Jost drängt auf größere Verteilungsgerechtigkeit bei den Agrarzahlungen

Saarlands Umweltminister Reinhold Jost kritisiert, dass Standorte mit sehr guten natürlichen Bedingungen die gleichen Hektarzahlungen erhalten wie Standorte mit schlechten natürlichen Bedingungen. Er ist dafür, Flächenzahlungen künftig generell an Umwelt-, Klima- oder Tierschutzauflagen zu koppeln.

Eine größere Verteilungsgerechtigkeit unter den Bundesländern bei den Agrarbeihilfen hat der auch für die Landwirtschaft zuständige saarländische Umweltminister Reinhold Jost angemahnt. Es könne nicht sein, dass Standorte mit sehr guten natürlichen Bedingungen die gleichen Hektarzahlungen erhielten wie Standorte mit schlechten natürlichen Bedingungen, wie sie im Saarland vorzufinden seien, erklärte der SPD-Politiker.

Er forderte in dem Zusammenhang eine Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Das derzeitige System sei „weder der Gesellschaft zu vermitteln noch innerhalb der Landwirtschaft fair“. Vorvergangene Woche hatte die SPD-Bundestagsfraktion das Positionspapier „Unser Vorschlag für eine Gute Gemeinsame Agrarpolitik“ vorgelegt. Darin spricht sich die Fraktion dafür aus, die Flächenzahlungen künftig generell an Umwelt-, Klima- oder Tierschutzauflagen zu koppeln.

Jost erklärte nun, dass es bei einer Neuausrichtung der GAP nicht darum gehe, die konventionelle Landwirtschaft und den Ökolandbau gegeneinander auszuspielen. Die Frage nach deren Förderung sei nicht ein entweder oder, sondern ein sowohl als auch. „Wir brauchen eine konventionelle Landwirtschaft, möglichst mit regionaler Vermarktung der Produkte, um das Saarland offen zu halten und unsere Landschaft und Kultur zu erhalten“, stellte der Minister klar.

Die Betriebe sollten wirtschaftlich arbeiten und ihre Familie ernähren können. Gleichzeitig wolle man die saarländische Spitzenposition im Ökolandbau ausbauen. Ziel sei es, bis 2025 insgesamt ein Viertel der gesamten Agrarflächen nach ökologischen Vorgaben zu bewirtschaften. Dieser „finanzielle Kraftakt“ solle mit weiteren Anstrengungen verknüpft werden, um mehr regionale Produkte verfügbar zu machen.

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Diskussionen zum Artikel

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von Reinhard Friedrich

Schöne Worte

Am Ende wird das Geld immer so verteilt das die Bio Betriebe das ohne Aufwand mitnehmen können und für konventionelle es sich nicht lohnt solche Auflagen zu erfüllen. Sollen Sie doch wenigsten ehrlich sagen was Sie wollen.

von Henrik Plaas-Beisemann

Opportunitätskosten

Bei den Agrarumweltmaßnahmen wird genau umgekehrt ein Schuh daraus. Wer auf 10 to Weizen bei einer Brache verzichtet, braucht einen höheren Ausgleich, als der auf 7 to Weizen verzichten. Wer Agrarumweltmaßnahmen nicht auf schwächeren Standorten ansammeln will, sondern auch in Börderegionen solche erfolgreich implementieren will, der muss das genau anders herum machen.

von KBV Demmin

Irrsinnig,

zu glauben, dass mit einer Umverteilung die Landwirtschaft gestärkt wird. Den vermutlich Starken zu nehmen und den vermutlich Schwachen zu geben schwächt letztlich den gesamten Berufsstand. Es sollte Aufgabe der Politik sein, dafür den Rahmen zu schaffen, das auch schwächere Betriebe stark werden (können). Dabei denke ich auch zuallererst an bürokratische Hindernisse!

von Manuela Grammann-Gebken

Nach

Dieser Argumentation nach müssten Tierhalter einen größeren Anteil an der Prämie haben, da sie ein größeres Sanktionsrisiko eingehen, als reine Ackerbaubetriebe.

von Manuela Grammann-Gebken

Die

Landwirtschaft sollte bessere Preise für ihre Produkte bekommen und nicht ständig als ein Verein von Verbrechern dargestellt werden. Dann könnten wir auf die Almosen verzichten.

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