Kommentar

Klöckner: Absturz einer Hoffnungsträgerin

In Selbstdarstellung und PR ist Julia Klöckner gut. Eine Perspektive für die Landwirtschaft hat sie dagegen nicht ausreichend geliefert. Ein Resümee über dreieinhalb Jahre Amtszeit.

Julia Klöckner hat vergangene Woche eine Bilanz ihrer Amtszeit gezogen und die Leistungen hervorgehoben. Bei den Landwirten kann sie damit nicht punkten, ein Kommentar.

Fast euphorisch war die Stimmung, als Julia Klöckner im März 2018 als Landwirtschaftsministerin antrat, sechs Monate nach der Bundestagswahl. Nach ihrem unscheinbaren Vorgänger Christian Schmidt war die Branche voller Hoffnung, Themen aktiv zu gestalten.

Durchwachsene Bilanz

Davon ist nichts mehr zu spüren. Gar nichts. Etliche Landwirte, insbesondere in der Tierhaltung, ringen gerade um ihre Existenz. Die schlechten Preise sind das eine. Aber vor allem fehlt ihnen eine Perspektive und der Glaube an eine bessere Zukunft. Das hat Klöckner nicht geliefert. Sie selbst zieht zwar ­eine positive Bilanz ihrer Amtszeit, tatsächlich fällt diese aber durchwachsen aus:

  • Zugutehalten muss man der CDU-Politikerin, dass sie sich auch unangenehmen Diskussionen stellt. Und sie hat von ihren Vorgängern strittige Themen geerbt, die sie nicht zu verantworten hat, aber umsetzen musste – wie die...


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