Klöckner: „Die Gesamt-Kalorienzahl muss groß auf jeder Packung stehen“

Julia Klöckner, Bundesernährungsministerin, arbeitet an einer „Nationalen Reduzierungsstrategie“ für Zucker, Salz und Fette. Im Fokus ihrer politischen Arbeit steht die Ernährungsbildung, doch auch klare Verbraucherinformationen seien wichtig für ein aufgeklärtes Verbraucherbewusstsein, betont die Ernährungsministerin.

Julia Klöckner, Bundesernährungsministerin, arbeitet an einer „Nationalen Reduzierungsstrategie“ für Zucker, Salz und Fette. Im Fokus ihrer politischen Arbeit steht die Ernährungsbildung, doch auch klare Verbraucherinformationen seien wichtig für ein aufgeklärtes Verbraucherbewusstsein, betont die Ernährungsministerin.

Eine Politik, die die Bürger dazu bewegen will sich besser zu ernähren, sollte ganzheitlich vorgehen, hebt Klöckner in einem Interview mit der B.Z. hervor. Das funktioniere ihrer Ansicht nach am besten durch Ernährungsbildung und die allgemeine Verbesserung der Ernährungskompetenz. Eine Zuckersteuer halte die Ernährungsministerin nach wie vor nicht für zielführend. „Eine Steuer ist kein Selbstzweck“ und führe daher auch nicht unbedingt zu einer ausgewogeneren Ernährung. Beim Essen sei die Eigenverantwortung von jedem einzelnen Verbraucher gefragt, sagt sie in der B.Z..

„Gutes Essen macht stark“

in Projekt, was bereits zum Thema Ernährungskompetenz läuft, ist „Gut Essen macht stark“, welches Klöckner letzte Woche zusammen mit den Verbraucherzentralen eröffnete. Das Projekt wird von dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit einer halben Million Euro gefördert und soll einen Beitrag zur Gesundheitsförderung in Kitas und Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen leisten. Indem das pädagogische und hauswirtschaftliche Kita-Personal Fachkompetenzen im Ernährungsbereich erwerben, soll der erste Baustein zu einer ausgewogenen Ernährung gelegt werden, wie es in der Pressemitteilung des Ministeriums heißt. Das Projekt läuft noch bis Ende September 2019.

„Die Trickserei muss ein Ende haben“

Trotz derartiger Projekte im Rahmen der Ernährungsbildung müssen ebenso Maßnahmen umgesetzt werden, die dem Verbraucher „die gesunde Wahl zur leichten Wahl werden“ lassen, zitiert die B.Z. Klöckner. „Was auf der Lebensmittel-Packung steht, muss für den Verbraucher verständlich sein“, heißt es weiter. So sollte beispielsweise die Gesamt-Kalorienzahl des Produktes groß auf jeder Packung stehen, lautet die Forderung der Bundesernährungsministerin. Außerdem seien die angegebenen Portionsangaben häufig unrealistisch „Die Trickserei muss ein Ende haben“, fordert sie.

Im Koalitionsvertrag verankert ist die sogenannte „Reduktions- und Innovationsstrategie“, die vom BMEL zur Reduzierung von Zucker, Fetten und Salzen in Fertigprodukten erarbeitet werden soll. Nach Informationen des BMEL sollen zusammen mit allen beteiligten Akteuren bis Ende des Jahres acht Arbeitspakete erarbeitet und vorgestellt werden.
 

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Diskussionen zum Artikel

von Benjamin Ziegler

Aus der Zeit gefallen...

Kalorien? Manche Leute scheinen wirklich hinter dem Mond zu leben.

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