Kalifornier stimmen über GVO-Kennzeichnung ab

Parallel zur Präsidentenwahl in den USA stimmen die Bürger von Kalifornien heute auch darüber ab, ob gentechnisch veränderte Bestandteile in Nahrungsmitteln künftig gekennzeichnet werden müssen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Gentechnikindustrie bereits eine millionenschwere Kampagne gegen die Kennzeichnung gestartet.

Parallel zur Präsidentenwahl in den USA stimmen die Bürger von Kalifornien heute auch darüber ab, ob gentechnisch veränderte Bestandteile in Nahrungsmitteln künftig gekennzeichnet werden müssen.
 
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Gentechnikindustrie bereits eine millionenschwere Kampagne gegen die Kennzeichnung gestartet. Unter den Spendern sollen auch Bayer und BASF sein, die sich mit je zwei Mio. Dollar beteiligen. Das ruft die deutschen Umweltorganisationen auf den Plan. Die beiden Firmen hätten damit gezeigt, dass es in ihrem Interesse sei, wenn die Verbraucher nicht informiert würden, heißt es etwa bei Greenpeace. Und der Grünen-Politiker im Europaparlament Martin Häusling hält es gar für skandalös, dass sich deutsche Konzerne so massiv in die amerikanische Innenpolitik einmischen.
 
Laut der Süddeutschen gehören BASF und Bayer zu den wichtigsten Geldgebern nach dem US-Gentechnikkonzern Monsanto (7 Mio. Dollar) und dem Chemieriesen DuPont (4,9 Mio. Dollar). Zu den Unterstützern der Kampagne zählen auch Nestlé und Coca-Cola.
 
Die Unternehmen argumentieren, eine solche Deklarationspflicht würde die Kosten der Hersteller um Milliarden von Dollar erhöhen. Die Kennzeichnung sorge darüber hinaus für Unsicherheit, weil sie einen falschen Eindruck über die Sicherheit von Lebensmittel vermittle, ergänzt Bayer.
 
Sollten die Kalifornier für die Kennzeichnungspflicht stimmen, könnte das ähnliche Vorgaben in anderen Bundesstaaten nach sich ziehen. Auf die Gentechnikanbieter kämen damit vermutlich hohe Umsatzeinbußen zu. Trendforscher sehen die Gegner der GVO-Deklaration allerdings derzeit in der Mehrheit.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) will Monsanto unterdessen offenbar Garantien über 40 Mio. Euro zur Verfügung stellen, damit das Unternehmen mehr Saatgut und Pflanzenschutzmittel in Osteuropa verkaufen kann, schreibt die Zeitung weiter. Die öffentliche Unterstützung mit EU-Geldern könnte für Monsanto zum Türöffner in Osteuropa werden, erst für Chemie und dann für Gentechnik, heißt es. (ad)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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