Krim-Krise: Deutsche Bauern bleiben auf Ware für Russland sitzen

Die Krise zwischen der EU und Russland wegen der Krim hat die Hoffnungen deutscher Landwirte zerschlagen, bald wieder Lebensmittel nach Russland verkaufen zu dürfen. Bereits seit letzten Jahr hat das Land u.a. den Schweinefleischimport gestoppt, angeblich wegen der Afrikanischen Schweinepest in Polen und Litauen.

Die Krise zwischen der EU und Russland wegen der Krim hat die Hoffnungen deutscher Landwirte zerschlagen, bald wieder Lebensmittel nach Russland verkaufen zu dürfen. Bereits seit letzten Jahr hat das Land u.a. den Schweinefleischimport gestoppt, angeblich wegen der Afrikanischen Schweinepest in Polen und Litauen. Doch auch andere Fleisch- und Milchprodukte dürfen seit einiger Zeit nicht mehr nach Russland, was die Behörden dort mit Hygienemängeln oder zu hohem Pflanzenschutzmittelgehalten begründen. Die neue Krise verschärft die Lage nun.
 
Der Deutsche Bauernverband geht davon aus, dass die Landwirte bei uns auf 5000 bis 6000 t Kartoffeln sitzenbleiben. Diese Menge hätten 100 Erzeuger für den Handel mit Russland reserviert in der Hoffnung auf ein Ende der Handelsrestriktionen. Branchenkenner sehen darin nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung reine Schikane und den Versuch, den eigenen Markt zu stärken.

Am Rande der Welternährungskonferenz von Grain Club und F.A.Z.-Forum in Berlin äußerte am Donnerstag nun auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt seine Sorge vor steigenden Getreidepreisen. „Der Wegfall der Marktstrukturen, die Blockaden jetzt in diesen Tagen mögen dazu führen, dass wir im Getreidemarkt sehen, dass die Preise nach oben gehen werden, sagte er. Der Zusammenhang zwischen politischen Krisen und Ernährung sei evident. In diesem Zusammenhang wies Schmidt auf die Bedeutung der Ukraine als Kornkammer Europas hin. Er hoffe, dass die Ukraine bald zur Ruhe kommt und wieder „Beitragender auf dem Weltagrarmarkt sein kann".

Agrarwirtschaft erwartet erhebliche Turbulenzen

Am Mittwoch hatte bereits der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) Sorgen bezüglich der Auswirkungen der Krise auf den Agrarhandel geäußert. Nach Ansicht von BVA-Präsident Konrad Weiterer kann der Krim-Konflikt zu erheblichen Turbulenzen auf den Märkten für Getreide und Ölsaaten führen. Für die EU sei die Ukraine der wichtigste Weizen-, Mais- und Rapslieferant. Zwei Drittel der Mais- und Weizenimporte und gut die Hälfte der Rapseinfuhren in die EU stammen aus der Ukraine.
 
Probleme bei der Frühjahrsaussaat und mögliche Ausfuhrreduzierungen hätten sowohl kurz- als auch mittelfristig erheblichen Einfluss auf die Märkte in der EU. Händler befürchten, dass es in Folge der Krise zu Liefer- oder Verladungsstörungen kommen könnte und geschlossene Kontrakte nicht vereinbarungsgemäß beliefert werden, berichtete Weiterer.

vgl.:
Unruhen in der Ukraine treiben Getreidekurse (18.3.2014)
Agrarsektor der Ukraine: Schwergewicht mit Ausbaupotenzial (18.3.2014)
Tönnies: „Ich habe Putin versprochen, mich in Russland zu engagieren“ (6.12.2013)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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