Agrarreform

Jugendorganisationen üben zur Agrarreform weiteren Druck aus

Zwölf Jugendorganisationen fordern in einem offenen Brief von der EU-Kommission Korrekturen an der Agrarreform. Klimagerechtigkeit und eine Zukunft für die Landwirtschaft gehören für sie zusammen.

Die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) bewegt Jugendliche im Ländlichen Raum, in der Landwirtschaft, im Ernährungsgewerbe und in der Klimabewegung. Einige wollen nicht tatenlos zusehen, wie die Verhandlungen im Trilog zwischen EU-Rat, EU-Parlament und EU-Kommission derzeit von statten gehen.

Zwölf Jugendorganisationen haben sich nun zusammengeschlossen und einen offenen Brief an die EU-Kommission geschrieben, den sie heute veröffentlichen.

Aus ihrer Sicht gehören Klimagerechtigkeit, die Zukunft der Landwirtschaft und die Zukunft ihrer Generation zusammen. Dafür fordern sie Änderungen an den bisherigen Beschlüssen zur GAP von der EU-Kommission.

Folgenden offen Brief haben sie geschrieben:

Gemeinsam für Klimagerechtigkeit und die Zukunft der Landwirtschaft

Offener Brief an von der Leyen, Timmermans, Wojciechowski und Kyriakides

Beim Blick auf die Agrarlandschaft der Europäischen Union fallen drei Dinge ins Auge: Das Sterben der landwirtschaftlichen Höfe, der erhebliche Rückgang an Artenvielfalt und die negativen Folgen der Erderhitzung.

Der Zukunft eine Stimme geben

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist unser aller Lebensgrundlage. Daher schließen wir uns als Bündnis junger Menschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie der Klimagerechtigkeitsbewegung zusammen. Wir bilden eine Stimme für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem, welches ein Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen, soziale Gerechtigkeit und Planungssicherheit für alle Akteur*innen zusammenbringt.

Wir fordern Sie als Mitglied der Europäischen Kommission auf, dafür einen zukunftsfähigen Rahmen zu schaffen. Eine klimagerechte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung.

Eine GAP, die ihren Namen verdient

Wir fordern eine GAP, die ihrem Namen und den Herausforderungen unserer Zeit gerecht wird. Wir fordern eine GAP, die allen Mitgliedsstaaten der EU eine ambitionierte, regional angepasste Landwirtschaftspolitik ermöglicht, die Klima, Umwelt und Biodiversität schützt sowie Landwirt*innen fair für ihre gesellschaftlichen Leistungen entlohnt. Deshalb bedeutet für uns der Begriff „Gemeinsam“ auch, dass Landwirtschaft, Umwelt, Klima und Gesellschaft über das gesamte Ernährungssystem in der Europäischen Union zusammengedacht werden müssen.

Die Klimakrise wartet nicht

Es ist von zentraler Bedeutung, die GAP auf die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens auszurichten – auch im Hinblick der globalen Verantwortung. Im März 2020 haben über 3600 Wissenschaftler*innen davor gewarnt, dass der Entwurf der Europäischen Kommission zur GAP den Herausforderungen in der Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise nicht gerecht wird und so die Zukunft der ernährungssichernden Landwirtschaft gefährdet.

Die derzeitigen Verhandlungspositionen des Europaparlaments und des Rats der Agrar- und Fischereiminister*innen lassen die Ziele größtenteils außer Acht, die im Mai 2020 von der Europäischen Kommission im Rahmen des Europäischen Green Deal, der Farm-to-Fork Strategie und der Biodiversitätsstrategie veröffentlicht wurden. Damit wird das Potential der GAP als finanzstarkes Instrument nicht ausreichend ausgeschöpft.

Lösungen müssen honoriert werden

Viele Landwirt*innen sind der Politik weit voraus und tragen seit langem aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Diese Landwirt*innen müssen Unterstützung und Ansporn für weitere Anstrengungen erhalten. Nach den extremen Wetterereignissen der letzten Jahre ist klar, dass die Klimakrise schon jetzt eine der größten Gefahren für das Überleben der landwirtschaftlichen Höfe bedeutet. Die GAP muss ihr großes Potenzial nutzen, Landwirt*innen für ihre Leistungen im Bereich Klima-, Umwelt- und Tierschutz sowie beim Erhalt von Biodiversität zu honorieren. So können öffentliche Gelder zielführend für gesellschaftliche Leistungen der Landwirt*innen eingesetzt werden.

Wir stehen für eine Gemeinsame Agrarpolitik als gemeinschaftliches Projekt

Bei der anstehenden GAP-Entscheidung geht es um mehr als nur die Verteilung von Geldern aus dem finanzstärksten Fördertopf der EU. Es geht um eine lebenswerte Zukunft unserer Generation und der nachfolgenden Generationen auf diesem Planeten. Deshalb fordern wir Sie als Mitglied der Europäischen Kommission auf, dafür zu sorgen, dass die GAP ihrer Verantwortung zur Erreichung des 1,5°C-Ziels durch langfristig klare Emissionsminderungsziele gerecht wird.

Darüber hinaus muss die GAP zum Erhalt der Biodiversität beitragen und am Tierwohl sowie der Förderung der klein- und mittelstrukturierten Landwirtschaft ausgerichtet sein.

