Agrarpaket

Klöckner und Rukwied sind sich nicht mehr grün Premium

Das Tischtuch zwischen Agrarministerin Klöckner und Bauernpräsident Rukwied hat ordentliche Risse. Die Landwirte sprechen vor allem wegen des Insektenschutzprogramms von Frust.

Das Agrarpaket der Bundesregierung stellt das Verhältnis von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bauernpräsident Joachim Rukwied auf eine harte Probe. Beim traditionellen Ernteabend des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in dieser Woche in Berlin ließ Rukwied seinem Frust freien Lauf. „Das Insektenschutzprogramm hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagte er zu Klöckner. Aus seiner Sicht würden die Vereinbarungen des Insektenschutzprogrammes den Weg des „kooperativen Naturschutzes“ verlassen. „Wir müssen hier sprechen, nehmen Sie diese ausgestreckte Hand an“, sagte Rukwied. Vor allem die geplanten Einschränkungen für den Pflanzenschutz in Schutzgebieten treiben ihn um. „Landwirte wollen auch in Schutzgebieten eine Zukunft haben“, sagte er. Rukwied rechnete Klöckner vor, dass Landwirten von Flächen in Schutzgebieten eine Wertminderung von 10.000 €/ha bevorstehe.

Pflanzenschutz in Schutzgebieten

Landwirtschaftsministerin Klöckner hatte sich mit Umweltministerin Svenja Schulze im Aktionsprogramm Insektenschutz unter anderem darauf geeinigt, dass es ab 2021 in Schutzgebieten ein Verbot für Pflanzenschutzmittel "mit besonderer Relevanz für Insekten" geben soll. Konkret schließt das Programm die Anwendung von „Herbiziden und biodiversitätsschädigenden Insektiziden“...

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Politik / News

Agrarpaket im Stresstest

vor von Stefanie Awater-Esper

Agrarministerin Klöckner und Umweltministerin Schulze rücken zum Agrarpaket zusammen. Ein gemeinsamer Besuch in der Praxis zeigt, ihnen stehen kleinteilige Diskussionen bevor.

Das Umweltministerium hat sich mit Einschränkungen für den Pflanzenschutz im Agrarpaket durchgesetzt. Der Kompromiss zu Tierwohllabel und Umschichtung war vorher durchgesickert.

Traktor von gestern. Technologie von morgen.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Otto Kremling

Weinkönigin Klöckner Top - Ministerin Klöckner ein Flop

Endlich ist Herr Rukwied aufgewacht! Manchem in unserem Berufsstand ist schon lange bewusst, dass die konventionelle Landwirtschaft durch die Hintertür ausgerottet werden soll. Nun ist es soweit. Wann kommt für alle Landwirte das Programm Verpachtung unserer Flächen an den Staat, Anstellung mit gutem Stundenlohn mit Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschlägen. Ferner 6 Wochen Urlaubsanspruch. Über Krankheit müssten wir uns dann auch keine Gedanken machen. Die "Befehle" erhalten wir dann von mehr als 10000 Beamten, welche uns sagen wann, wie und wo wir was zu Erledigen haben. Verantwortlich für das Ergebnis ist dann der jeweilige Beamte. Mit einem Schlag wären wir wieder angesehen, da dann die Regale mit deutschen Lebensmitteln ziemlich leer wären. Der Sozialismus wie in der DDR lässt grüßen!

von Bernhard ter Veen

Frau Klöckner

83 Mio € für Insektenschutz... wenn ich einfach rechne sind das bei NOCH 270000 Betrieben in D = 307 € und paar zerquetschte. So wie ich denke wird das Geld vom Bundestag und -Rat eh wieder einkassiert. und wenn nicht in den dortigen Debatten dann in Brüssel da diese nicht mit EU-Recht vereinbar sind. War so - ist so - bleibt so !!! Un wenn Sie es wirklich bis an die Betriebe bringen sollten dann gibt es nach Abzug der VERWALTUNGS und KONTROLL Kosten nur grade mal 50 CENT für jeden ha. Beamten- und Verwaltungs SUBVENTION ist DAS ...wie immer !

von Hans Nagl

Jede Sache hat auch etwas Gutes.

