Brandenburg/Sachsen

Klöckner zur Wahl: "Der Kompromiss ist aus der Mode gekommen"

Landwirtschaftsministerin Klöckner hat sich besorgt über die Wahlergebnisse im Osten gezeigt. Sie will für gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land sorgen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) äußerte sich am Tag nach den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg besorgt. Es sei für ihre Partei „schwieriger geworden“, sagte sie im Interview mit dem Nachrichtensender NTV. Aus ihrer Sicht liegt ihr Parteifreund Michael Kretschmer in Sachsen dennoch „aus gutem Grund vorne“. Kretschmer sei ins Land gegangen, habe das Gespräch mit den Menschen gesucht und sich von der AfD abgegrenzt, sagte Klöckner. „Der Kompromiss ist aus der Mode gekommen und gilt als Schwäche und das ist sehr fatal“, analysierte Klöckner weiter.

Andere Themen im Ländlichen Raum

Klöckner sieht die Aufgabe der Zeit darin, „die Polarisierung zu überwinden und für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen“. Gerade in den Ländlichen Regionen hätten die Wählerinnen und Wähler, das Gefühl abgehängt zu sein. „Wir reden über Elektroroller in den Städten. Das ist nicht deren Thema in den ländlichen Regionen, die brauchen eine Arztversorgung, sie brauchen einen ÖPNV und sie brauchen schnelles Internet“, so Klöckner weiter.

CDU verliert bei den Landwirten

Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg hatte die CDU deutliche Verluste hinnehmen müssen. In Sachsen wurde sie mit 32,1% vor der AfD stärkste Kraft. Von den Landwirten wählten in Sachsen jedoch mit 34% mehr die AfD als die CDU, die bei den Landwirten auf 33% kam. In Brandenburg gewann die SPD mit 26,2% die Landtagswahlen, die CDU wurde dort nach der AfD mit 15,6% Dritter. Bei den Landwirten wählten in Brandenburg 34% die SPD. Die CDU landete bei den Landwirten mit 18% auf dem zweiten Platz.

Woidke will in Brandenburg schnell sondieren

Welche Koalitionen nun in Dresden und Potsdam gebildet werden, ist weiter offen. Noch in dieser Woche will Brandenburgs Ministerpräsident und SPD-Wahlsieger Dietmar Woidke mit Sondierungsgesprächen beginnen. Zunächst will er sich an die CDU wenden, braucht aber für eine Koalitionsmehrheit zwei Partner. Ein Bündnis der SPD mit CDU und Freien Wählern oder mit CDU und Grünen wäre möglich. Woidke könnte mit knapper Mehrheit auch in einer rot-grün-roten Koalition weiterregieren. Brandenburgs bisheriger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger von der SPD hat sein Direktmandat verteidigt. Ob er eine weitere Amtszeit bekommt, ist offen.

Wechsel der Agrarminister möglich

In Sachsen ist CDU Ministerpräsident Michael Kretschmer mit der Regierungsbildung betraut. Auch hier sieht es künftig nach einem Dreierbündnis aus. Möglich wäre eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD. Ob der bisherige CDU-Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt im Amt bleiben wird, ist ebenfalls offen. Schmidt gewann seinen Wahlkreis Mittelsachsen mit 36,9% der Erststimmen und zog so direkt in den neuen Landtag in Desden ein.

Die Redaktion empfiehlt

In Sachsen überholt die AfD die CDU bei den Landwirten. In Brandenburg wählt die Mehrheit der Landwirte wieder SPD. Die Grünen landen in beiden Ländern auf dem letzten Platz.

Drei agrarpolitische Kandidaten der SPD holen in Brandenburg ein Direktmandat für den Landtag. Alle landen nur knapp vor der AfD.

Der AfD-Agrarsprecher im Bundestag Stephan Protschka fordert eine stärkere Förderung kleiner und mittlerer Betriebe. Die AfD will die Direktzahlungen bei 600 bis 800 ha deckeln.

