Klimakonferenz: Debatte über den Beitrag der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist Opfer und Verursacher des Klimawandels zugleich. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert auf der Klimakonferenz in Bonn von der Landwirtschaft mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stellt die Ernährungssicherung in den Vordergrund.

Die Landwirtschaft ist Opfer und Verursacher des Klimawandels zugleich. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert auf der Klimakonferenz in Bonn von der Landwirtschaft mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stellt die Ernährungssicherung in den Vordergrund.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat zu Beginn der Klimakonferenz in Bonn (COP23) zu mehr Anstrengungen im Klimaschutz aufgerufen. Auch Deutschland müsse handeln, nur nach einem Ausstieg aus der Kohle zu rufen, reiche nicht, sagte Hendricks. Neben dem Verkehrssektor verwies Hendricks dabei auch auf die Landwirtschaft. Dort sei noch nichts geschehen, so Hendricks. Auch wenn Einsparungen von Treibhausgasen in der Energiewirtschaft am schnellsten gingen, dürften sich die anderen Sektoren nicht verstecken, forderte Hendricks weiter.

Schmidt betont Aspekt der Ernährungssicherung

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) verwies zu Beginn der Konferenz auf die bedeutende Rolle der Landwirtschaft beim Klimaschutz. Diese sei unbestritten, so Schmidt. Er appellierte allerdings dafür, die Themen Landwirtschaft, Ernährung, Verfügbarkeit von Wasser und den Klimaschutz „nur vernetzt zu betrachten“. Kernaufgabe der Landwirtschaft bleibe die Ernährungssicherung, so Schmidt. „Die Herausforderung besteht darin, die Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion weiter zu steigern und gleichzeitig den Erhalt der natürlichen Ressourcen zu sichern und das Klima zu schützen“, sagte er.

BMEL hebt Düngereform als Beitrag zum Klimaschutz hervor

Zum Klimaschutz in der Landwirtschaft zählt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), dass landwirtschaftlich genutzte Moor- und Dauergrünlandflächen geschützt werden. Die Stickstoffeffizienz der Düngung müsse weiter verbessert werden, so das BMEL, dazu sei in Deutschland das Düngerecht bereits angepasst worden. Als weitere Bausteine für den Klimaschutz in der Landwirtschaft zählt das BMEL eine „effizientere und am Tierwohl ausgerichtete tierische Erzeugung“ und eine „sinnvolle Nutzung der Bioenergie“ auf. Mit diesen Maßnahmen könne die Landwirtschaft in Deutschland dazu beitragen, die im Klimaschutzplan 2050 verankerten Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, heißt es beim BMEL.

Landwirtschaft ist Verursacherin und Betroffene des Klimawandels

Die Land- und die Forstwirtschaft sind gemeinsam für 24 Prozent aller weltweit emittierten Treibhausgase verantwortlich, dazu gehören etwa 40 Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen und die Hälfte aller anthropogenen Methanemissionen. Gleichzeitig verursacht der Klimawandel bereits jetzt Ernteverluste. Laut einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) könnten Maßnahmen zur Reduzierung kurzlebiger Klimaschadstoffe bis zum Jahr 2030 mehr als 50 Millionen Tonnen jährlicher Ernteverluste bei den Grundnahrungsmitteln Mais, Reis, Soja und Weizen verhindern.

Bleser statt Schmidt am Freitag beim COP 23 Landwirtschaftstag

An diesem Freitag findet auf der Weltklimakonferenz in Bonn der Landwirtschaftstag, veranstaltet von der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), statt. Über die Umsetzung der nationalen Beiträge zum Klimaschutz seitens der Landwirtschaft wird dort der Parlamentarische Staatssekretär des BMEL, Peter Bleser, sprechen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt weilt gleichzeitig bei den Sondierungsverhandlungen zur Agrarpolitik für eine Regierungsbildung von Union, FDP und Grünen in Berlin.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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