Agrarpolitik

Jetzt die Lehren aus der Düngeverordnung ziehen Plus

Das Debakel bei der Düngeverordnung darf zur EU-Agrarreform nicht passieren. Landwirte sollten jetzt ihr Angebot an die Gesellschaft formulieren, kommentiert Stefanie Awater-Esper.

Die erneute Verschärfung der Düngeverordnung ist ein Paradebeispiel für Politikversagen. Dennoch könnte sie einen Wendepunkt in der Agrarpolitik markieren. Der Berufsstand und die Bundesregierung haben sich nämlich bei der Reform der Düngeverordnung schon weit vor 2017 verzockt. Die gewählte Strategie des Verschleppens von Maßnahmen hat sich als ein Bumerang für die Landwirte erwiesen. Politik und Branche haben sich damit selbst und den Bauern noch viel mehr geschadet. Das ist fatal und das haben die vielen gewissenhaft wirtschaftenden Landwirte und Landwirtinnen nicht verdient.

Die in der Landwirtschaft oft geäußerte Argumentation mit den fehlerhaften Messstellen trägt nicht vollumfänglich. In NRW hat die von Agrarministerin Heinen-Esser in Auftrag gegebene Untersuchung ergeben, dass 10 Prozent der Messstellen fehlerhaft sind. Das muss die Landesregierung dringend beheben. Die Fehlerrate ist aber nicht so hoch, dass die Landwirte der Regierung ein komplettes Versagen bei den Messstellen vorhalten können. In anderen Bundesländern dürfte es nicht viel anders aussehen. Auch als die Bundesregierung die Dichte des Nitratmessnetzes im Jahr 2016 erweitert hat, ergab sich bei den Nitratwerten und deren Tendenzen kein wirklich entlastendes Bild.

Der Berufsstand und die Bundesregierung sollten die Fehler bei der Düngeverordnung in der anstehenden Reform der EU-Agrarzahlungen nicht wiederholen. Es ist jetzt höchste Zeit, konstruktiv zu diskutieren, wie die EU-Agrarzahlungen künftig an die Landwirte verteilt werden. Statt sich dahinter zu verstecken, dass die Höhe des EU-Agrarbudgets noch immer nicht feststeht. Wie können die gesellschaftlichen Anforderungen...

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Die Redaktion empfiehlt

Die Bundesregierung gibt den Bundesländern nicht mehr viel Spielraum bei der Düngeverordnung. Die dortigen Agrarminister reagieren verhalten.


Diskussionen zum Artikel

von Andreas Puchner

Vielleicht zu kurz gedacht?

Grundsätzlich stimme ich zu, dass sämtliche Leistungen der Landwirtschaft für Klimaschutz, Biodiversität, Gewässerschutz, usw... nicht über die Erzeugerpreise erwirtschaftet werden können. Gerade deshalb gibt es aber auch die 2. Säule der Agrarförderung. Dadurch können der ... mehr anzeigen

von Günter Wetzel

Warnung

Ich warne davor nochmehr Geld als bisher für Dinge zu fordern, die nicht über den Produktpreis abgegolten werden. So richtig wie das ist, stelle sich mal einer vor, die Konjunktur kühlt ab und die Steuereinnahmen sinken... wo wird zuerst gekürzt werden: Bei den Gehältern und Diäten ... mehr anzeigen

von Phillip Braendle

In meinen Augen…

…analysiert der Kommentar die Probleme und macht viele richteten Vorschläge. Dies gilt insbesondere für den Punkt dass der Berufsstand, und vorallem seine Vertreterinnen und Vertreter, bei allen anstehenden Baustellen endlich konstruktiv und vorwärtsgewandt mitdiskutieren muss!