Initiatoren Kreis:

- Junges Bioland

- Bündnis junge Landwirtschaft

- Evangelische Jugend in ländlichen Räumen (ejl)

- Nyeleni, Bewegung für Ernährungssouveränität

- Junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL)

- European Youth initiative for the future of our Food and Agriculture (Euryfa DE)

- SlowFood Youth

- junge Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (jAÖL)

- Katholische Landjugendbewegung (KLjB)

- Die freien Bäcker Junges Netzwerk

- junger Verband Deutscher Agroforstverband (jDeFaf)

- Fridays for Future

Unterstützer Kreis:

- Misereor

- Aurelia

- Naturland

- GLS Bank

- Farmers For Future

- Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

- Die Freien Bäcker

- Demeter

- Bioland


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Diskussionen zum Artikel

von Peter Beiersdorfer

Ablenkung

Alles nur Ablenkung von den eigentlichen Problemen. Die Industrie freut sich. Vielleicht sollte jemand der Jugend mal das korrupte Wirtschaftssystem erklären, wie das so läuft mit den deutschen Export, damit Sie bei den richtigen schreien!

von Hans Spießl

oh diese Dummen

Sie gehen für die nächste Hungersnot auf die Straße, da die Antwort der Politik ja nur in weiterer Zerstörung der Produktion enden wird - Gelder für Leistungen die keine Leistungen sind, die Nutznieser dieser falschen Politik sind ... mehr anzeigen

von Bernhard ter Veen

Herr Spießl

...ein wenig ruppig und kantig gesagt...aber im Endeffekt haben Sie recht. Von der anderen Seite beleuchtet haben Wir Bauern aber (fast) selbst Schuld an der Ganzen AgrarKrise...?... wenn man das so nennen kann... Wir haben uns doch stets an der Debatte darin beteiligt das wir einem Tross ... mehr anzeigen

von Hans Nagl

Anderes Denken!

Das Denken der Jugend ist doch anderst. Wenn wir alle weniger Fleisch essen brauchen wir nur noch die hälfte der Anbaufläche , der Preis für Soya würde abstürzen und somit kein Regenwald mehr gerodet .

von Christian Bothe

Ernährung?

Warum weniger Fleisch essen? Ist doch die Lebensgrundlage der LW? Jeder Ernährungsphysiologe schlägt die Hände über dem Kopf zusammen,wenn er an die Mangelernährung(Vit.B12 u.a.)der Veganer und Vegetarier denkt!Fleisch gehört zu einer gesunden Ernährung und man sollte nicht alles ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Wenn wir hier den Status Quo der Jugendlichen Meinung einführen, geht der Regenwald in Flammen auf!

Genau das sollten sich die Jugendlichen Protagonisten stets vor Augen führen! Es nützt nichts, wenn der eine Raum des Hauses aufgeräumt ist, und am anderen Ende wird ständig gezündelt! Wir wollen doch alle die Welt retten, nur Jeder sieht es anders! Das war schon immer so, ich habe ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

@Esser 2.

Ich wiederhole mich, auch wenn Sie im schönen Rheinland leben...Nur Großbetriebe werden eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen versorgen zu können. Ergänzend dazu Kleinbetrieb und regionale Biobetriebe. Gebraucht wird dann eine höhere Biomasseproduktion von 30% ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

@Esser

Was für Baustellen in der LW?Wo leben Sie eigentlich?Was hätten wir nicht alles für Baustellen in der BRD und der Welt? Man sollte also immer die Realitäten erkennen,darauf aufbauen und evt.weiterentwickeln.Das ist seit Generationen so und die Jugend sollte sich daran messen lassen.Ob ... mehr anzeigen

von Heinrich Esser

Baustellen

Baustellen in der Landwirtschaft sind beispielsweise: die Anpassung an den Klimawandel, der sich in Trockenphasen und höheren Temperaturen bemerkbar macht - der anhaltende Strukturwandel (Betriebe werden weniger und größer, was sicherlich auch mit der EU-Subventionspolitik zu tun hat) ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

Jugendorganisationen

Sind denn das schon alle???

von Wilhelm Grimm

20 Jugendorganisationen,

die geschlossen alt aussehen. Eigentlich müssen die Jungen kreativ sein und die Gesellschaft voran bringen. Unsere Eltern haben unser Gemeinwesen nach dem Krieg, als alles zerstört war, auch die Menschen, mit unglaublichem Fleiß, Kreativität und Optimismus aufgebaut. Und was habt ihr ... mehr anzeigen

von Peter Beiersdorfer

Aber

Da müssen diese gesteuerte Jugend als erstes ein neues Wirtschaftssystem fordern, denn so kann die deutsche Wirtschaft nicht weiter machen, produzieren auf Kosten der Umwelt! Jedes Prozent mehr Wachstum schädigt die Umwelt. Es darf nichts mehr exportiert werden. Es ist nicht möglich ... mehr anzeigen

von Albert Maier

Leider ....

.... ist ausser leeren Worthülsen und dem tollen Wunsch nach einem heilen Planeten nichts Substanzielles erkennbar. Infantiles Geschrei hilft niemanden, am wenigsten den Jungen!

von Hans Spießl

da kann ich nur zustimmen.

von Wilhelm Grimm

Wer das Klima wirklich retten will,

muss unter anderem die Extensive Landwirtschaft und die Bio-Landwirtschaft verbieten !

von Hans Spießl

richtig, genauso ist es. Hatte das als ehemaliger Mitarbeiter auf großen Bio Konzernen dieses Elend diese sinnlose Vergeudung von Sprit etc,... und das Zerstören der Bodenfruchtbarkeit mitansehen dürfen. Nur in richtiger angepasster Höhe eingesetzte ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

"Schnell ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt wie des Messers Schneide".

Haben schon die "Alten Römer" gesagt !

von Steffen Hinrichs

Dazu gehört auch das strikte ablehnen von Mercosour

Denn dieses Jahr wurden wieder 11000 Quadratkilometer Regenwald im Amazonas abgeholzt .

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