Klöckner reicht der Kabinettsbeschluss zum Wolf nicht Premium

Das Bundeskabinett hat heute beschlossen, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Doch damit scheint der Streit in der Bundesregierung zum Wolf nicht geschlichtet. Landwirtschaftsministerin Klöckner will weitergehende Eingriffe über das Parlament erreichen.

Das Kabinett hat heute den vom Kanzleramt geschmiedeten Kompromiss zum Umgang mit dem Wolf verabschiedet. Darin wird das Bundesnaturschutzgesetz so geändert, dass künftig für einen Wolfsabschuss im Falle von Nutztierrissen nicht mehr nachgewiesen werden muss, welcher Wolf das war, sondern mehrere Wölfe des betreffenden Rudels erlegt werden dürfen. Dies darf dann bis zum Ausbleiben von Schäden fortgeführt werden. Die Möglichkeit des Abschusses weiterer Wölfe gilt auch für Entnahmen im Interesse der Gesundheit des Menschen, heißt es im heute beschlossenen Gesetzentwurf. Aus Sicht des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) ist der Beschluss jedoch "nur ein erster Schritt, der auf Grund der schwierigen Lage im ländlichen Raum dringend notwendig war", teilt es direkt nach der Kabinettssitzung mit. Sowohl die Herabsetzung der Schadenschwelle zur Entnahme von Wölfen aus der Natur als auch die verbesserte Rechtsicherheit durch den möglichen Abschuss einzelner Wölfe eines Rudels, auch wenn unklar ist, welcher Wolf den Schaden verursacht hat, bis hin zur Entnahme des gesamten Rudels seien in der Sache ein Fortschritt. „Es ist gut, dass sich das Bundesumweltministerium letztlich doch bewegt hat“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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