Kritischer Agrarbericht sieht Bäuerlichkeit im Trend

Am Rande der Grünen Woche in Berlin hat das aus 25 Verbände bestehende AgrarBündnis seinen alljährlichen Kritischen Agrarbericht vorgestellt. Diesmal lautet das Thema „Agrarindustrie und Bäuerlichkeit“. Frieder Thomas stellt in letzter Zeit fest, dass die Auseinandersetzungen schärfer werden.

Am Rande der Grünen Woche in Berlin hat das aus 25 Verbände bestehende AgrarBündnis seinen alljährlichen Kritischen Agrarbericht vorgestellt. Diesmal lautet das Thema „Agrarindustrie und Bäuerlichkeit“.
 
Frieder Thomas, Geschäftsführer des AgrarBündnisses, stellt in letzter Zeit fest, dass die Auseinandersetzungen schärfer werden. Mittlerweile gehe es nicht mehr nur um die Stärkung der Bäuerlichkeit, wie in den vergangenen Jahren, sondern um eine neue Agrarwende, um die Systemrage. „Genug statt immer mehr muss das neue Leitbild des heutigen Unternehmers sein“, so Thomas. Leider mache das die Marktwirtschaft schwer. Und : „Früher ging es darum, allen Familienmitgliedern Arbeit zu geben. Heute werden Arbeitsplätze wegrationalisiert.“
 
Laut dem Geschäftsführer kann eine Landwirtschaft, die hochwertige Lebensmittel erzeugt, schonend mit Natur und Ressourcen umgeht und die ökologischen Grenzen dieser Erde nicht überschreitet, nicht industriell sein, sondern müsse bäuerlich organisiert werden.

"Das sind bauern, die Samstag demonstrieren!"

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), verwies in diesem Zusammenhang auf die „Wir haben es satt“-Demo am kommenden Samstag. „Das ist keine Demo gegen die Landwirtschaft, wie manche meinen, sondern eine Demo der Bauern für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft und der Agrarstrukturen. Diese sind weltweit bedroht“, so der Professor. Er rief die Bundesregierung auf, endlich den Weltagrarbericht zu unterschreiben.
 
Dementsprechend negativ viel auch Weigers Urteil über die Freihandelsgespräche mit den USA aus. Seiner Meinung nach ist die bäuerliche Landwirtschaft durch TTIP bedroht. „Konzerne haben ein Interesse an neuen Wachstumsmärkten und billigen Rohstoffen. Da stören Umwelt- und Tierschutzvorgaben sowie die bäuerlichen Betriebe“, meint Weiger.

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