Kunstfleisch serviert: Neuseeländer sauer auf ihre Airline

Die Fluggesellschaft Air New Zealand hatte kürzlich ihren Fluggästen Burger mit Kunstfleisch serviert, ein „innovatives Produkt“, wie sie dachte. Da hat sie jedoch die Rechnung ohne die Neuseeländer gemacht, die sich ihr Fleisch nicht verbieten lassen wollen. Inzwischen hat sich sogar der Premierminister eingeschaltet.

Die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand hatte kürzlich ihren Fluggästen Burger mit Kunstfleisch serviert, ein „innovatives Produkt“, wie sie dachte. Da hat sie jedoch die Rechnung ohne die Neuseeländer gemacht, die sich ihr Fleisch nicht verbieten lassen wollen.
 
Inzwischen hat sich laut Spiegel Online sogar der stellv. Premierminister Winston Peters in die tobende Debatte eingeschaltet. Er sprach von einer existenziellen Bedrohung für die nationale Rindfleischindustrie. Er sei "absolut gegen Fake-Fleisch". Die Airline solle echte Tierprodukte verwenden. Auch ein Sprecher der Fleischlobby warnte, der Burger könne eine "existenzielle Bedrohung für Neuseelands zweitgrößten Exportsektor" darstellen. Er bezeichnete die Speise als "Schlag ins Gesicht" für die Rindfleischindustrie.

Die Fluggesellschaft will sich diese „Innovation“ dagegen nicht verbieten lassen und argumentiert, man habe in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Dollar für Lamm- und Rindfleisch aus heimischer Produktion ausgegeben.

Der "Impossible Burger", für den gentechnisch veränderte Zutaten verwendet werden, wird von einer Firma im kalifornischen Silicon Valley produziert, berichtet Spiegel online weiter.


Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Demann

In 10 Tausend Meter Höhe schmeckt ja bekanntlich alles anders, von daher paßt das da ja super hin. Aber keine Bange irgendwann wird der Verbraucher merken wieviel Genverändertes Zeug er da gerade ißt.

von Gerhard Steffek

Wie hieß es einmal so treffend -

Fleisch ist ein Stück Lebenskraft. Aber anscheinend brauchen wir diese nicht mehr. Für einen Bürostuhlwärmer erübrigt sich das. Da würden dann aber ein paar Salatblätter auch reichen. Nur da würde dann die Lebensmittelindustrie nichts mehr daran verdienen. Die will ja schließlich auch leben und sei es über den Weg verkünstelter Naturalien. Das Angebot generiert sich seine Nachfrage selber, ist so ein Marketinggrundsatz. So nach dem Motto: Jeden Tag steht ein Dummer auf, den man sein Zeug verkaufen kann. Denn muß man dann nur finden. Das Deutschland hier ein reiches Fanggebiet ist hat anscheinend nicht nur Napoleon schon erkannt als er sagte das die Deutschen nicht nur ein gutmütiges, sondern auch ein dummes Volk sind, weil sie jede noch so dreiste Lüge glauben. Nein auch Arthur Schopenhauer hat es uns als Nachlaß hinterlassen, das er sich dafür schämt Deutscher zu sein und das Land verachte ob der überschwänglichen Dummheit des Volkes. An der Geschichte ist jetzt nur tröstlich das es anderen anscheinend auch so geht.

von Harald Finzel

Bessere Gratis-Werbung kann sich der Fakefleisch-Hersteller kaum vorstellen...

Fakefleisch wird sich verbreiten, egal ob Herr Peters die Interessen der Bauern gefährdet sieht oder nicht. Schon alleine weil es in der Szene mittlerweile etliche Startups gibt, die mit viel Risikokapital gepusht werden. Das ist aber zweitrangig. Entscheidend ist, ob derartige Produte eine Nische bleiben oder zur ernthaften Konkurrenz für echtes Fleisch werden. Letzteres wird man aber nicht mit dumpfem Protektionismus verhindern - damit erreicht man eher das Gegenteil. Stattdessen braucht es von Anfang an eine intelligente, eingängige Argumentation. Beispielsweise indem man die Ressourceneffizienz beleuchtet. So ein "Impossible Burger" verwertet nun mal weder Gras noch Futtergetreide. --- Irgendwann wird das Thema auch in der deutschen Öffentlichkeit aufploppen. Ich hoffe, die deutsche "Fleischlobby" ist dann besser vorbereitet als die neuseeländischen Kollegen.

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