Hoffentlich werden die Bauern jetzt endlich Wechselwähler. Den nur dadurch wird unser politisches Gewicht steigen.

von Heinrich Albo

"Flugfallen "

sollte es heißen...

von Heinrich Albo

Na ja von Bienensterben ....

redet ja keiner mehr nachdem herausgekommen ist das wir so viel hochleistungs Honigbienen haben wie noch nie.Das diese die Wildbienen verdrängen und den Nektar weg fressen ist doch klar....Wenn wir übrigens Gülle und Mist nur noch in ein paar Tagen ausbringen und sofort einarbeiten müssen ,dann haben die Insekten auch nichts davon..... Borken Käfer und Prozessionsspinner wird man sicher schlechter in den Flughafen fangen und diese werden auch wieder andere Insekten verdrängen.....Abgesehen von zahlreichen Mückenplagen ...Heimchen etc...Alle Ngos und die Medien verdienen halt ihr Geld mit der Angst der Leute und die Politiker fallen darauf rein....

von Heinrich Roettger

Schon vergessen , der Insektenrückgang wurde in einem Naturschutzgebiet festgestellt

Wollen wir noch weitere Krefelder Naturschutzgebiete ohne Insektenbiomasse ? Stoppen wir diesen emotionalen Husarenritt der Ministerin!

von Renke Renken

Die Politiker versuchen

alle nur noch ihren Arsch zu retten und hängen die Fahne genau in den Wind. Die laufen alle diesen Naturschützern, Tierwohlexperten und Klimarettern hinterher, um irgendwie noch ein paar Stimmen für die nächste Wahl zu retten, Realitäten und Wahrheiten gehen denen völlig am Arsch vorbei. Und derf DBV versucht jetzt seinen Mitgliedern zu vermitteln, daß das Tischtuch Risse hat, lächerlich, einfach lächerlich. Das Tischtuch hätte sich vor Monaten schon in Luft auflösen müssen!

von Wilhelm Grimm

Diese Diskussion um Insekten ist das größte Problem der Deutschen ?

Nicht das ökonomische und ökolgische Desaster und Versagen zu den Völkerwanderungsbewegungen dieses Jahrhunderts., auch nicht die Kriegsgefahren, auch nicht das Ungleichgewicht im Lebensstandard der Völker. Diese Weltprobleme werden wir nicht ewig mit der Kalaschnikoff lösen können. Die deutsche Politik dreht an sehr kleinen Schrauben, das machen nur kleine Geister und das ist bedrohlich. Die Insekten werden niemals ausgerottet, die Dummheit der deutschen Politiker leider auch nicht, fürchte ich.

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Ministerin aus Weinbauernfamilie

Dass ausgerechnet eine Ministerin, die aus einem Weinbaufamilienbetrieb stammt, sich anschickt die landwirtschaftlichen Familienbetriebe über die Klinge springen zu lassen, ist schon bemerkenswert.

von Willy Toft

Wenn wir uns nach dem Bauchgefühl der Bevölkerung richten sollen, und dieses auch noch.....

in Gesetzestext gegossen wird, dann sind wir weit gekommen in DE. Alles was bisher Bestand hatte, wird hinweggefegt, Wissenschaftlicher Sachverstand ignoriert, und der Berufsstand auch noch an den Pranger gestellt. Die Bauern wurden nicht einmal gehört zu dem Thema, die Ideologen sollen gewinnen? Und das ohne wirklichen Sachkunde Hintergrund! Wir werden ausgegrenzt, finanziell ruiniert, und die Verantwortlichen meinen, das sie im Auftrag des Volkes handeln! Ideologie schlägt anscheinend Sachverstand, und die Machbarkeit wird nicht mal hinterfragt!

von Robert Sigmund-Wild

Wer sind wir?

