Interesse an Agrar-Investitionsförderung geht zurück

Für Deutschlands Bauern hat das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) an Bedeutung verloren. Nur 215 neue AFP-Anträge haben die neun Landgesellschaften 2017 bundesweit vorgelegt – laut Tätigkeitsbericht der BLG ist das ein Minus von ca. 30 % gegenüber dem Vorjahr. Bayern verzeichnet den größten Rückgang.

Neuer Boxenlaufstall (Bildquelle: Delaval)

Für Deutschlands Bauern hat das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) an Bedeutung verloren. Nur 215 neue AFP-Anträge haben die neun Landgesellschaften 2017 bundesweit vorgelegt – laut Tätigkeitsbericht der Bundeslandgesellschaft (BLG) ist das ein Minus von ca. 30 % gegenüber dem Vorjahr. Bayern verzeichnet den größten Rückgang von 204 Anträgen im Jahr 2016 auf 122 Anträge im Jahr 2017. Nur bei der Diversifikation ist bundesweit ein Antragsplus von 18 Anträgen auf 33 zu verzeichnen, berichtet das Landvolk Niedersachsen.

Deutliche Rückgänge gibt es auch im dortigen Verbandsgebiet: Von einst 500 Anträgen im Jahr 2013 ging es in Niedersachsen schon im Jahr 2014 auf 70 Anträge zurück, so der Bauernverband aus Hannover weiter. Mit 65 Anträgen 2016 wurde ein Tiefpunkt erreicht. 2017 gab es aufgrund einer größeren Förderauswahl einen Anstieg auf 120 Anträge: Pflanzenschutztechnik und Rinderställe bildeten hier den Investitionsschwerpunkt.

Für 2018 wurden bis April 82 Anträge eingereicht. Die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) als ein Baubegleiter für Landwirte betreute 2016 noch 14 AFP-Anträge, ein Jahr später waren es nur noch neun.

Als Ursache für den Rückgang der Förderanträge im Stallbau nennt das Landvolk Niedersachsen die angespannte wirtschaftliche Lage und hier besonders die Nachwirkungen der Milchpreiskrise. Die bestehende Unsicherheit bei zukünftigen Haltungsverfahren für Schweinehalter wirkt sich zwischen dem Ziel „mehr Tierwohl“ und den entgegenstehenden Anforderungen des Umweltschutzes investitionshemmend aus.

In Niedersachsen beeinträchtigt zudem die starre Grenze von zwei Großvieheinheiten je Hektar die Stallbauförderung und führte zum Antragsrückgang. Nur Ställe, die diese Flächenbindung bei der Tierhaltung einhalten, erhalten Investitionsförderung. Bestrebungen der Landesregierung, das mit einem Volumen von zehn Mio. Euro ausgestattete Förderprogramm aufzustocken, reichen aus Sicht des Bauernverbandes nicht aus. Es sind eher die mit der Antragstellung verbundenen hohen Auflagen und Konditionen, die die Landwirte abschrecken.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Arbeiten auf einer 840.000-Hektar-Farm

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Diskussionen zum Artikel

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von Egge Mansholt

wem wundert`s?

Die AFP Auflagen lassen zu wünschen übrig, schlechte Bilanzen der letzten Jahre tun ihr Übriges bei.

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