Klöckner holt Merkel zur Grünen Woche

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird auf der Grünen Woche zum Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft eine Rede halten. Ihr Besuch bei der großen Agrarschau ist nicht selbstverständlich. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird dort erwartet.

Merkel wird erstmals auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), das zum Auftakt der Grünen Woche stattfindet, sprechen. Das Forum steht dieses Jahr unter dem Motto „Landwirtschaft digital – Intelligente Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft“. Zu der Veranstaltung werden neben vielen Fachleuten aus aller Welt auch Agrarminister aus bis zu 70 Ländern erwartet.

Merkel wird ihre Rede am Freitagnachmittag den 18. Januar halten. Es wird erwartet, dass sie sich den Themen Digitalisierung in der Landwirtschaft und internationale Ernährungssicherung widmen wird. Ihr Besuch könnte auch ein Hinweis dafür sein, dass die CDU das Thema Digitalisierung und Landwirtschaft für sich wieder besonders in Anspruch nehmen will. Ende vergangenen Jahres hatte die CDU-Bundesforschungsministerin Anja Karliczek mit der Aussage „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“ im Ländlichen Raum und in der Landwirtschaft aber auch in ihrer Partei für Irritationen gesorgt.

Davos der Land- und Ernährungswirtschaft

Der Besuch von Merkel ist auch ein Coup von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die als stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU eine Nähe zur Kanzlerin pflegt. Eine Rede von Merkel auf der Grünen Woche ist nicht selbstverständlich. Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 und im Bundestagswahljahr 2013 hatte sie allerdings die Agrarschau eröffnet.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bezeichnet das GFFA und den damit einhergehenden Agrarministergipfel als „Davos der Land- und Ernährungswirtschaft“. Sie will mit den Agrarministern über Chancen und Herausforderungen mit der Digitalisierung der Landwirtschaft reden. Auch die Verbesserung des Datenschutzes auf internationaler Ebene soll thematisiert werden. Das GFFA gilt als die weltweit führende internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft. Sie findet seit 2009 jährlich unter einem anderen Leitthema im Rahmen der IGW in Berlin statt.

Steinmeier spricht über Ländliche Entwicklung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht am 23. Januar die Internationale Grüne Woche. Sein Thema ist der Ländliche Raum. Begleitet von Agrarministerin Julia Klöckner wird er im Ausstellungbereich „Lust aufs Land“ Gespräche mit Vertretern der ländlichen Entwicklung führen. Anschließend spricht der Bundespräsident auf der Eröffnungsveranstaltung des 12. Zukunftsforums „Ländliche Entwicklung“ im CityCube Berlin.

So sieht die Einigung zur Düngeverordnung aus

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Rolf Seyffert

Digitalisierung rettet uns nicht vor neuem Anlastungsverfahren der EU

Digitalisierung und schnelles Internet auch auf dem Land ist sehr wichtig, doch wenn das neue Anlastungsverfahren der EU zur Düngeverordnung wirklich war würde (keine Gülle mehr im Herbst auch für Grünland ausbringen, nochmalige Senkung der N-Mengen, usw.) dann rettet uns auch die Digitalisierung nicht mehr. Bin gespannt ob sich unsere Kanzlerin hier für die Landwirte gegen diesen fachlichen Blödsinn einsetzt.

von Christian Bothe

Merkel und Co.

Wenn man die Besuche als Wertschätzung der LW und NGW und der Arbeit unserer Bauern werten kann,finde ich es gut und richtig.Alles andere ist doch zweitrangig.

von Wilhelm Grimm

Alles schön und gut, aber

ich will wissen, ob die Kanzlerin die Erzeugung von Nahrungsmitteln als gesellschaftliche Leistung anerkennt oder nicht.

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