EUROPA/Biokraftstoffe/REDII

Kommt Zertifizierung von Biokraftstoffen pünktlich? Premium

Der EU-Biokraftstoffmarkt kommt immer stärker unter Druck. Die Deckelung der Beimischungspflicht traf die boomende Biomasse-Branche bereits in 2018 empfindlich. Jetzt begünstigt die zögerliche Festlegung von ILUC-Kriterien durch die EU-Kommission, die weitere Palmöl-Anlandung aus Drittstaaten von gerodeten Flächen durch die Hintertür.

Es hapert in Brüssel mit der Umsetzung der im Jahre 2018 beschlossenen Revision der Richtlinie zu Erneuerbaren Energien (REDII). Der europäische Dachverband der Landwirtschaft (Copa Cogeca) mahnte Mitte der Woche in einem Schreiben an die EU-Kommission die ausstehende Präzisierung der Kriterien für die Zertifizierung von Biokraftstoffen an. Copa Cogeca befürchtet, dass die bisher lax gehandhabten Verfahren der EU-Kommission dazu beitragen, dass weiterhin Biokraftstoffe aus ökologisch nicht nachhaltiger Produktion aus Drittstaaten auf dem EU- Markt angelandet werden. Palmöl von gerodeten Waldflächen hätten in europäischen Autotanks nichts zu suchen.

Copa und Cogeca befürchten, dass es ohne starke rechtsverbindliche Bestimmungen im delegierten Rechtsakt zu Schlupflöchern in der Richtlinie kommen könnte, welche einer ‚niedrig-ILUC‘-Zertifizierung von Biokraftstoffimporten mit ‚hohem ILUC‘-Risiko eine Hintertür öffnen würden.“, erklärte Copa Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen in einer am Donnerstag in Brüssel verbreiteten...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

Schreiben Sie Thomas A. Friedrich eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen