EU-Agrarrat

Klöckner mahnt, Tiertransporte bei zu hohen Temperaturen abzulehnen

Trotz Verbot gab es in 2017 und 2018 Tierverladungen an der bulgarisch-türkischen Grenze bei Temperaturen über 26 Grad. Klöckner fordert daher eine einheitliche Anwendung der Tierschutztransport-VO

Heute nimmt Bundesagrarministerin Julia Klöckner in Brüssel an der Tagung des europäischen Agrarrats teil. Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung ist der Schutz von Tieren beim Transport bei hohen Temperaturen in den Sommermonaten.

„Tiertransporte im Hochsommer bei über 30 Grad sind rechtlich untersagt. Und das völlig zurecht! Es darf dann keine Genehmigung geben – die Bundesländer sind für die Genehmigungen und Ablehnungen zuständig, auch für die Einhaltung der Bestimmungen", sagte Klöckner. Leider jedoch habe es in den Sommermonaten 2017 und 2018 auch in Deutschland Abfertigungen bei zu hohen Temperaturen gegeben, zeigte eine Überprüfung durch das Ministerium.

Mit den betroffenen Ländern sei das BMEL daher im Austausch. "Meine klare Erwartung ist, dass die Vorgaben der EU-Tierschutztransportverordnung einheitlich und konsequent durchgesetzt werden. Alle Beteiligten haben wir aufgefordert, ihren tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Wichtig ist hier auch die enge Zusammenarbeit mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten."

Auch für dieses Jahr will sich die CDU-Politikerin nach Ablauf des Sommers die Daten vorlegen lassen. Solche Verstöße wie in den vergangenen Jahren könne sie nicht dulden. "Wenn es zu heiß ist, gilt ganz klar: kein Transport, das verstößt sonst eindeutig gegen das Tierwohl. Wir können und werden auch im Nachhinein die Temperaturangaben an den Verladeorten überprüfen und abgleichen, das kündige ich heute schon an. Und ich werde die benennen, die sich nicht an die klaren Regelungen halten.“

Die Auswertung der genehmigten Transporte aus Deutschland über die bulgarisch-türkische Grenze im Juli/August 2017 und 2018 sowie die Auswertung in Bezug auf die Temperaturen im Bestimmungsland haben ergeben: Von den insgesamt 210 Transporten waren 26 bei Temperaturen bei 30 Grad Celsius oder darunter durchgeführt worden. 184 bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius. Bei 35 der Transporte lag die maximale Temperatur am Tag der Abfertigung durch die lokale Behörde unter 30 Grad Celsius.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hansjörg Schrade

Verlogene CDU-Agrarpolitik(er)

Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses, Alois Gerig von der CDU, sagte am 18. Januar 2018 im Bundestag: "Solange der Tierschutz bei Tiertransporten nicht wirksamer kontrolliert wird, halte ich es für absolut notwendig, den Export von Schlachttieren in Drittstaaten auszusetzen. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD, der FDP und der AfD)" Ein dreiviertel Jahr später stimmt er gegen entsprechende Anträge von Grünen und FDP, die genau das fordern. Der Tierschutz steht im Grundgesetz, aber die Agrarministerin setzt nicht das Recht durch, sondern will nach dem Sommer, wenn alles vorbei ist, die Verantwortlichen "benennen". Finanzämter und Verkehrspolizei, untere Naturschutzbehörden und Baurechtsbehörden belassen es nicht beim "benennen". Die meisten Länder-Agrarminister, die sie dann "benennen" will, sind eh von ihrer eigenen Partei. Gleichzeitig hört man von Klöckners Partei nichts gegen das Mercosur-Abkommen, durch das noch mehr billiges Rindfleisch in die EU kommen wird. Und der Bauernverband ist zwar gegen Mercosur, aber für die Partei, die für Mercosur stimmen wird und über die skandalöse Verteilung der 1. Säule (die 10% größten Betriebe bekommen 55% des Geldes) weiter die Geschäftsmodelle der LPG-Nachfolger und Landgrabber erst möglich macht. Der Zorn und die Resignation der Bauern hier in den Kommentaren ist verständlich, aber nutzlos, so lange er sich nicht gegen die Partei und den Bauernverband richtet.

von Erwin Ring

30 Grad

Diese Dummschwätzer sollte man bei 30 Grad mit 100 anderen Dummschwätzern mal in einem Viehtransporter von Flensburg nach München fahren, vielleicht wäre das mal ein Kur für Sie, Herr "Paul", dem Namen nach aus dem Münsterland!

von Rolf Morgenstern

Auch für Haustiere

Bleibt zu hoffen. das dies dann auch für Hund, Katze und co gilt

von Markus Grehl

Wartezeiten in den Schlachthöfen

Was sagt die Ministerin zu den Wartezeiten der Transporter an deutschen Schlachthöfen? Da stehen die im Sommer auch oft und warten aufgrund zu geringer Wartestallkapazitäten in der prallen Sonne auf die Entladung.

von Paul Siewecke

Es gibt auch Kontrolleure...

die stellen sich bei brütender Hitze vor dem Schlachthof auf und fangen Tiertransporte ab um mal so richtig gründlich zu kontrollieren. Derweil fehlt der Fahrtwind, die Temperaturen auf der Ladefläche schießen hoch und ....

von Michael Behrens

Verbietet ruhig Transporte aus der EU!

Mersocur wird es auffangen und den Tieren wird es bei der frischen Seeluft auch besser gehen!

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