Das Bundeskabinett hat einen Plan vorgestellt, um in Deutschland gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. Lob kommt von den grünen Verbänden, sie fordern allerdings eine ambitionierte...


Diskussionen zum Artikel

von Karl Aicher

Klöckner ein Auslaufmodell

Hoffentlich kommt Frau Klöckner bald aus der Mode Wir hatten noch nie eine so schwache Landwirtschaftsministerin Außer schönen Bildern kommt rein gar nichts für die Landwirtschaft von Ihr Neue Auflagen klein reden und Freihandelsabkommen die nur zu lasten der Bauern gehen ... mehr anzeigen

von Guido Müller

hinaufbefördert

Frau Klöckner hat es in Rheinland-Pfalz nicht geschafft, für die CDU den Chefsessel zu holen und wurde befördert - nach Berlin. Kompromisse werden von der nur Politik nur akzeptiert, wenn diese von ihnen vorgeschlagen wurden. Dass der "Kompromiss aus der Mode gekommen ist", beschreibt ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Westen

dort geht die Sonne auch unter. Kapitalismus pur. Ein Pacht und Kaufpreisverhalten, dass vielen Familienbetrieben den Schlaf raubt. Es gilt mittlerweile: No risk no fun, wobei das Risiko immer mehr die Freude vertreibt.

von Erhard Kunz

Das gilt besonders für die Landwirtschaft

Es gibt keine Kompromisse mehr, es wird alles unternommen um dem grünen Kalb zu huldigen. Conviso smart, Neonics, Glyphosat, Crispr , im Ausland, und zum Teil bei unsrern nächsten Nachbarn erlaubt und in Deutschland verboten. Wenn die Anwendung von PSM noch mit 10 % ... mehr anzeigen

von Heinrich Roettger

Die Nichtwähler sind wieder an der Wahlurne gelandet!

Warum freut Sie sich nicht über die höhere Wahlbeteiligung.? Das Greenwashing der CDU kommt bei den Bauern gar nicht an. Eine Ministerin sollte Ihre Bauern gegen alle Anfeindungen aus der Medienwelt den Rücken stärken und zu konservativer Politik finden.Ansonsten wird die CDU immer ... mehr anzeigen

von Otto Klapfenberger

„Der Kompromiss ist aus der Mode gekommen"

Wie bitte? Wie kompromissbereit ist denn die CDU gegenüber der AFD? Ja genau 0,0. Es müsste doch dann ein leichtes sein die AFD zu entzaubern wie immer behauptet wird. Lieber weiter nach links-grün rutschen und mit dem Teufel (Die Grünen) koalieren.

von Bernhard ter Veen

man kann nur hoffen

das es NICHT wieder zu einem GRÜNEN Agrarminister kommt. Die Bauern haben schon genug gelitten... Deren Ideologien sorgen stets dafür das wirtschaftsfähige "klein"- Familienbetriebe den BACH runtergehen...

von Renke Renken

ich schließe

jetzt schon Wetten ab, daß man sich nach der nächsten Wahl auch wieder besorgt zeigt über die Wahlergebnisse. Jedesmal das Gleiche, und sie kommen nicht drauf, woran es liegt.

von Wilhelm Grimm

Faule Kompromisse dürfen niemals Mode werden.

Es wird Zeit, dass sie das begreifen, Frau Ministerin. Sie lassen sich von der NABU-Ministerin ständig über den Tisch ziehen. Für die deutschen Landwirte bleiben nur noch die Krümel unter dem Tisch.

von Werner Kriegl

Diese Worte sollte man ihr um die Ohren hauen!

„Der Kompromiss ist aus der Mode gekommen und gilt als Schwäche und das ist sehr fatal“ - es gäbe genügend Gelegenheiten: Düngeverordnung / Tierwohl / Glyphosat / Ferkelkastration / Anbindehaltung...

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen