Krise trifft ukrainische Landwirtschaft hart

In der Ukraine dürfte sich die wirtschaftliche und politische Krise negativ auf die Frühjahrsbestellung auswirken. Wie der ukrainische Agrarbusiness-Klub (UKAB) vergangene Woche feststellte, ist zu befürchten, dass der Anbau von Sommerkulturen um 20 % kleiner ausfällt als ursprünglich erwartet.

In der Ukraine dürfte sich die wirtschaftliche und politische Krise negativ auf die Frühjahrsbestellung auswirken. Wie der ukrainische Agrarbusiness-Klub (UKAB) vergangene Woche feststellte, ist zu befürchten, dass der Anbau von Sommerkulturen um 20 % kleiner ausfällt als ursprünglich erwartet.

Demnach könnte die Agrarproduktion um rund 11 Mio t und die Einnahmen der landwirtschaftlichen Betriebe um insgesamt gut 1,8 Mrd Euro sinken, erklärte UKAB-Präsident Alex Lissitsa gegenüber der Kiewer Wirtschaftszeitung „Delo“. Lissitsa verwies auf den akuten Finanzmangel im Agrarsektor und die schlechte materiell-technische Ausstattung, weshalb die meisten Landwirtschaftsbetriebe nicht in der Lage seien, das notwendige hohe Tempo der Feldarbeiten zu gewährleisten.

Im vergangenen Jahr habe die Mehrheit der Agrarproduzenten rote Zahlen geschrieben, und in dieser Saison sei der Zugang zu Krediten angesichts der allgemeinen Lage sehr schwierig. Die Agrarproduktion leide aber auch unter einem untypischen Witterungsverlauf, stellte Lissitsa außerdem fest. So habe in mehreren Regionen die Schneedecke gefehlt, was sich in einem Mangel an Bodenfeuchtigkeit niederschlage.

Krim-Häfen gelähmt

Wie „Delo“ außerdem berichtete, ist der Export von ukrainischem Getreide über die beiden Krim-Frachthäfen nach dem erklärten Anschluss der Halbinsel an Russland stark eingeschränkt. Die Handelsfirmen wagten es nicht mehr, das Getreide dorthin transportieren zu lassen. Vom Hafen Kertsch sei seit Ende des vergangenen Jahres praktisch kein Getreide mehr verschifft worden, und aus Sewastopol seien Anfang März nur kleinere Exportmengen abgegangen. Die Exportströme würden nach Odessa und andere ukrainische Schwarzmeerhäfen umgeleitet.

Nach Aussage eines Vertreters des Kiewer Landwirtschaftsministeriums sei der Export von Getreide durch die Ereignisse auf der Krim aber nicht wesentlich beeinträchtigt, denn auf die Halbinsel seien nur 7 % des gesamten Umschlags über die heimischen Seehäfen entfallen. Die Getreidehandelsgesellschaften seien aber auch im Hinblick auf die Ausfuhren über die ukrainischen Häfen am Asowschen Meer beunruhigt, denn noch gebe es Unsicherheiten bei der Schiffsdurchfahrt durch die Meeresenge zwischen der Krim und dem russischen Festland.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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