von Christian Kraus

Nicht alle Ansprüche können über den Preis abgegolten werden

steht im Artikel. Das bedeutet im Umkehrschluss das es auf Kosten der Bauern geht. Das ist nicht Gottgegeben und könnte man ändern. So wie die EEG-Umlage ständig an die Kosten angepasst wird könnte das bei uns auch laufen. Ein "Abgabe" für alles was der Verbraucher/die Politik von ... mehr anzeigen

von Georg Summerer

Danke Herr Billau für Ihren Einsatz für die Wahrheit,

doch leider tickt nicht jeder Bauernverbandsvertreter wie Sie. Ihre Argumente bezüglich Anbau und Düngung sind vor allem unter den Aspekten Naturschutz, Gewässerschutz und Klimaschutz richtiger denn je. Die Argumentation der Verbandsoberen ist jedoch, um es mal vorsichtig ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Naturschutz

auf solchen zusätzlichen Flächen sollte mindestens der entgangene DB angesetzt werden. Dort wo durch diese Maßnahmen Handarbeit notwendig wird ist es betriebswirtschaftlich immer ein Minusgeschäft. Spezialgeräte und zusätzliche Rüstzeiten wird auch niemand bezahlen. Durch Chemie ... mehr anzeigen

von Dr. Willi Billau

@ Hans Nagel

Ich weiß nicht wie Sie ticken, aber meine Kollegen ticken jedenfalls richtig! Bei uns gab und gibt es keine Überdüngung. Als zertifizierte Betriebe sind wir seit Jahren strengstens kontrolliert. Die Qualität der Produkte stimmt, historisch niedrige Rückstände, die Erträge sind gut, ... mehr anzeigen

von Dr. Willi Billau

Von wegen, der Bauernverband hat geschlafen! Betreff: Stellungnahme des RBV Starkenburg zur geplanten Novelle der Düngeverordnung:

Seit mehr als 10 Jahren drängen wir auf eine Ursachenanalyse belasteter Brunnen. Diese wurde uns stets verwehrt. Nicht jeder belastete Brunnen ist von der Landwirtschaft verursacht und nicht immer in vollem Umfang. Es ist unstrittig, dass im Ried, auch bei intensivem Anbau verbreitet ... mehr anzeigen

von Georg Summerer

Frau Awater-Esper liest wohl die eigene Zeitung nicht,

sonst währe ihr aufgefallen dass eine einzelne rote Messstelle alle Messtellen des betroffenen Grundwasserkörpers auf rot stellt. Ein Unding vor allem dann wenn den Ursachen für die Verunreinigung nicht nachgegangen wird. Verschlafen hat allerdings der Bauernverband, der dieser ... mehr anzeigen

von Christoph Blankenburg

Ausgewogenheit sieht anders aus

So sehr ich die Informationen von Stefanie Awater Esper aus Berlin schätze und so sehr ich ihren Kommentar aus der Sicht einer Hauptstadtkorrespondentin auch nachvollziehen kann, wir müssen uns darüber klar sein, dass die Landwirte allein die ökologischen Probleme unseres Landes nicht ... mehr anzeigen

von Otto Klapfenberger

Immer mehr mehr mehr

Forderungen. Langsam erfüllen wir alles was die Grünen vor 15 Jahren forderten. Und die CDU/CSU will die Grünen überbieten. Für diesen Klima- und Ökoterror wird es einen teuren Preis zu zahlen geben für alle in diesem Land. Wir müssen zurück zur Vernunft, zu vernünftiger ... mehr anzeigen

von Hans Nagl

Die Strategie des Verschleppens von Maßnahmen hat sich als Bumerang erwiesen

Es war auch für das Image von uns Bauern ein Katastrophe. In den Medien war immer die Schlagzeile die Bauern düngen zuviel. Wir müssen uns den Veränderungen der Gesellschaft stellen. Mit einem weiter wie bisher, kann man bei den Kunden nicht Punkten. Auch der Hinweis auf Grüne ... mehr anzeigen

von Ahrend Höper

Trotzdem wollen die Menschen, dass die Bauern ......

Woher will denn wohl die Korrespondent in Berlin wissen was "die Menschen" wollen? Mag wohl sein, dass ein paar "links grüne Berliner" (Politiker) krause Ideen haben, aber mit Zitat: "die Menschen" zu argumentieren ist ja nun mal mehr als lächerlich! Genauso lächerlich das Argument, ... mehr anzeigen

von Lars Henken

Keiner will bezahlen....