Willi hat recht, wenn er sagt was die Landwirtschaft in Sachen Nachhaltigkeit bereits erreicht hat und dazu bereit ist noch mehr zu leisten, aber bestimmt nicht vom Grünen Tisch diktiert. Freiwilligkeit stirbt aus, wie Willi schon sagt. Soeben habe ich einen "alten" TopAgrar Artikel gefunden, wo darüber berichtet wurde, dass in den USA genveränderter Weizen angebaut wird, damit dieser mit dem "billigen" Glyphosat unkrautfrei gehalten werden kann. Über die Zustimmung, bzw. Nichtnegierung der vielen Handelsabkommen unserer Frau Klöckner, Schulze und Merkel dürfen wir das Zeug jetzt speissen. Mal schauen, bis sich wieder ein Arzt empört zeigt, wenn im Urin zuviel Glyphosat nachgewießen wird. Übrigens der "alte" Top Agrar Artikel stammt vom 2.7.2019. Dennoch ist das Fass schon übergelaufen, aber ich denke dass dieses in einer Flut zerfetzt wird, wenn Klöckner noch eine Ackerbaustrategie abliefern wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Klöckner,Schulze wissenschaftliche Erkenntnisse unserer Universitäten heranziehen wird, sie hatte es bisher nicht für notwendig befunden. Letztendlich, wird es Betriebsaufgaben beschleunigen, nicht nur kleine Betriebe, sondern auch Fremdkapital gestützte Betriebe der größeren Ordnung. So kommen Banken an krisensicheres Kapital, die Nahrungsversorgung mit Genmüll ist über Handelsabkommen gesichert, die Industrie kann exportieren und dem Verbraucher wird die heile Landwirtschaft vorgegaukelt. Jagd diese Leute aus dem Land! Diese Handlungsweisen, insbesondere die von Klöckner, Schulze und Merkel lassen erkennen, dass sie nicht im Geringsten Interesse an einem Schulterschluss mit der Deutschen Landwirtschaft haben, eher im Gegenteil, ein Vernichtungsschlag gegen diese wahrscheinlicher ist, ohne hier eine Verschwörungstheorie ins Leben zu rufen wollen.

von Henrik Plaas-Beisemann

Was ist ein für Insekten relevantes Vogelschutzgebiet?

Faktisch sind fast alle Vogelschutzgebiete für Insekten relevant. Kleines Beispiel zur Einordnung: Der kleine Perlmuttfalter, eine noch häufig, aber auf dem Rückzug befindliche Tagfalterart hat als Nahrungspflanze der Raupen Ackerstiefmütterchen. Allein mit diesem Beispiel lassen sich fast alle Ackerbaustandorte in Vogelschutzgebieten zu Insekten relevanten VSG erklären. Am Ende schadet man aber Vögeln und Insekten durch eine erzwungene Verarmung der Fruchtfolgen. Das ist keine Panikmache, das ist schlicht und ergreifend das Ergebnis einer bornierten Politik. Natürlich können wir etwas für den Artenschutz tun, die Lösung heißt aber Vertragsnaturschutz und nicht Ordnungsrecht. Würde man nicht so viel reden, sondern jedes Jahr Programme zum Vertragsnaturschutz von 100 Mio.€ auflegen, und zwar um es einfach zu handhaben ohne Ko-Finanzierung durch EU und Bundesländer, würde man schnell Erfolge sehen. Es gibt nur ein Problem: Über Naturschutz wird gerne und viel geredet, Geld, und schon gar keines was bei den Bauern ankommen würde, Geld zugeben, dazu ist keiner bereit. Wenn dann wird nur nach EU-Geldern geschrien.

von Wilhelm Grimm

"wie grosse Teile der Gesellschaft die Landwirtschft sehen", Soll das ein Witz sein?

Das Bild der Gesellschaft von der Landwirtschaft kann nicht besser sein. Das kann ich als Hamburger täglich erleben, wenn ich mich mit den Bürgern dieser Stadt unterhalte. Die Umfragen zur Beliebtheit der Bauern bestätigen mich. Dieses Bild bekommt durch die ständigen Angriffe aus dem Lager der Grünen und der Umweltverbände Risse., zu denen auch ihre Kollegin Schulze einen erheblichen Beitrag leistet. Das nenne ich bereits Massenpropaganda, die auch von den deutschen Medien in die Bevölkerung gespült wird. Die Ministerin Klöckner wird hoffentlich zur Kenntnis genommen haben, dass sich durch Propaganda gesteuerte Massen jeder Verunft verschliessen, Die Aufgabe der Ministerin ist es doch gerade, mit Vernunft und nicht mit Emotionen zu argumentieren und danach zu handeln. Schade, dass die Politiker der Regierungsparteien mit dem Bauchgefühl und nicht mit Vernunft Politik machen, und nicht gestalten.

von Dr. Willi Billau

Klöckner: "ein unmoralisches Angebot"!

