Jahreszahlen bestätigen Aufwärtstrend im Ökolandbau

Der ökologische Landbau in Deutschland ist auch 2017 gewachsen. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche nahm deutschlandweit um 9,7 Prozent, die Zahl der Ökobetriebe um 8,3 Prozent zu. Sollte das Wachstum in dem Tempo anhalten, kann die Bundesregierung ihr Ziel von 20 Prozent Ökolandbau im Jahr 2030 erreichen.

Der ökologische Landbau in Deutschland ist auch 2017 gewachsen. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche nahm deutschlandweit um 9,7 Prozent, die Zahl der Ökobetriebe um 8,3 Prozent zu. Sollte das Wachstum in dem Tempo anhalten, kann die Bundesregierung ihr Ziel von 20 Prozent Ökolandbau im Jahr 2030 erreichen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat heute die Jahreszahlen für den Ökolandbau für das Jahr 2017 veröffentlicht. Danach vergrößerte sich die Ökolandbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 1,373 Mio. ha. Damit werden derzeit von den 16,7 Mio. ha landwirtschaftliche genutzte Fläche in Deutschland 8,2 Prozent ökologisch bewirtschaftet.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Anteil der Ökolandbaufläche auf 20 Prozent zu steigern. Dafür bräuchte es ein Wachstum von 8 Prozent pro Jahr, hatte der Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, Anfang des Jahres vorgerechnet. Sollte sich das Wachstum von 2017 in den kommenden Jahren verstetigen, ist die Zielerreichung realistisch.

Die Zahl der erzeugenden Ökobetriebe nahm 2017 um 8,3 Prozent auf 29.397 zu. Von den rund 267.800 landwirtschaftlichen Betrieben, die es in Deutschland 2017 gab, haben damit knapp 11 Prozent nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus gearbeitet.
 
Zwischen den Bundesländern variiert die Bedeutung des Ökolandbaus weiterhin stark. Führend bei der Ökofläche war 2017 Bayern mit 314.182 ha. Danach folgte Baden-Württemberg mit 165. 640 ha, Brandenburg mit 155.431 ha und Mecklenburg-Vorpommern mit 139.469 ha. Die meisten Ökobetriebe gibt es entsprechend in Bayern (8.195) und Baden-Württemberg (7.734) gefolgt von Hessen (1.808) und Nordrhein-Westfalen (1.746).
 
Bei den verarbeitenden Betrieben von Ökoprodukten wuchs die Anzahl 2017 um 2,6 Prozent bundesweit auf 9.750. Die reinen Handelsunternehmen verzeichnen bei einer Anzahl von 2953 einen Zuwachs von 5,5 Prozent.
 
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erneuerte am Dienstag das im Koalitionsvertrag verankerte Ziel der Bundesregierung, bis 2030 einen Flächenanteil von 20 Prozent Ökolandbau zu erreichen. „Bio und konventionell sind Anbauweisen, die gut im Miteinander existieren können - statt im Gegeneinander“, sagte Klöckner. Wie ein Landwirt wirtschafte und ob er sich für den biologischen Anbau entscheide, das obliege jedem Unternehmer selbst, so Klöckner weiter. „Aber es liegt an den politischen Rahmenbedingungen, ob wir Hürden senken und Bauern Mut machen, den Weg des Biolandbaus zu gehen“, sagte sie.
 
Der ökologische Landbau sei neben der konventionellen Landwirtschaft eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft und habe einen festen Platz in der Agrarpolitik, bekräftigte Klöckner. Aus Sicht von Klöckner geht der Aufwärtstrend beim Ökolandbau weiter. Die Verbraucher fragten immer mehr nach Produkten aus ökologischem Anbau. Ihr Ministerium wolle nun auf die Zukunftsstrategie für den Ökolandbau, die das BMEL 2017 entwickelt hatte, aufbauen.

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