Bauernmilliarde

Investitionsprogramm Landwirtschaft: Neue Anträge schon im März möglich

Neue Förderanträge für das Investitionsprogramm Landwirtschaft sollen schon in sechs Wochen möglich sein. Die Kritik am Antragsverfahren zur „Bauernmilliarde" weist das BMEL von sich.

Die zweite Runde der Mittelvergabe im Investitionsprogramm Landwirtschaft für den Förderbereich „Maschinen“ soll nicht wie zunächst kommuniziert im Juli starten, sondern bereits Anfang März. Das teilte eine Sprecherin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gegenüber top agrar Online mit. Mit dem zeitlichen Vorziehen der zweiten Antragsphase werde die Förderung für weitere Antragsteller ermöglicht, zudem können zusätzlich Verpflichtungsermächtigungen genutzt werden. Laut dem BMEL ist bereits in der Bekanntmachung vom 4. Januar 2021 zur Richtlinie festgelegt worden, dass in der ersten Jahreshälfte 50 % der Verpflichtungsermächtigungen für das Folgejahr ebenfalls für den Antragsprozess zur Verfügung stehen.

Keine Änderung am Vergabeverfahren

Viele Landwirte konnte aufgrund der Serverüberlastung am Montag bei der Rentenbank keinen Antrag stellen und kritisierten gegenüber top agrar das Vergabeverfahren. Für das BMEL gebe es jedoch keine Überlegungen, das Verfahren anzupassen. „Damit es eben nicht zu Benachteiligungen in solch einem Verfahren kommt, wurde mit Bekanntmachung vom 04.01.2021 eine Plafondbildung vorgenommen. Durch diese „Reservierung“ von Fördermitteln für die drei Bereiche Maschinen für die Außenwirtschaft, Erweiterung von Güllelagerstätten und Gülleseparierung wird vermieden, dass ein Bereich gar nicht oder kaum in den Genuss einer Förderung kommt“, heißt es. Zudem sei zum Beginn des Programmes zunächst nur die Hälfte der Mittel für 2021 frei gegeben, um anhand der gemachten Erfahrungen nachsteuern zu können. Gleiches gelte für die Aufteilung für die Folgejahre.

Förderung kommt indirekt auch kleinen Betrieben zugute

Zudem teilte die Sprecherin des BMELs mit, dass im Förderprogramm bewusst nicht nach Betriebsgrößen differenziert wurde. Es sei häufig für kleinere Betriebe nicht sinnvoll, in teure Maschinen zu investieren: „Häufig ist hier der überbetriebliche Maschineneinsatz oder die Nutzung von Maschinenringen und Lohnunternehmern die bessere Alternative.“ Daher könnten auch Maschinenringe und Lohnunternehmen mit allerdings reduziertem Fördersatz von 10 bzw. 20 % an dem Programm partizipieren. Diese Dienstleistungsunternehmen könnten dann von den kleineren Betrieben bedarfsgerecht beauftragt werden, ohne dass sich die kleinen Betriebe finanziell mit Investitionen belasten müssen. Die Förderung komme damit indirekt auch den kleinen Betrieben zugute.

Die Redaktion empfiehlt

Viele Landwirte konnten ihre Förderanträge nicht einreichen, dennoch verbucht die Politik den Start des Programms als Erfolg. top agrar Redakteur Frederic Storkamp kommentiert.

++ Aktualisiert: 12. Januar; 8:00 Uhr ++

Beantragung der Bauernmilliarde: Webseite überlastet

vor von Christina Lenfers

Seit Montagmittag sollten Bauern Gelder aus dem Topf der Bauernmilliarde beantragen können. Nach Serverproblemen bei der Rentenbank waren die Haushaltsmittel in den Abendstunden schnell vergriffen.

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Diskussionen zum Artikel

von Johann Holtmeier

Am Ziel vorbei!

Leider landet das Geld nicht auf den Höfen, sondern bei den Maschinenherstellern oder Baufirmen! Dazu noch werden die vorher üppigen Rabatte, die man aushandeln konnte, jetzt nicht mehr vergeben- denn es gibt ja die Förderung! Der Gewinner ist somit derjenige, der dem Hof liefert. ... mehr anzeigen

von Christoph Zielinski

Ist das nicht meist so?

Guten Tag, es stimmt was sie sagen. Doch es ist auch zu betrachten das durch die Investition das Eigenkapital ansteigt. Außerdem geht doch ohnehin der größte Teil der Einnahmen eines Betriebes, wieder vom Betrieb weg?! Wenn die Liquidität eines Betriebes knapp wird oder ist, ... mehr anzeigen

von Franz Utz

Gigantismuss

wird da gefördert bei Grossbetrieben und Lohnunternehmen und dann sollen die auch noch bei den sogenannten kleinen Betrieben die Gülle ausbringen,die haben doch bei den kleinen gar keinen Platz um an die Gruben zu kommen bzw.auf Grünland und Ackerland zu wenden. Am besten wäre die ... mehr anzeigen

von Ansgar Tubes

Vollkommener Schwachsinn!

Wer kann Frau Klöckner eigentlich mal beibringen, dass ihre "Bauernmilliarde" vollkommen am Ziel vorbeischlittert und die positive Wirkung auf die Umwelt und das Klima eher marginal bleibt. Die Bundesregierung kann doch in der Öffentlichkeit nicht über politische Forderungen ... mehr anzeigen

von Anton Heukamp

Super gelaufen!

Die kleinen Betriebe sollten sich dankbar zeigen, dass sie die Gebrauchttechnik der Großbetriebe billig kaufen können. Außerdem interessiert es eh niemanden wie die "Krauter" zurechtkommen. Selbst Schuld, wer in den Stall geht, während die Großbetriebe 40% für die Spritze (die sie ... mehr anzeigen

von Anton Heukamp

Alles super gelaufen!

Die kleinen Betriebe sollten sich dankbar zeigen, dass sie die Gebraucht Technik der Großbetriebe billig können. Außerdem interessiert es eh niemanden wie die "Kräuter" zurechtkommen. Selbst Schuld, wer in den Stall geht, während die Großbetriebe 40% für die Spritze (die sie ... mehr anzeigen

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