orientieren sich auch mit Düften. Sie finden sich zur Paarung oder die versumpfte Stelle zur Eiablage. Wenn heute täglich Tonnenweise Deo, Parfüm, Duschgel, Desinfektionsmittel, Waschmittel, Autoreiniger, Raumspray usw. versprüht oder anderweitig freigesetzt wird, bleiben möglicherweise Insekten auf der Strecke. ---------- 7.: Abwasserreinigung. Unbestritten, dass die damals überall anzutreffenden Klärgruben oder gar ungeklärten offenen Gräben ein Eldorado für Insekten waren, heute aber vollends verschwunden sind. ------------- 8.: Naturschutz. Ja, dieser Punkt wird dem ein oder anderen missfallen, aber wenn jede letzte Kröte über die Straße getragen wird, jedem Singvogel eine Nisthilfe gebaut wird, jeder Unterschlupf für Fledermäuse geschützt wird, dann ist das "Natürliche Gleichgewicht" künstlich gestört und es sind einfach andauernd und überall Fressfeinde da, die in einem schwachen Jahr für die Insekten (nach hartem Winter oder trockenem Frühjahr) die gerupfte Restpopulation an Insekten empfindlich dezimieren und einen Wiederaufbau erschweren. --------- 9.: Beleuchtung. Satelitenbildvergleiche von damals und heute jeweils zur Abendzeit verdeutlichen, wie viele zusätzliche Lichtquellen(Straßenlampen, Gebäudebeleuchtung, Lichter im Garten, Fahrzeugscheinwerfer, Flutlichtmasten usw. heute vorhanden sind. Viele Fluginsekten, die instinktiv in einem gewissen Winkel zum Mondlicht fliegen wollen, steuern stattdessen auf die nächste LED Straßenlampe zu und umkreisen die die ganze Nacht, bis sie von der Fledermaus gemopst werden oder erschöpft auf die Straße fallen und dort von den breiten SUV-Schlappen zerquetscht werden. ------------------------------------------------------------- Darum MUSS die Wissenschaft, Öffentlichkeit, die Medienwelt, die breite Front an sogenannten "Umweltorganisationen" und vor allem die Politik erst mal gründlich überlegen, was denn im Betrachtungszeitraum wirklich neu auf die Insekten einwirkt und deshalb als Ursache in Frage kommen kann. Die Landwirtschaft ist´s wohl nicht!!! Ohne dahingehende wissenschaftliche Ergebnisse trotzdem die Landwirtschaft als schuldigen hinzustellen, ist eine bodenlose Frechheit und gehört eigentlich sogar als Rufmord strafrechtlich verfolgt.

von Albert Maier

Es gibt kein...

... Insektensterben!

von Willy Toft

Die Regierung will anscheinend nichts zurücknehmen!

Da werden Recherchen herangezogen die Lückenhaft, und auch mal ausgesetzt wurden! In der Urlaubszeit, ist da überhaupt untersucht worden, oder merken es nur unsere Tiere, wir stark der Insekten- Bestand(Druck) da gerade ist. Ich habe es so schlimm, wie dort angenommen wird, nicht empfunden! Es gibt auch noch ganz andere Theorien, aber das sollen Wissenschaftler mir vernünftig belegen, bevor wieder mal nach Bauchgefühl Politik gemacht wird!

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