Kühe verhungert und verdurstet

Zu einem Tierhalteverbot von 5 Jahren und einer Strafe von 1 200 Euro hat ein Gericht einen Landwirt aus Peiting verurteilt, der in 36 Fällen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hat. Der 45-Jährige hatte von seinen Eltern den Betrieb gepachtet. Als diese schwer krank wurden, übernahm er die Pflege;

Zu einem Tierhalteverbot von 5 Jahren und einer Strafe von 1 200 Euro hat ein Gericht einen Landwirt aus Peiting verurteilt, der in 36 Fällen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hat.

Der 45-Jährige hatte von seinen Eltern den Betrieb gepachtet. Als diese schwer krank wurden, übernahm er die Pflege; der Vater saß im Rollstuhl, die demente Mutter hatte eine Magensonde. So sei keine Zeit mehr geblieben, sich um die Rinder zu kümmern, zitiert der Münchner Merkur den Angeklagten.

Die Tierkörperbeseitigungsanstalt hatte aufgrund des erbärmlichen Zustandes einiger abgeholter Tiere die Polizei verständigt. Diese fand zwei weitere verendete Kühe, 30 Tiere lebten noch, waren aber in einem sehr schlechten Zustand.

Mindestens zwei Monate lang habe der Landwirt seine Tiere nicht mehr regelmäßig versorgt, sie "waren hochgradig abgemagert, das Fell verdreckt und angefault, standen im Stall in einem bestialischen Gestank bis zu Sprunggelenken in ihren Exkrementen", so die Anklage.

"Warum haben Sie keinen Betriebshelfer angefordert?", wollte die Staatsanwältin wissen. "Der kostet Geld, das ich nicht hatte", so der Bauer, der zuvor einen Selbstmordversuch auf dem Betrieb unternommen hatte. Außerdem habe er "nicht gelernt, Hilfe anzunehmen".

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.