Agrarpaket

Klöckner und Rukwied sind sich nicht mehr grün

Das Tischtuch zwischen Agrarministerin Klöckner und Bauernpräsident Rukwied hat ordentliche Risse. Die Landwirte sprechen vor allem wegen des Insektenschutzprogramms von Frust.

Das Agrarpaket der Bundesregierung stellt das Verhältnis von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bauernpräsident Joachim Rukwied auf eine harte Probe. Beim traditionellen Ernteabend des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in dieser Woche in Berlin ließ Rukwied seinem Frust freien Lauf. „Das Insektenschutzprogramm hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagte er zu Klöckner. Aus seiner Sicht würden die Vereinbarungen des Insektenschutzprogrammes den Weg des „kooperativen Naturschutzes“ verlassen. „Wir müssen hier sprechen, nehmen Sie diese ausgestreckte Hand an“, sagte Rukwied. Vor allem die geplanten Einschränkungen für den Pflanzenschutz in Schutzgebieten treiben ihn um. „Landwirte wollen auch in Schutzgebieten eine Zukunft haben“, sagte er. Rukwied rechnete Klöckner vor, dass Landwirten von Flächen in Schutzgebieten eine Wertminderung von 10.000 €/ha bevorstehe.

Pflanzenschutz in Schutzgebieten

Landwirtschaftsministerin Klöckner hatte sich mit Umweltministerin Svenja Schulze im Aktionsprogramm Insektenschutz unter anderem darauf geeinigt, dass es ab 2021 in Schutzgebieten ein Verbot für Pflanzenschutzmittel "mit besonderer Relevanz für Insekten" geben soll. Konkret schließt das Programm die Anwendung von „Herbiziden und...

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vor von Stefanie Awater-Esper

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