Frau Klöckner ist es offenbar nicht bewusst, welche Entwicklungen die Landwirtschaft die letzten Jahrzehnte gemacht hat (einzelne Extreme ausgeschlossen!) Sie ist laut Studien die weltweite Nr. 1 in Nachhaltigkeit, gleichzeitig in Europa mehrmals auf Rang 1 bei wichtigen tierischen und pflanzlichen Produkten. Die gefundenen Rückstände in heimischem Obst und Gemüse sind auf weltweit niedrigstem Niveau. 95 % der Proben erfüllen die noch strengeren ALDI-Richtlinien. Durch wendende Bodenbearbeitung haben wir den Alterungsprozess vieler Böden umgekehrt (Podsole, Parabraunerden) und sie damit profitabler gemacht. Die Rückstände im Grundwasser an Pflanzenschutzmitteln sind fast nur Altwirkstoffen zuzuordnen und sind weiter rückläufig. Die Nitratproblematik wäre mit sinnvollem Management („SchalVO in Baden Württemberg“) für alle Betriebe in akzeptabler Weise zu lösen: In BW hat man den Nitratgehalt in den letzten 20 Jahren um 22 % gesenkt! Davon spricht keiner. 20 % weniger düngen heißt Ertrags- und Qualitätsverluste bis zur Weigerung der Produkte. Unsere ökologische LW ist bundesweit im Aufbau. Wenn die Verbraucher bereit sind, langfristig mehr für BIOprodukte zu zahlen, wird auch dieses Segment weiter wachsen. Moderne Milchvieh-Laufställe sind um Dimensionen tierfreundlicher als die alten Anbindeställe. Finanzielle Anreize würden da, wo es möglich ist auch noch mehr Weidhaltung ermöglichen. Viele könnten bei Neubaumaßnahmen den „Aktivstall für Schweine“ von Gabi Mörixmann nachbauen. Natürlich müssten von den geizgeilen Verbrauchern mehr für das wertvolle Fleisch gezahlt werden. Durch den Rückgang der Milchviehhaltung werden die Grünländer des Rheintals nur noch extensiv genutzt. Warum hatten wir in den 80er Jahren kein Insektensterben, als noch persistente Wirkstoffe (chlorierte KWS, Carbamate, Phosphörsäureester) eingesetzt wurden? Heute haben wir nur noch kurzlebige, meist selektiv wirkende Insektizide (Rynaxapyr)? Warum werden Entscheidungen getroffen, bevor Ursachenforschung durchgeführt wurde? Will man die wahren (Mit-)Verursacher verschweigen. Das muss sich auch Frau Klöckner mit ihren Schnellschüssen vorwerfen lassen. Wir gingen davon aus, dass Sie als ehemalige deutsche Weinkönigin genug Bodenhaftung und Empathie für die hart arbeitenden Bauern mitbringt. Aber anscheinend hat sie sich fernab in der Scheinwelt der Schönen und Reichen bewegt und sich von ihren Wurzeln ernsthaft entfremdet. Und Chapeau Herr Rukwied, ich habe Sie in der Vergangenheit häufig wegen Inaktivität kritisiert, hier haben Sie Größe bewiesen! Weiter so! Bauern haben sich schon immer angepasst und werden es auch weiter tun, wenn die Gesellschaft es verlangt. Ohne angemessene Preise kommt es jedoch wirklich zur Agrarwende: den Bach hinunter! Aber als Prügelknaben der Nation die Birne hinzuhalten, das haben wir nicht verdient! Stehe auf, wenn Du ein Bauer bist und stelle viele Kreuze auf! Willi Billau Regionalbauernverband Starkenburg

von Matthias Zahn

Glückwunsch an Klöckner und Schulze

Der Weltmarkt ist nicht mehr unser größtes Problem........

von Georg Nordendorf

Ich zitiere: "Klöckner rief den Bauernverband auf, sich nicht vor der gesellschaftlichen Debatte über die Landwirtschaft zu verschießen. „Der Bauernverband hat einen hohen Anspruch: Landwirtschaft soll in die Mitte der Gesellschaft. Wenn man diesen Anspruch hat, dann kann man nicht ignorieren, wie große Teile der Gesellschaft die Landwirtschaft sehen“, sagte Klöckner..." Den Spieß drehe ich aber mal ganz konsequent um. Die Gesellschaft überhäuft die Landwirtschaft fast täglich mit neuen Vorstellungen. Wie wäre es, wenn diese Gesellschaft sich erst mal selber darüber klar wird was sie eigentlich von uns will? Und dann erwarte ich von unserer Gesellschaft, das sie die aufgestellten Forderungen auch bezahlt - ohne ausufernde Bürokratie versteht sich, sondern ganz normal per Rechnung, so wie jeder Handwerker auch seine Rechnung schreibt.

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