Die Bevölkerung gibt nicht mal mehr 12% ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Auflagen und Forderungen werden immer weiter verschärft. Wissenschaft rückt immer weiter in den Hintergrund und entschieden wird nach politischer Opportunität. Wir Bauern werden als Lobbyisten beschimpft ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Eins-zwei-drei, im Sauseschritt läuft die Zeit; wir laufen mit. (Wilhelm Busch)

Wie so schön üblich, hinken wir Bauern der Zeit allerdings mächtig hinterher. - Warum? // Anmerkung: Die Agrarzahlungen sind angedacht für die Grundeigentümer, stehen mithin selbigen auch zu. Demgemäß werden diese von den Bewirtschaftern/Bauern durchgereicht. Wer mit solchen ... mehr anzeigen

von Jörg Meyer

Ja es muss sich etwas grundsätzlich ändern!

über die Richtung der Änderung müssen wir aber fachlich und rational diskutieren! Die aktuellen Situation der politischen Kultur mit immer mehr Populismus in allen Bereichen kann einen schon ein wenig ängstigen! Hier werden Statistiken manipuliert, mit Halbwahrheiten gearbeitet und ... mehr anzeigen

von Jörg Meyer

Ja es muss sich etwas grundsätzlich ändern!

über die Richtung der Änderung müssen wir aber fachlich und rational diskutieren! Die aktuellen Situation der politischen Kultur mit immer mehr Populismus in allen Bereichen kann einen schon ein wenig ängstigen! Hier werden Statistiken manipuliert, mit Halbwahrheiten gearbeitet und ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Es kommt noch schlimmer

Die Messwerte werden auch in den nächsten Jahren zu hoch ausfallen und dazu fuehren, dass die Auflagen weiter verschaerft werden. Wann werden die Politiker kapieren, dass es Resultate aus der Vergangenheit sind. Wasser benoetigt Jahre und Jahrzehnte um den Messbereich zu erreichen. Die ... mehr anzeigen

von Bernhard ter Veen

was vergessen wird...

ist, dass wir Landwirte NAHRUNGSMITTEL produzieren... Nur Sreichelzoo und Naturschutzgebiete pflegen bringt NIEMAND etwas. ...keine andere Sparte hier bei uns hat mit sinkenden Erlösen und Einkommensverlusten zu kämpfen... NUR wir Landwirte. Die Allmosen aus Brüssel retten NUR die ... mehr anzeigen

von Manfred Sommer

Düngeverordnung

In BW gibt es schon seit 1988 ein Wasserschutzgesetzt das für die Landwirtschaft in Gebieten mit hohen Nitratwerten umfangreiche Bewirtschaftungsauflgen gebracht hat . Für erhöhten Aufwand und Minderertag gibt es einen Ausgleich. Das ganze wurde durch umfangreiche Beratung ... mehr anzeigen

von Michael Behrens

Nein, Schluss mit immer neuen "Aufgaben/Herausforderungen"!

Den Schuh als Nitratsünder zieh ich mir nicht an! Keiner weiß genau was von welchen Messstellen gemeldet wurde und wird? Warum klagt der Bauernverband nicht auf Offenlegung aller Messstellen? Barbara Hendriks hat das alles mit eingefädelt, ich erinnere nur an ihre Plakat Aktion gegen ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Nein Frau Awater-Esper, nicht mit mir !

In ähnlicher Weise hat Frau Awater-Esper in einem Leitartikel vor etwa zwei Jahren auch schon argumentiert. Wo ist denn der Nachweis, dass wir flächendeckend Grundwasser gefährdent unterwegs sind. Den gibt es nicht. Die roten Gebiete sind an Unehrlichkeit nicht zu überbieten, die ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Was hat die Gesellschaft denn für uns übrig?

Wir sind ständig am Nachbessern, nach den besten Wissen und Gewissen bewirtschaften wir unsere Höfe, und was bekommen wir dafür? So kann man auch die Landwirte in die Knie zwingen, nur wer soll das Neue noch umsetzen, wenn die Kassen leer bleiben? Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit ... mehr anzeigen

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