„Krankes Fleisch wie faule Früchte rausgeschnitten“

Um sein Buch „Das Schweinesystem“ zu vermarkten, hat der Agrarkritiker und Tierarzt, Matthias Wolfschmidt, vergangene Woche bei Focus-Online einen Beitrag über die Verarbeitung angeblich kranker Schlachttiere schreiben dürfen. So informiert er die Leser, dass die Fleischqualität in Deutschland bedenklich sei.

Um sein Buch „Das Schweinesystem“ zu vermarkten, hat der Agrarkritiker und Tierarzt, Matthias Wolfschmidt, vergangene Woche bei Focus-Online einen Beitrag über die Verarbeitung angeblich kranker Schlachttiere schreiben dürfen.

So informiert er die Leser, dass die Fleischqualität in Deutschland bedenklich sei und beruft sich dabei auf die Behauptungen der Verbraucherschutzorganisation foodwatch. „Schlachtkonzerne behandeln Tiere wie faulige Früchte und schneiden kranke Körperteile einfach weg - der Rest wird weiterverkauft“, so Wolfschmidt, der an die jüngsten TV-Bilder von „malträtierten Tieren“ erinnert.  Seiner Meinung nach sei das „normaler Wahnsinn“.

Der stellvertretende Geschäftsführer von foodwatch verweist zudem auf den Wissenschaftlichen Beirat des Bundeslandwirtschaftsministers. Demnach sei die Tierhaltung in Deutschland schlicht „nicht zukunftsfähig“: Es gebe immer mehr Tierleid, die Bauern seien überfordert und verdienten nichts mehr an der Landwirtschaft. „Die Bauern drücken ihre Kosten – und ringen ihren Tieren immer höhere Leistungen ab“, sagt Wolfschmidt.

Die Tiere könnten das „Immer-Mehr“ ab, nur gesunde Tiere schaffen das, würden die Bauern behaupten . Doch die Schlachthofbefunde sprächen eine deutliche Sprache: Etwa jedes dritte Schwein entwickele mehr oder minder schwere Lungenentzündungen, Leber- oder Gelenkserkrankungen – innerhalb seiner nur sechsmonatigen Lebenszeit.  Die kranken Organe und Körperteile würden weggeschnitten. „Wie braune Stellen an einer Frucht“ schreibt mir der Schlachtkonzern Westfleisch. Der „gesunde“ Rest wandert ganz normal in die Supermärkte“, heißt es in dem Gastbeitrag.

Weitere Vorwürfe sind Knochenbrüche von Legehennen, weil sie mehr als 300 Eier Im Jahr  legen müssten, Eileiterentzündungen und Kannibalismus. Masthühner würden in 35 Tagen schlachtreif. Massenhafte Kollateralschäden an Füßen, Gelenken,  Herz und Kreislauf inklusive. Und zur Stellenbeschreibung der Milchkühe gehörten Euterentzündungen, Unfruchtbarkeit, Klauenschäden und Stoffwechselstörungen. Auf manchen Höfen seien 60, 70 oder 80 Prozent der Tiere betroffen, so Wolfschmidt weiter.

Er fordert daher eine lückenlose Erfassung des Gesundheitsstatus in jedem einzelnen Betrieb. Nur die Bundesregierung traue sich nur freiwillige Maßnahmen zu: „Tierwohl“-Initiativen, Forschungsprojekte, Modellbetriebe, Label. „Bloß nicht das System stören und sich mit dem Lebensmittelhandel oder den Hochleistungsbauernfunktionären anlegen. Bloß nicht das Selbstverständliche fordern: Dass alle unsere Lebensmittel mit tierischen Zutaten von gesunden Tieren stammen müssen“, so der Autor abschließend.

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