Insektenschutz

Junglandwirt fordert Ausgleich für Leistungen beim Arten- und Naturschutz

Die Junglandwirte brauchen Sicherheit. Der Bund müsse daher den Ländern ermöglichen, dass sie die Leistungen im Arten- und Naturschutz finanziell ausgleichen und abweichende Regelungen treffen können.

„Wir halten den Schutz von Insekten für wichtig und wollen aktiv daran mitwirken. Voraussetzung ist allerdings, dass Ertragsausfälle ausgeglichen werden“, sagt Ackerbauer Henrik Brunkhorst, Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen.

Im „Niedersächsischen Weg“, für den sich die Junglandwirte im Mai vergangenen Jahres ausgesprochen hatten, sei ein finanzieller Ausgleich beim Natur-, Arten- und Gewässerschutz verbindlich vorgesehen. Das auf Bundesebene geplante Insektenschutzpaket hingegen würde das in Niedersachsen von Naturschutzverbänden, Landwirtschaft und Politik gemeinsam Erreichte jedoch wieder zunichtemachen und könnte für einige Betriebe sogar das Aus bedeuten, sagte er laut Landvolk-Mitteilung.

„Sollte das Totalverbot von Pflanzenschutzmitteln an Gewässerrandstreifen – wie vorgesehen – in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung gesetzlich regelt werden, ist ein finanzieller Ausgleich rechtlich gesehen nicht mehr möglich. Zudem dürfen die Länder keine regionsspezifisch abweichenden Regelungen vornehmen, wie sie aufgrund des engen Gewässernetzes in Teilen Niedersachsens unverzichtbar sind“, erklärt Brunkhorst die kleinen Feinheiten mit großen Auswirkungen für Niedersachsens Berufsnachwuchs.

Junglandwirte brauchen aber Sicherheit und eine berufliche Perspektive. Daher fordert Brunkhorst: „Der Bund muss den Ländern ermöglichen, dass sie die Leistungen im Arten- und Naturschutz finanziell ausgleichen und abweichende Regelungen treffen können. Dazu bietet sich zum Beispiel eine entsprechende Regelung im Bundesnaturschutzgesetz an, die die geplanten Verschärfungen in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung wirkungslos machen könnten.“

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Diskussionen zum Artikel

von Hans Spießl

Der falsche Weg

so geht es nicht Leute. Das Fordern von Geld für keine Leistung sowas Stinkt - die Gelder landen ja sowieso nur bei den Verpächtern. Gerade ihr Junglandwirte habt nur eine Chance glaubwürdig zu bleiben wenn ihr die Abschaffung aller ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Übrigens, schöne Ostern, lasst Euch den Mut nicht nehmen, wir müssen Zusammen halten!

Wir müssen die Verantwortlichen immer wieder darauf hinweisen, was da gerade umgesetzt wird, und wie so eine "Betriebsstilllegung" abläuft, wenn nicht "Überdimensional Investiert" wird, oder einem das Land entzogen wird!

von Willy Toft

Da kann man lange drauf warten, sie kommen uns eher mit sinnfreien Ordnungsrecht!

Es ist eine Enteignung, und das können wir uns nicht gefallen lassen! Wer die "Musik" bestellt, muss sie auch bezahlen, und das "Verbot" gildet meistens länger als der in Aussicht gestellte Ausgleich. Die Verhältnismäßigkeit ist bei vielen Gesetzen und Vorgaben schon länger nicht ... mehr anzeigen

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